Der Verband

Dem Handball-Verband Niedersachsen gehören aktuell 12 Regionalverbände und der Bremer Handballverband als Gliederungen an. Mit aktuell etwa 92 000 Aktiven in 3 900 Mannschaften zählt der HVN zu den fünf größten der 22 Landesverbände im Deutschen Handballbund.

Neben der Sicherstellung des Spielbetriebes sieht der Verband die Schwerpunkte seiner Arbeit in der Aus- und Weiterbildung der ehrenamtlichen Mitarbeiter, der Leistungsförderung und der allgemeinen Jugendarbeit.

1990

Auf dem Verbandstag am 9. Juni 1990 in Haselünne kann Herbert Bock nach der Wiedervereinigung Deutschlands eine Delegation des BFA Magdeburg mit dem Vorsitzenden Eberhard Gläser begrüßen. Die Wahlen bringen nur wenige Veränderungen: Zum stellvertretenden Vorsitzenden wird Holger Peters, zum Schiedsrichterwart Wolfgang Gremmel und zum Referenten für Breiten/Freizeitsport Wolfgang Franz gewählt. Der mit Spannung erwartete Antrag des Bezirks Lüneburg, den Vertrag mit Bremen zu kündigen, mündet in dem Kompromiß, erneut über die finanzielle Abwicklung zu verhandeln. Gleichzeitig wird der Erweiterte Vorstand ermächtigt, bei einem Scheitern der Verhandlungen den Vertrag zu kündigen. Alle vorliegenden Anträge werden, dank der guten Vorbereitung in den Gremien, innerhalb kürzester Zeit beschlossen.
In der Satzung wird das Ressort "Breiten- und Freizeitsport" aufgenommen, um dem geänderten Freizeitverhalten der Bürger Rechnung zu tragen. Für die systematische Ausdehnung des Breitensports gilt es geeignete Konzepte zu entwickeln, auszuprobieren und in den Kreisen und Vereine zu verbreiten.
In "Handball in Niedersachsen" wird eine Minihandball-Spielordnung veröffentlicht. Zielsetzung dieses altersmäßigen Wettkampfsystems ist die Heranführung der Kinder an das Handballspiel. Nicht das Spielergebnis sondern das Spielerlebnis steht im Vordergrund, es soll miteinander gespielt werden und die Kinder sollen vielfältige Bewegungserfahrungen sammeln.
An der Gründung des Landesverbandes Sachsen-Anhalt nehmen auch Vertreter des Norddeutschen Handball-Verbandes und des Handball-Verbandes Niedersachsen sowie des Bezirks Braunschweig teil. Sie bieten ihre Hilfe und Unterstützung an.

1991

"Mädchen und Jungen - gemeinsam zum Handhall" lautet 1991 das Motto zum "Tag der Handballjugend". Die "Tage der Handballjugend" sind nach wie vor beliebt. Neben den Handballspielen gibt es Wettbewerbe in Tunnelkriechen, Torwandwerfen, Negerkußwurfmaschine und Handballslalom, um nur einige der Aktivitäten zu nennen. Weit über 1.000 aktive Teilnehmer nehmen an den dezentralen Veranstaltungen teil.
Im Nachwuchsbereich werden die eingeführten und erfolgreich verlaufenen "4+1"-Maßnahmen fortgesetzt. In Zusammenarbeit mit den Schulsportreferenten werden zahlreiche Lehrerfortbildungen mit Grundschullehrern durchgeführt. Eine zentrale Veranstaltung des HVN findet in den Sommerferien in Northeim statt. Wesentliches Merkmal der Spielidee ist es, den Spielen den sonst üblichen Meisterschaftscharakter zu nehmen. Es wird daher auch kein Gesamtsieger ermittelt. Allein das 24-stündige Gruppenerlebnis ist für viele Kinder sicherlich schon eine spannende Sache.
Aber auch der Nachaktivzeit gilt die Aufmerksamkeit des HVN, um Frauen und Männer am Ende der Wettkampfzeit neu zu aktivieren und für die Arbeit im Verein zu gewinnen. Erfahrungen mit Freizeitangeboten und Turnieren auf verkleinertem Feld sollen gesammelt werden, um schließlich Oldie-Turniere zu starten. Der HVN entdeckt die Gruppe der 30- bis 50jährigen und geht in die Offensive.
Viele Strukturfragen, die aus der Historie entstanden sind, erweisen sich als ungeklärt und veranlassen den HVN, diese aufzuarbeiten. Dabei wird Wert darauf gelegt, daß sowohl das Ehrenamt als auch das Hauptamt gleichermaßen beteiligt wird.
Der HVN führt Schiedsrichter-Beobachtungen durch die Vereine ein. Die Vereine erhalten Gelegenheit, anhand eines vorgegebenen Beobachtungsbogens Schiedsrichter zu beurteilen. Der Beobachtungsbogen wurde vom Schiedsrichterwart und seinen Mitarbeitern erstellt. Die für das Schiedsrichterwesen im HVN Verantwortlichen erwarten aussagekräftige Ergebnisse und dadurch eine noch breitere Grundlage für die Einstufung der Gespanne in den einzelnen Kadern zu erhalten.

1993

Der HVN startet 1993 erstmalig einen Fair-play-Wettbewerb in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Sparkassen- und Giroverband für Jugendmannschaften. Er wird auf die 48 stärksten A-Jugendmannschaften der Oberligen Niedersachsen und Nordsee beschränkt. Sie sollen beweisen, daß sich sportliche Leistungen und Erfolge mit Fair play nicht ausschließen.
Der HVN beginnt ein Modellprojekt. In der Sportschule des Landessportbundes Niedersachsen findet eine Handball-Trainerinnenausbildung zur Erlangung der C-Lizenz statt. Das Besondere: Für den Frauenkurs wird Kinderbetreuung angeboten.
Die Talentsicherung und Leistungsförderung im HVN am Beispiel des Jahrganges 1981 sieht mehr als 10 Maßnahmen vor, die sich bis in das Jahr 1998 hinziehen. Es beginnt mit Sichtungslehrgängen und kann in die Einordnung in einen Kader münden.
Der HVN erhält Unterstützung durch einen kompetenten Partner: Er geht eine Partnerschaft mit der TOTO/LOTTO-Gesellschaft Niedersachsen ein. Die finanzielle Förderung soll in erster Linie im Schiedsrichterbereich eingesetzt werden. Mit den Mitteln wird die Aus und Weiterbildung der Schiedsrichter gefördert. Zusätzlich werden sämtliche Kader-Schiedsrichter mit Trikotagen und Stutzen ausgestattet, wobei das Trikot die Aufschrift TOTO/LOTTO trägt.
Unter dem Motto "Sportler helfen Sportlern" wird 15 Handballerinnen aus dem kriegsgeschüttelten Mostar, die sich in Niedersachsen aufhalten, ein mehrwöchiger Aufenthalt auf Kosten der Vereine und des Landessportbundes ermöglicht. Da es sich um Spitzensportlerinnen handelt, zeigen auch die Vereine Interesse. Die jungen Frauen fühlen sich als Gäste, die eines Tages wieder in ihre Heimat zurückkehren wollen.
Erstmals erscheint in "Handball in Niedersachsen" eine vierseitige Praxisbeilage. Sie bietet Hilfen, Tips und Vorschläge für die praktische Arbeit der Übungsleiter und Trainer.
Gute Jugendarbeit wird zur Existenzfrage der Handball-Abteilungen. Verantwortlich dafür ist die demographische Entwicklung. Die Kinder/Schülerzahl hat 1992 gegenüber 1976 bereits um 56% abgenommen. Die Zahl der Jugendlichen wird von 1983 bis zum Jahr 2000 um bis zu 50% abnehmen. Die Vereine müssen sich darauf einstellen.

1994

In Braunschweig führt der HVN ein Sichtungsturnier durch. Es erhält Modellcharakter. An zwei Tagen geben sich die Handballtalente Niedersachsens ein Stelldichein. Erstmals wird bei diesem Aufeinandertreffen von Auswahlmannschaften der vier Bezirke der Sichtungscharakter in den Vordergrund gestellt, denn es wird kein Turniersieger ermittelt.
Der Deutsche Handball-Bund hat das Jahr 1994 zum Jahr des Frauenhandballs erklärt. Mit der Ausrichtung der ersten Handball-Europameisterschaft für Frauen-Nationalmannschaften erhofft sich der DHB einen deutlichen Imagegewinn und eine weitere Popularisierung für den Frauenhandball in Deutschland. Auch für den HVN heißt es: Mehr Frauen in Ehrenämtern, mehr Frauen als Trainerin.
60 Teilnehmer beteiligen sich am 1. HVN-Jugendsymposium 1994 in Hannover-Wilkenburg. Zentrale Themenbereiche sind Mini-Handball, Verein und Schule, zeitgemäße Wettkampfsysteme, Mitbestimmung Jugendlicher, Mitarbeitergewinnung und modernes Jugendhandballtraining. "Dem Handballsport geht es dabei wie anderen Mannschaftssportarten auch: er muß um seine Klientel verstärkt werben. Eine stärkere breitensportliche Öffnung des organisierten Handballs möge hierfür Lösungsansätze bieten", führte der Sportreferent Prof. Dr. Jürgen Schröder, Uni Göttingen, aus.
46 Mannschaften nehmen an dem Fair-play-Wettbewerb des HVN, der im Rahmen der Punktspiele der Jugend-Oberliga Nordsee und Niedersachsen ausgetragen wird, teil. Sieger sind die Mannschaften von Frisia Goldenstedt und TSV Wietzendorf.
124 Mannschaften mit über 1.300 Teilnehmern kommen zum 31. Tag der Handballjugend des Kreises Verden. Es ist die größte Veranstaltung dieser Art in Niedersachsen. Ausrichter ist die SG Achim/Baden. Auf 13 Spielfeldern treten Mannschaften der F-Jugend bis zur A-Jugend an. Punkte zählen hierbei nicht - der Spaß steht im Vordergrund und alle Teams erhalten am Ende eine Auszeichnung. Das ist auch die Devise für das Rahmenprogramm.
Der Verbandstag am 11. Juni 1994 in Hodenhagen ist wieder ein Meilenstein in der Geschichte des HVN. Nach 16jähriger Tätigkeit als 1. Vorsitzender des HVN stellt sich Herbert Bock nicht wieder zur Wahl. Er wird zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Otto Sturm wird mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet. Der Verbandstag befaßt sich mit grundlegenden Strukturfragen. Das Verbandspräsidium, bisher Vorstand, soll sich künftig nach dem Modell "5+1" zusammensetzen. Danach werden zukünftig 1 Präsident und 5 Vizepräsidenten die Geschicke des Verbandes leiten, wobei die Vizepräsidenten nunmehr klare Ressortaufgaben wahrnehmen. Das Ressort "Entwicklung des Handballs" soll vor allen Dingen zukunftsweisend und konzeptionell arbeiten. Folgerichtig erfolgt auch dort eine Bündelung der in den vergangenen zwei Jahren verstärkt ins Blickfeld gerückten Themen wie Neukonzeption der Trainer Aus- und -Fortbildung, Schule und Handball, Frauen im Sport, Breitensport mit Mini- und Oldie-Handball. Dementsprechend setzt sich auch der Ausschuß zusammen.
Ein beachtlicher Schritt bedeutet die neue Position einer Frauenbeauftragten. Damit wird dem Frauenförderungsplan Rechnung getragen.
Dieter Lindenberg, Drebber, wird neuer Präsident des HVN. Auch sonst gibt es erhebliche Veränderungen. Durch die Strukturreform werden einige Ressorts aufgewertet und mit Vizepräsidenten besetzt. Das Präsidium hat folgende Zusammensetzung:

  • Präsident: Dieter Lindenberg, Drebber
  • Vize-Spieltechnik: Rudi Kahle, Celle
  • Vize-Finanzen: Hartmut Begemann, Aerzen
  • Vize-Entwicklung: Helmut Schütte, Salzgitter
  • Vize-Jugend: Suse Carls, Soltau
  • Vize-Offentlichkeitsarbeit: Willi Post, Bramsche
  • Männerspielwart: Helmuth Wöbke, Faßberg
  • Frauenspielwart: Loni Winkler, Cremlingen
  • Jugendspielwart: Hayo Andoleit, Wilhelmshaven
  • Schiedsrichterwart: Herbert Becker, Celle
  • Lehrwart: Dieter Hummes, Braunschweig
  • Breitensport-Referent: N. N.
  • Schulsport-Referent: Rolf Versen, Melle
  • Frauenbeauftragte: Sandra Sandomeer, Hannover
  • Mädelwart: Siegfried v. d, Berge, Vechta
  • Beisitzer: Achim Haupt, Northeim
  • Beisitzer: Dieter Hummes, Braunschweig
  • Jugendsprecher: Arndt Morawe, Hameln
  • Jugendsprecherin: Berit Eisenberger, Edemissen
  • Rechtswart: Kurt Klauke, Oldenburg
  • Verbandssportgericht: Wolfgang Kirchberg, Goslar

Ausgeschieden sind Uwe Sternberg (Männerspielwart), Peter Raab (Frauenspielwart), Otto Sturm (Kassenwart), Wolfgang Gremmel (Schiedsrichterwart), Hans-Peter Oppermann (Lehrwart).
Den Festvortrag hält Dr. Gunter A. Pilz, Hannover über "Fairneß im Handball", der ein Umdenken sowohl bei den Aktiven als auch bei den Eltern und Übungsleitern forderte. Der nächste Verbandstag findet in drei Jahren im Jubiläumsjahr am Gründungsort in Melle statt.
Im Rahmen der German-Masters-Serie des DHB wird in Braunschweig ein Großfeld-Handballturnier für Oldies durchgeführt.
Die Vorrunde der Handball-Europameisterschaft der Frauen findet in Oldenburg statt. In der Weser-Ems-Halle stehen sich die Mannschaften von Rußland, Rumänien, Slowakei, Ungarn, Tschechien und Deutschland gegenüber.

1995

Der Handball-Verband Niedersachsen hat ein neues Logo. Die Grundfarbe des Logos ist Blau, der Ball, eine der schwungvollen Ball-Linien und der unten angebrachte Kopf des Niedersachsenrosses sind rot. Der Fair-play-Cup-Wettbewerb des HVN und der Niedersächsischen Sparkassen findet riesige Resonanz. Mehr als 350 Jugendmannschaften beteiligen sich daran.
Rund 70 Handball-Trainerinnen haben in den vergangenen drei Jahren ihre Lizenz erhalten.
Der HVN ist mit einer Mailbox im internationalen Datennetz vertreten. Zunächst ist eine Testphase vorgesehen. Es soll festgestellt werden, inwieweit sich diese Form der Informationsverbreitung und des Informationsaustausches im Handballbereich einsetzen läßt.
Zur Erarbeitung neuer Wege im bisherigen Wettkampfsystem wird ein Arbeitskreis gebildet, der geeignete Vorschläge unterbreiten soll.

1996

"Frauenhandball ist in" - bei den Fans und im Handball-Verband Niedersachsen. Der VfL Oldenburg wurde souveräner Aufsteiger in die 1. Bundesliga. Als Regionalliga-Aufsteiger gehört der SV Wacker Osterwald zum hannoverschen Trio neben der SG Misburg und SC Germania List in der 2. Bundesliga Nord.
Der frühere Lehrwart des HVN, Hans-Peter Oppermann, gehört weiterhin dem Präsidium des DHB an. Auf dem DHB-Bundestag in Erfurt wird er wieder zum Vizepräsidenten Entwicklung gewählt. Männerwart wird Uwe Sternberg aus Niedersachsen.
Mit Beach-Handball wird eine weitere Variante des Handballs angeboten. Mit dieser breiten- und freizeitorientierten Sportart ist das Spiel im Freien eine Ergänzung zum Wettkampfhandball in der Halle. Es entstehen immer mehr Sportanlagen im Binnenland. Die Meisterschaften werden an den Stränden der Nord- und Ostsee ausgetragen.
Beach-Handball hat die Chance zu einer "Fit for fun"-Sportart zu werden.
Bei den Olympischen Spielen in Atlanta (USA) blieben die Ballsportarten ohne Medaillen. Wie Basketball, Fußball und Volleyball offenbarte sich auch für Handball eine Krise im Weltmaßstab. Auch für die Weltmeisterschaften 1997 konnten sich die Männer nicht qualifizieren.
Dagegen stellt die Bundesliga eine Weltliga dar. Es gibt kaum noch eine Bundesligamannschaft, in der nicht ausländische Stars spielen oder als Coach tätig sind. Von den 16 Erstliga-Trainern kommen nur noch sechs aus Deutschland. Handball, wohin läufst du?
Der Handball-Verband Niedersachsen kann seine führende Position im Deutschen Handball-Bund festigen. Mit 2.822 Jugendmannschaften liegt der HVN unangefochten an der Spitze aller 22 Landesverbände. Dies ist der intensiven Arbeit der Vereine zu verdanken.

1997

Spitzenplatz für den deutschen Handballsport: mit 832.232 registrierten Mitgliedern liegen die Handballer bundesweit erstmals unter den Top Five der Sportarten und verweisen Leichtathletik (822.572 Mitglieder) auf den sechsten Platz. Angeführt wird die Rangliste von Fußball, gefolgt von Turnen, Tennis und Schießsport. Insgesamt werden die Mitgliederzahlen von 57 Verbänden gezählt. 

"HVN auf der Suche nach neuer Verbandsstruktur" formuliert die Verbandszeitschrift "Handball in Niedersachsen" (HiN) in ihrer ersten Ausgabe 1997 (HiN 1/97). Schon der Verbandstag 1994 in Hodenhagen hatte dem HVN eine Strukturreform verordnet. Nun steht den Delegierten des Verbandstages am 14. Juni 1997 in Melle eine erneute Abstimmung zu Satzungsänderungen bevor. Wolfgang Ullrich (Alfeld), Vizepräsident Entwicklung, ist als Vorsitzender der eingesetzten Strukturkommission mit den entsprechenden Vorbereitungen beauftragt.

Zuvor wird jedoch der "Hamburger Hof" in Nettlingen (Söhlde)  am 1. März 1997 Veranstaltungsort des im Vorfeld mit viel Spannung erwarteten HVN-Jugendtages. Weitreichende Entscheidungen, auch in Richtung einer neuen Struktur, stehen an. Die Delegierten wählen Harry Vogel (Oldenburg) zum neuen Jugendwart. Er löst Suse Carls (Soltau) ab, die auf eigenen Wunsch nicht mehr für das höchste Jugendamt im HVN kandidiert. Mit stehenden Ovationen bedanken sich die Delegierten für ihre geleistete Arbeit. Nach kontroverser Diskussion beschließt der Jugendtag anschließend ein komplett neues Spiel- und Wettkampfsystem für die A-Jugend: nach Abschluss der Saison werden sämtliche Staffeln auf Kreis -, Bezirks - und HVN-Ebene (Kreisklassen bis Oberligen) aufgelöst und in Relegationsspielen anschließend neu zusammengesetzt. Erreicht werden soll damit, dass tatsächlich auch die stärksten Teams in den höchsten Ligen spielen. Breite Zustimmung findet  letztlich der Antrag, zukünftig Jugendtag und Verbandstag zusammenzulegen, um die Jugendvertreter direkt an den Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Die Beschlüsse des Jugendtages müssen nun allerdings noch vom Verbandstag bestätigt werden. 

Der DHB-Bundestag  erhöht kräftig die Beiträge der Landesverbände. Die Erhöhung wird auf drei Jahre festgeschrieben (1997 - 1999). Insgesamt fordert der DHB von seinen 22 Landesverbänden jährlich 250.000 DM mehr als bisher. Die Erhöhung wird prozentual des Mitgliederanteiles umgelegt. Grundlage der Berechnung ist die bisherige Höhe der Beiträge. Für den HVN als größten Landesverband bedeutet dies eine jährliche Mehrbelastung von 38.275 DM. Die Abgaben an den DHB steigen von 107.490 DM (1996) in drei Schritten auf 222.315 DM (1999).  Auf der anderen Seite erhöht der DHB seine Einnahmen von 701.700 DM (1996) auf 1.451.700 DM (1999). 

Wieder zieht es die niedersächsische Handballgemeinschaft nach Melle. In der Stadt zwischen Wiehengebirge und Teutoburger Wald war der HVN 1947 gegründet worden, fanden 1950 und 1957 Verbandstage statt und wurden 1972 und 1987 die 25. und 40. Geburtstage gefeiert.  Am Freitag, 13. Juni 1997 ist es wieder soweit: der HVN feiert dort auch seinen 50. Geburtstag. Grund genug für Bürgermeister Burkhard Schleef, die HVN-Spitze zu einem Empfang ins Rathaus einzuladen. "Wir sind hier, um uns als Handballgemeinschaft wiederzufinden", sagt HVN-Präsident Dieter Lindenberg (Drebber) während des Empfangs und mit Blick auf den am nächsten Tag im "Forum am Kurpark" stattfindenden Verbandstag. Es gelte, Entschlüsse zu treffen, die weit über das Jahr 2000 hinausgehen.

"Mitarbeiten im Sport im Spannungsfeld zwischen Hauptberuf und Ehrenamt", so lautet am darauffolgenden Samstag, 14. Juni, der Titel des Festvortrages von Friedhelm Kreiß, für den Sport zuständiger Ministerialrat in Nordrhein-Westfalen. Kreiß spricht sich dabei für eine Stärkung der in Sportverbänden hauptberuflich Tätigen und für eine Rücknahme der Ehrenamtlichkeit auf eine sportpolitisch definierte "Aufsichtsratspositionen" aus. 

Anschließend stehen die Zeichen auf Sturm. Die Delegierten des Verbandstages haben über die Neufassung der Satzung des Verbandes zu entscheiden. Unter anderem versagen etliche Vertreter des mitgliederstärksten Bezirks Weser-Ems dem Entwurf ihre Zustimmung. Damit erreicht der Antrag des Präsidiums nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit. Noch während der hitzigen Beratungen legt Hans-Heinrich Schrievers, Vorstandsmitglied des Bezirks Weser-Ems, einen weiteren Satzungsentwurf zur Abstimmung vor. Auch dieser erreicht nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit. Daraufhin erklärt HVN-Präsident Dieter Lindenberg, innerhalb der nächsten sechs Monate einen außerordentlichen Verbandstag einzuberufen, der erneut über eine Satzungsänderung beraten und abstimmen soll. "Wenn wir es dann nicht schaffen, die neue Struktur durchzubringen, stehe ich nicht mehr als Präsident zur Verfügung", so Lindenberg noch während des Verbandstages. Trotz der massiven Differenzen gelingt es den Delegierten, bei den anschließenden Wahlen fast sämtliche Ämter zu besetzen. Nur die Position des Schulsportreferenten bleibt unbesetzt.

"Bewegt, bunt und laut - so sieht die Zukunft aus", titelt die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) auf einer Lokalsportseite am 22. Juli 1997 und berichtet am Beispiel eines Turniers beim SV Odin (Hannover) über Beachhandball. Die "Fit und Fun --Variante" des Handballsports erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Turniere finden nicht nur in Küstenregionen statt, sondern verstärkt auch im Inland. Benötigt wird eine Sandfläche mit einer Größe von circa 27 x 12 Meter, als Tore dienen häufig "normale" Hallentore, das Spielfeld wird mit herkömmlichem "Flatterband" gekennzeichnet. Die Teams setzen sich häufig aus Spielern und Spielerinnen verschiedener Vereine zusammen. Schon früh existiert zwar ein formelles Beachhandball-Regelwerk, das aber bei den Turnieren jeweils nach den Bedürfnissen und dem Könnensstand der Teilnehmer ausgelegt wird. Vor jedem Turnier werden die Regeln beziehungsweise die Regelauslegung abgesprochen. Die Zahl der Beachhandball - Turniere nimmt deutlich zu. 1997 finden größere Veranstaltungen unter anderem in Hameln und Norden/Norddeich statt. Reinhard Brüling, Handball - Chef des FC Norden, begrüßt am  28./29. Juni 1997 insgesamt 74 teilnehmende Mannschaften mit über 700 Spielerinnen und Spielern. An zwei Tagen finden 183 Spiele statt, 1000 Brötchen, 800 Scheibenkäse und 800 Scheiben Wurst halten die Helfer des FC Norden am Sonntag zum Frühstück für die Teilnehmer parat. Beachhandball boomt!

Die vom Erweiterten Präsidium (EP) des DHB beschlossene Änderung des Stichtages der Jugend-Altersklassen wird vom EP des DHB am 22. November 1997 wieder zurückgenommen und ad acta gelegt. Der Stichtag sollte vom 1. Januar auf den 1. Juli des Vorjahres vorverlegt werden. Dadurch hätten die Kinder und Jugendlichen früher bzw. junger in die nächsthöhere Altersklasse wechseln müssen. Der Rücknahme dieser Änderung war eine heftige Diskussion vorausgegangen. Der HVN hatte sich dabei vehement für eine Beibehaltung der ursprünglichen Regelung eingesetzt.

Unter der Leitung des Schatzmeisters des Landessportbundes Niedersachsen (LSB) Wolfgang Behrens (Peine) und der LSB-Justiziarin Annegret Buchholz (Hannover) wird in einer Gesprächsrunde der Konflikt zwischen dem HVN Präsidium und dem Vorstand des Bezirks-Weser Ems über die Eintragung als e.V.  beigelegt. Ein Antrag auf Bestrafung der Vorstandsmitglieder des Bezirks Weser Ems beim Sportgericht wird vom HVN Präsidium mit sofortiger Wirkung zurückgezogen. Nur kurze Zeit später soll sich herausstellen, dass die Risse zwischen den Beteiligten doch tiefer liegen. 

Nachdem der Verbandstag in Melle den geplanten Struktur-und Satzungsänderungen eine Absage erteilt hat, ist das Präsidium erneut gefordert, eine Kommission mit der Erarbeitung mehrheitsfähiger Vorschläge zu beauftragen. Wieder unter Vorsitz des Vizepräsidenten Entwicklung, Wolfgang Ullrich, konstituiert sich gut vier Wochen nach dem Verbandstag in Melle die "Struktur-und Satzungskommission II". "An der Zielrichtung des Präsidiums hat sich nichts geändert", so Ullrich, "wir wollen eine grundsätzliche Verschlankung des Verbandes, eine Verkleinerung der Ausschüsse und Gremien sowie die Schaffung von effektiven Arbeitsmöglichkeiten". Ganz oben auf der Themenliste steht weiterhin die Frage nach der Rechtsform der HVN-Gliederungen (Kreise und -Bezirke). Eingetragener Verein (e.V.) - ja oder nein - und mit welchen Konsequenzen? Für den 7. Februar 1998 wird ein außerordentlicher Verbandstag angesetzt. Dann sollen endgültig die Weichen für eine Reform gestellt werden.

Die weibliche A-Jugend des TSV 05 Groß Berkel erhält während des "Tags der Niedersachsen" in Nienburg die "Gilde-Trophy" und wird als Mannschaft des Monats ausgezeichnet. Die von der Gildebrauerei, "Antenne. Das Radio" sowie den Landessportbünden Niedersachsen und Bremen ins Leben gerufene Aktion zeichnet Sportler und Mannschaften aus Bremen und Niedersachsen aus, die sich in besonderem Maß um den Amateursport verdient gemacht haben. Die Mädchenmannschaft aus Groß Berkel wird für ihr soziales Engagement in verschiedenen Bereichen ausgezeichnet: Handball verbindet Völker, Bosniern - Kinder im Krieg, Keine Macht den Drogen. Der Preis ist mit 10.000 DM dotiert.

Vor 4000 begeisterten Zuschauern in der hannoverschen Stadionssporthalle erreicht die deutsche Männer-Nationalmannschaft beim Rückspiel zur Qualifikation der Europameisterschaft im nächsten Jahr in Italien ein 23:23 gegen die favorisierten Spanier. Trainer der deutschen Mannschaft ist Heiner Brand. Der 24 -jährige Daniel Stephan erzielt 11 Tore. Das Hinspiel hatte das deutsche Team noch deutlich mit 16:25 verloren. Beide Mannschaften werden sich für die Europameisterschaft qualifizieren und eine hervorragende Rolle spielen: hinter Europameister Schweden wird Spanien Vize-Europameister; Deutschland wird auf dem hervorragenden dritten Platz landen!  

Unter der Leitung des Vizepräsidenten Jugend, Harry Vogel (Oldenburg) und der Mädelwartin, Annette Petersen (Hannover), findet parallel zum Länderspiel in Hannover ein dreitägiges, landesweites Meeting der Jugendsprecher und Jugendsprecherrinnen der HVN-Gliederungen statt. Geschlafen wird in der Sporthalle des TSV Anderten. Auf dem Programm stehen ein Beachhandball-Turnier und selbstverständlich die Mitarbeit im Organisationsteam des Länderspiels gegen Spanien.

Bereits zum sechsten Mal ist Hannover-Wettbergen Austragungsort des HVN- Pokalturniers für Jugendauswahlmannschaften der Verbände. Fünf Landesverbände mit jeweils einem weiblichen und einem männlichen B-Jugend-Team treten gegeneinander an. Neben Toren und Punkten geht es auch um einen Fair-Play-Wettbewerb, bei der sich die Teams gegenseitig bewerten. Mit jeweils zwei gewonnenen und zwei verlorenen Spielen landen die HVN-Mannschaften auf dem dritten Platz der Gesamtwertung. In der Fair-Play-Wertung werden sie Vierter.

Für die jüngere Jugendauswahlmannschaft läuft ein ähnliches Turnier in Hatten/Sandkrug. Im Tor des HVN-Teams steht Johannes Bitter (HSG Neuenburg/Bockhorn), der anschließend zum besten Torwart des Turniers gewählt wird. 10 Jahre später gehört er in Köln zur deutschen Weltmeistermannschaft.

Vom 30. November bis zum 14. Dezember 1997 findet die Handballweltmeisterschaft der Frauen  in Deutschland statt. 24 Mannschaften nehmen teil. Die deutschen Frauen erreichen ungeschlagen nach fünf Siegen das Achtelfinale und reisen nach Hannover, denn die dortige TUI Arena, damals noch Stadion-Sporthalle, ist am 9. Dezember Austragungsort des Spiels gegen Weißrussland. Vor 3000 begeisterten Zuschauern gewinnen die Frauen um Bundestrainer Ekke Hoffmann mit 33:23. Schon am nächsten Tag geht es in Hannover weiter. Der Gegner im Viertelfinale ist Mazedonien; die deutschen Frauen gewinnen 24:19 und erreichten das Halbfinale! Die Halle steht Kopf, Frauenhandball ist populär.

Kurze Zeit später ist der sportliche Höhenflug beendet. Deutschland verliert in Berlin sein Halbfinalspiel gegen Norwegen mit 23 - 25; erreicht aber durch ein 27: 25 im "Kleinen Finale" gegen Russland einen hervorragenden dritten Platz. Weltmeister wird Dänemark durch ein 32 - 22 im Finale gegen Norwegen. Leider waren die Ergebnisse zu diesem Zeitpunkt bereits zweitrangig.

"Die Euphorie dauerte genau einen Tag an", schreibt Carsten Schlothmann in der HiN 1/98. "Nach Austragung der Achtel- und Viertelfinalspiel in Hannover waren sich die Organisatoren einig: die beiden Spieltage mit Beteiligung der deutschen Mannschaft haben den Handballsport in Niedersachsen zu einem neuen Stellenwert verholfen. Doch dann passierte das, was nicht vor Landesgrenzen halt macht. Am Rande der WM Halbfinalespiele in Berlin kommen zwei dänische Fans durch eine abscheuliche Wahnsinnstat zum Tode." 

Unter der Überschrift "Eine endlose Geschichte?" beklagt HVN - Vizepräsident Wolfgang Ullrich im Eingangsartikel zur letzten Ausgabe der HiN dieses Jahres (10/97) die momentane Situation des Verbandes. "Was in fast 50 Jahren oft mühsam geschaffen wurde, ist durch bewegte Ereignisse mehr als gefährdet. Dabei ist es interessant zu beobachten, dass nur eine kleine Minderheit immer wieder die erarbeiteten Positionen infrage stellt beziehungsweise das Tempo verschleppt und die große Mehrheit dies gelassen beobachtet …. Das amtierende Präsidium und viele andere haben in den letzten zwei Jahren versucht, den 1994 begonnenen Kurs zu forcieren und zu festigen. Die dazu erforderlichen Überlegungen wurden zum Jubiläumsverbandstag in Melle vorgestellt. Eine breite Diskussion hatte zuvor diese Signale weitestgehend getragen. Verbesserungen sollten erfolgen und umgesetzt werden. Heute stelle ich fest, der Jubel hat wohl mehr verwirrt; die geplanten Korrekturen sind Schnee von gestern, und wir stehen weit vor einem notwendigen Neuanfang." Wolfgang Ullrich spricht damit den immer heftiger werdenden Streit um die Strukturreform an.

1998

Der HVN ist weiterhin die Nummer Eins im Jugendhandball! Nach der neuesten Statistik des DHB liegt Niedersachsen weiterhin unumstrittene an der Spitze, wenn es um die Zahl der aktiven Jugendmannschaften geht. Mit insgesamt 2982 gemeldeten Mannschaften liegt der HVN deutlich vor den Landesverbänden Württemberg (2488) und Hessen (2145) und führt die Rangliste der insgesamt 22 Landesverbände des DHB mit großem Vorsprung an. Bundesweit setzt sich ein positiver Trend fort. Seit 1990, dem Jahr mit den bisher wenigsten Jugendmannschaften (16.680), sind die Zahlen kontinuierlich gestiegen und haben mit 20.675 Mannschaften in diesem Jahr eine neuerliche Steigerung erfahren.

Nach dem unrühmlichen Verbandstag in Melle soll nun am 7. Februar 1998 ein außerordentlicher Verbandstag in Verden Klarheit bringen. Die im Vorfeld eingereichten Satzungsentwürfe deuten allerdings auf einen ähnlich turbulenten Verlauf wie wenige Monate zuvor in Melle hin. Tatsächlich werden zunächst die ersten Punkte der Tagesordnung zügig abgearbeitet. Dann folgt der Tagesordnungspunkt "Anträge auf Satzungsänderungen". 115 Delegierte und Präsidiumsmitglieder sind angetreten, dem Verband eine neue Satzung zu geben, die auch über das Jahr 2000 hinaus noch Bestand haben soll. Den Anwesenden liegen mehrere Entwürfe vor. Zur Verwirrung kommt es, als zusätzlich noch eine völlig neue Fassung, erstellt von den Vorsitzenden der Bezirke, auftaucht. Die Mehrzahl der Delegierten bekommt dieses Papier erst während des Verbandstages ausgehändigt. Es folgen endlose Diskussionen! Schnell wird deutlich, dass keiner der zur Abstimmung stehenden Vorschläge die notwendige Zweidrittelmehrheit erhalten wird. Die Stimmung ist aufgeheizt! Nach einer Sitzungsunterbrechung kommen sich die Delegierten etwas entgegen. Tatsächlich gelingt es nach über sechs Stunden, eine neue Satzung zu verabschieden. Was dann folgt, ist für viele vorhersehbar: Präsident Dieter Lindenberg tritt zurück. Der Versuch, einen neuen Präsidenten zu wählen, scheitert. Ehrenmitglied Walter Kreienmeyer (Neustadt), der sich auf Bitten etlicher Delegierter zur Wahl stellt, erhält 46 Ja-und 50 Nein-Stimmen. Das Amt des Präsidenten bleibt damit unbesetzt. Anschließend spricht sich die Mehrheit der Delegierten für einen Abbruch des Verbandstages aus. "Es bleibt abzuwarten, wie der weitere Umgang miteinander aussieht. Seitens des Präsidiums, welches auch mit fünf Mitgliedern handlungs- und beschlussfähig ist, werden alle Möglichkeiten genutzt, um dem Handballsport wieder Vorrang zu geben. Es soll auch nichts unversucht bleiben, um mit den Bezirken und Kreisen wieder eine normale Zusammenarbeit zu erreichen", schreibt Vizepräsident Helmut Schütte anschließend in der HiN.

Immerhin verpassen die Delegierten des außerordentlichen Verbandstages in Verden dem HVN eine neue Struktur, die in einigen Punkten deutliche Veränderungen mit sich bringt!

Oberstes Beschlussorgan bleibt weiterhin der Verbandstag. Neu ist, dass der Jugendtag - bisher das höchste Organ der Jugendvertreter - in den Verbandstag integriert wird. Ein eigener Jugendtag findet nicht mehr statt. Die Jugendvertreter der Kreise und Bezirke erhalten neben den jeweiligen Vorsitzenden Sitz und Stimmrecht direkt auf dem Verbandstag und können dort ihre Interessen vertreten.

Neu ist auch, dass sich die Delegiertenzahlen der Kreise und Bezirke an den jeweils gemeldeten Mannschaftszahlen orientieren. Pro angefangene 150 Mannschaften können Kreise und Bezirke einen Delegierten entsenden. Unterm Strich wird sich der Verbandstag vergrößern: von bislang circa 120 auf zukünftig circa 180 Mitglieder.

Unterhalb des Verbandstage bleibt wie gehabt das Erweiterte Präsidium (EP) angesiedelt, das sich demnächst allerdings in veränderter Zusammensetzung präsentieren wird. Waren bisher neben dem Präsidium und den Bezirksvertretern vor allen Dingen die gewählten Ausschussmitglieder dort vertreten, bekommen jetzt die Kreise mehr Gewicht. Pro Bezirk erhalten jeweils zwei Kreisvertreter Sitz und Stimmrecht im EP. Die HVN-Ausschüsse entsenden stattdessen jeweils nur noch einen Vertreter dorthin.

Wenige Veränderungen beschert der Außerordentliche Verbandstag der Zusammensetzung des Präsidiums. Der Vizepräsident Öffentlichkeitsarbeit erhält den Bereich "Organisation " hinzu; der Vizepräsident Entwicklung den Bereich "Lehrwesen". Das Präsidium setzt sich wie folgt zusammen:


- Präsident;
- Vizepräsident Finanzen;
- Vizepräsident Organisation und Öffentlichkeitsarbeit;
- Vizepräsident Spieltechnik;
- Vizepräsident Lehrwesen und Entwicklung;
- Vizepräsident Jugend.

Gravierende Veränderungen stehen den Ausschüssen ins Haus. Hier hat der außerordentliche Verbandstag weitreichende Entscheidungen getroffen. Die Mitglieder der Ausschüsse werden zum Großteil nicht mehr vom Verbandstag gewählt, sondern auf Vorschlag des jeweiligen Ausschusses vom Präsidium berufen werden. Zum zweiten erhalten die Bezirke die Möglichkeit, eigene Vertreter direkt in den Jugendausschuss sowie den Ausschuss für Lehre und Entwicklung zu entsenden und damit ihre Interessen direkt zu vertreten. Außerdem erhalten Mannschaften der Verbands-und Oberligen eigene Interessenvertreter im Spiel- und Jugendausschuss.

Gänzlich neu ist die Einrichtung eines Ehrenrates, dem vornehmlich die Schlichtung persönlicher Streitigkeiten sowie die Durchführung von Ehrenverfahren obliegen sollen.

Sportlich und organisatorisch wertet der DHB die Weltmeisterschaft der Frauen zunächst als Erfolg. Das "böse Erwachen" kommt zwei Monate nach Abpfiff des Endspiels. Nach dem durch das Organisationskomitee vorgelegten Finanzabschluss ist bei einem Gesamtaufwand von 4,2 Millionen DM ein Defizit von gut 750.000 DM entstanden. "Fest zugesagte finanzielle Mittel sind nicht in vollem Umfang geflossen, nicht vorhersehbare Ausgaben während der Veranstaltung dazugekommen", sagt der Chef des Organisationskomitees, Walter Kreienmeyer (Neustadt), während einer Sitzung des Erweiterten Präsidiums des DHB in Hannover. Und weiter: "14 Tage vor WM-Beginn wies der Finanzplanung noch einen nicht unerheblichen Gewinn aus. Ich fühle mich vorsätzlich getäuscht." Der für die WM zuständige hauptamtliche Geschäftsführer Bernd Frunzke wird mit sofortiger Wirkung beurlaubt Uwe Schumann, zuständiger Vizepräsident des DHB, übernimmt die politische Verantwortung im Ehrenamt und tritt zurück. Finanzielle Folgen für die Landesverbände - also auch den HVN - sollen nicht entstehen.

Die 664 Handballvereine in Niedersachsen erhalten Post vom HVN. Inhalt: eine Befragung zur Zusammenarbeit der Vereine mit dem HVN beziehungsweise der Geschäftsstelle. Autor des Fragebogens ist Holger Giesemann (Hannover), der als Student der Wirtschaftswissenschaften eine Diplomarbeit zum Thema "Effizienz und Kundenorientierung der Geschäftsstellen von Sportverbänden" schreibt. Als Untersuchungsgegenstand dient ihm der HVN. Der Rücklauf ist positiv: Mehr als ein Drittel der befragten Handball-Abteilungsleiter beteiligt sich. Das Ergebnis ist für die hauptamtlichen Mitarbeiter sehr positiv: immerhin bezeichnen über 76 % die Zusammenarbeit mit der Geschäftsstelle als "gut" oder sogar "sehr gut". Nur 3,4 % sind der Meinung, dass die Zusammenarbeit "weniger gut" oder "schlecht" ist.

Zum fünften Mal findet das HVN Jugendsymposion im Jugendgästehaus in Hannover-Wilkenburg statt. Über 40 Teilnehmer kann der für die Jugendarbeit zuständige Vizepräsident Harry Vogel (Oldenburg) im April zu der Veranstaltung von Freitagabend bis Sonntagmittag begrüßen. Unter anderem werden folgende Themen behandelt: "Wissenswertes zur Spieltechnik"; "Talentsichtung und Leistungsförderung"; "Breitensport und Beachhandball"; "Zusammenarbeit Schule und Verein". Damit endet zunächst die Reihe der HVN-Jugendsymposien, die erst einige Jahre später in Walsrode wieder aufleben soll.

Man schreibt das "Jahr Eins" nach Melle: erstmals findet der Handball-Landesentscheid "Jugend trainiert für Olympia" (JtfO) in Oldenburg statt. Oldenburg tritt damit ein schweres Erbe an! 11 Jahre in Folge gastierte die Veranstaltung zuvor unter der Regie des langjährigen und unvergessenen HVN-Schulsportreferenten Rolf Versen in Melle. Dieser war kurz zuvor gestorben.

Der in Verden abgebrochene Verbandstag soll nun am 5. Juli in Hannover fortgesetzt werden. Gleichzeitig beruft das Präsidium einen neuen außerordentlichen Verbandstag ein, der unmittelbar danach stattfinden soll. Das teilt das HVN-Präsidium während einer Informationsveranstaltung in Hannover mit. Rechtswart Rainer Witte (Etelsen) erläutertet Einzelheiten: "Der Verbandstag wird in jedem Fall zu Ende geführt. Nach einer logischen Sekunde kann dann ein neuer Verbandstag eröffnet werden." Das Präsidium hatte nach Hannover geladen, um vor Vertretern der Kreise und Bezirke die momentane Situation des Verbandes zu erläutern und zu diskutieren.

Zum ersten Mal werden die beiden Oberliga-Staffeln "Niedersachsen" der weiblichen und männlichen A-Jugend mit Ende der Saison fast komplett aufgelöst. Es gibt keine Absteiger im traditionellen Sinn mehr. Nur die ersten Drei der Abschlusstabelle verbleiben in der Oberliga. Die jeweils übrigen neun Plätze werden in Relegationsspielen vergeben, die schon auf Kreisebene starten. Erreicht werden soll damit, dass sich am Ende tatsächlich die stärksten Teams für die Oberligen qualifizieren. Dieses Verfahren ist nicht unumstritten, soll sich aber für die nächsten Jahre durchsetzen.

Beim außerordentlichen Verbandstag am 5. Juli in Hannover wird Wolfgang Ullrich (bisher Vizepräsident) zum neuen Präsidenten gewählt. Er setzt sich mit 101 zu 51 Stimmen in geheimer Wahl gegen den in Verden zurückgetretenen und jetzt neu angetretenen Dieter Lindenberg durch. Dieter Lindenberg gehört anschließend zu den ersten Gratulanten. Fast problemlos gestalten sich anschließend die Wahlen der Vizepräsidenten: Wolfgang Gremmel (wie bisher für Finanzen), Carsten Schlotmann (neu für Organisation und Öffentlichkeitsarbeit), Helmuth Wöbke (neu für Spieltechnik), Hans-Peter Oppermann (neu für Lehrwesen und Entwicklung) und Harry Vogel (wie bisher für Jugend). Die Neuwahl des Präsidiums war erforderlich geworden, nachdem die Mitglieder des ehemaligen Präsidiums zuvor geschlossen ihren Rücktritt erklärt hatten. Darauf hatten sich die Bezirke und das Präsidium bereits im Vorfeld des Verbandstages mit der Zielsetzung "Rückkehr zur Vernunft" geeinigt.

Beachhandball ist weiter auf dem Vormarsch! 47 Mannschaften beteiligen sich auf Norderney am Qualifikationsturnier für das Finale in Cuxhaven. Am Ende qualifizieren sich TS Woltmershausen bei den Frauen und GWD Minden bei den Männern. Auch in den Städten wird weiter im Sand gewühlt. So finden unter anderem Turniere in Hameln und Hannover-Anderten statt. Das Mekka des Beachhandballs liegt jedoch an der Nordseeküste. 19 Damen- und 17 Herrenteams ermitteln in Cuxhaven die - damals noch inoffiziellen - deutschen Beachhandballmeister. Insgesamt circa 10.000 Zuschauer an diesem Wochenende sind begeistert. Die Mannschaften starten unter Fantasienamen. Am Ende gewinnt bei den Männern das Team "Westgallien", bei den Frauen setzt sich im Endspiel "Holzbein Kiel" gegen die "Sandwiches" durch.

Gleich bei seiner konstituierenden Sitzung am 19. Juli beschließt das Präsidium eine Reduzierung der Telefon - und Reisekosten und setzt den Rotstift an! Die Erstattungskosten werden gesenkt. Wurden beispielsweise bisher noch 0,42 DM pro Kilometer gezahlt, sind es ab dem 1. August nur noch 0,30 DM. Ähnliche Kürzungen betreffen die Erstattung von Telefonkosten.

Vom 29. Juli bis zum 10. August veranstaltet der HVN, teilweise in Zusammenarbeit mit dem DHB, zwei Feriencamps in Cuxhaven. Die Leitung liegt in den Händen des Vizepräsidenten Jugend Harry Vogel und der beiden Jugendsprecher Marco Palazzi und Annika Döring. Insgesamt nehmen 68 Kinder und Jugendliche teil. Beachhandball steht zwar auch schon auf dem Programm, spielt aber noch nicht die erste Rolle. Reine Beachhandball-Camps sollen erst später entstehen.

Schon kurz nach der Wahl muss Carsten Schlotmann von seinem Amt als Vizepräsident Organisation und Öffentlichkeitsarbeit aus beruflichen Gründen zurücktreten. Die Aufgaben werden zunächst geteilt. Den Bereich Öffentlichkeitsarbeit inklusive HiN übernimmt Olaf Bause (HVN - Geschäftsstelle). Außerdem kann Otto-Ulrich Bals (Oldenburg) für die Mitarbeit gewonnen werden. Bals war viele Jahre Pressesprecher des DHB und jetzt in die Sportredaktion der Nord-West-Zeitung nach Oldenburg gewechselt. Präsident Wolfgang Ullrich übernimmt den Bereich Organisation und hier besonders den immer wichtiger werdenden Bereich EDV.

Unter der Leitung des Vizepräsidenten für Lehrwesen und Entwicklung, Hans-Peter Oppermann (Braunschweig), schreibt der HVN eine Niedersachsen-Meisterschaft im Beachhandball für 1999 aus. Diese soll aus mindestens 12 Vorturniere bestehen, deren Sieger sich für das Finale vom 16. bis 18. Juli 1999 qualifizieren. Ein Austragungsort steht zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest. Für die Ausrichtung eines Vorturniers können sich interessierte Vereine bewerben.

Der Internetauftritt des HVN gewinnt langsam an Konturen. Unter www.hvn-online.de. stehen zunächst Satzung und Ordnungen als Download bereit. Demnächst soll dieses Angebot um Spielpläne und Ergebnisse erweitert werden.

Am 21. November findet in Koblenz ein außerordentlicher Bundestag statt, der nach dem Rücktritt des bisherigen Präsidenten, Bernd Steinhauser, nötig geworden war. Der bisherige Vizepräsident Uli Strombach wird einstimmig zum neuen Präsidenten gewählt. Zum Vizepräsidentin Finanzen wählen die Delegierten den Niedersachsen Wolfgang Gremmel, der das gleiche Amt schon im HVN innehat. Zu diesem Zeitpunkt ist noch nicht abzusehen, dass Gremmel beide Positionen über eine sehr lange Zeit bekleiden wird.

Bereits zum siebten Mal findet in Hannover-Wettbergen das HVN-Pokalturnier für Jugendauswahlmannschaften der Länder statt. Insgesamt nehmen fünf Landesverbände mit jeweils einer weiblichen und einer männlichen Mannschaft teil. Am Ende belegt Niedersachsen punktgleich mit Hessen den zweiten Platz in der Gesamtwertung. 

"Hannover ist Deutschlands Handball-Hauptstadt", sagt DHB-Pressesprecher Detlef Zenk sehr zur Freude der örtlichen Organisatoren nach dem Länderspiel gegen Ägypten in Hannover. Wieder einmal ist die Stadion-Sporthalle mit 4300 Zuschauern restlos ausverkauft, wieder einmal funktioniert die Organisation reibungslos und wieder einmal feiert das hannoversche Publikum ein Handballfest. Das Ergebnis von 37:21 ist am Ende zweitrangig. Was zählt, ist das gemeinsame Erlebnis eines Events.

1999

Der Bezirk Hannover organisiert in Springer das 1. Disco-Turnier für B- und A-Jugend-Mannschaften der Mädchen und Jungen. Es wird abwechselnd getanzt und Handball gespielt. 23 Teams nehmen teil!

Vom 6. Bis 14. Februar findet in Hannover die ABF-Messe statt ("Auto-Boot-Freizeit"). Der HVN ist mit einem eigenen Beachhandball-Spielfeld dabei! Dazu werden 144 m³ oder 230,4 t Sand benötigt, die von neun LKW in die Messehalle gebracht werden. An 9 Messetagen finden insgesamt 13 Beachhandballturniere statt. 53 Mannschaften aus 36 niedersächsischen Vereinen und Schulen finden den Weg in die Fit+Fun-Halle der ABF-Messe. Die Leitung liegt in den Händen des zuständigen Vizepräsidentin Hans-Peter Oppermann. Der Lehrer aus Braunschweig gilt als einer der Initiatoren des Beachhandballs. In seiner Eigenschaft als Vizepräsident des DHB ist er auch bundesweit für Beachhandball zuständig. Unter seiner Regie etablieren sich auch die deutschen Meisterschaften für Beachhandball in Cuxhaven.

Das Erweiterte Präsidium (EP) verabschiedet in Verden während seiner ersten Sitzung in diesem Jahr eine Gebührenordnung für den Bereich des HVN. Darin wird unter anderem festgelegt, dass ab 1. Januar 2000 sämtliche Vereine in Niedersachsen am "Lastschrifteneinzugsverfahren" teilnehmen müssen.

Der HVN und die Versicherungsgruppe Deutscher Herold beschließen eine Partnerschaft. Zunächst wird ein Vertrag über zwei Jahre geschlossen. Tatsächlich wird die Zusammenarbeit weitaus länger Bestand haben.

Unter der Überschrift "Wo sind sie geblieben?" wird in der HiN 2/99 der Rückgang von Mannschaftszahlen beklagt. Mit 5176 gemeldeten Teams insgesamt kann der HVN sein Ergebnis aus dem Vorjahr zwar exakt wiederholen. Dies liegt allerdings an den großen Zuwächsen bei den Kindermannschaften Minis bis D-Jugend. Nach wie vor verliert der HVN im selben Maß Teams im Jugend-und Erwachsenenbereich.

Elf Ausrichter haben sich gemeldet, die ein Vorturnier zur Niedersachsenmeisterschaft im Beachhandball ausrichten wollen. Das Finale soll vom 16. bis 18. Juli am Tankum-See bei Gifhorn gespielt werden; Teilnehmer sind die Sieger der Vorturniere. Die beiden Niedersachsen-Meister (Frauen und Männer) qualifizieren sich für die Deutsche Meisterschaft vom 6. bis 8. August in Cuxhaven.

Die HVN Auswahlmannschaft der weiblichen Jugend (Jahrgänge 1982/83) gewinnt mit Trainer Klaus Kröger (Oldenburg) das Qualifikationsturnier zum Länderpokal. Das Team bleibt in den drei Spielen gegen Westfalen, Rheinland und Rheinhessen ungeschlagen. Beim Finale in Heidelberg setzen die Mädchen ihren Siegeszug fort. Sie erreichen das Halbfinale, gewinnen dort gegen Mecklenburg-Vorpommern und setzen sich im Finale gegen die Auswahl des Niederrheins mit 17:10 durch. Für sehr lange Zeit soll dies der einzige Titel einer HVN-Mannschaft beim Länderpokal bleiben.

"6 + 1 spielen Feldhandball" ist eine neue Spielform, die vom DHB als Oldie-Variante entwickelt wurde, um vor allen Dingen dem Mitgliederrückgang im Erwachsenenbereich zu begegnen. Gespielt wird auf einem Großfeld (Fußballfeld) in Querrichtung. Das Spielfeld hat die Maße von circa 30 m in der Breite und circa 60 m in der Länge. Somit können theoretisch auf einem Großfeld drei Spielfelder entstehen. Der Torraum ist ein Halbkreis von 11 m (ab Tormitte); gespielt wird mit 6 Feldspielern und 1 Torwart. Als Regeln dienen die Hallenhandball - Spielregeln mit einer Ausnahme: es ist erlaubt, den Ball sowohl am Ort als auch im Laufen mehrmals auf den Boden zu prellen und mit einer oder beiden Händen wieder zu fangen. Treibende Kraft zur Einfügung dieser Spielform ist wieder HVN Vizepräsident Hans-Peter Oppermann. Es finden verschiedene Turniere für Männer-Mannschaften ab 35 oder 40 Jahren statt. Höhepunkt ist das "Oldie–Masters-Turnier", das von HVN-Ehrenpräsident Herbert Bock in Bad Nenndorf organisiert wird. Am Ende wird sich diese besondere Spielform jedoch nicht auf breiter Ebene durchsetzen. Ein adäquates Angebot an ältere Handballerinnen und Handballer ist bis heute nicht gefunden.

Unter dem Motto "Talente wollen gefördert werden" treffen sich 25 Jungen aus 16 niedersächsischen Vereinen vom 12. bis 16. April zum 1. HVN-Fördercamp für C-Jugendliche im Uslar. Geleitet wird das Camp von HVN-Landestrainer Roland Schwörer. Als zusätzlicher Referent fungiert Torwartidol "Pumpe" Krieter (ehemals THW Kiel, jetzt Eintracht Hildesheim). Aufgrund der hervorragenden Resonanz wird sofort fürs nächste Jahr eine Wiederholung im Uslar geplant und um ein Angebot für Mädchen erweitert. Die Reihe der Fördercamps wird langsam weiter ausgebaut und hat bis heute Bestand.

Beachhandball etabliert sich langsam. Zur Ermittlung der Niedersachsenmeister der Männer und Frauen finden 10 Qualifikationsturniere statt, deren Sieger sich für das Finale am 17. und 18. Juli am Tankum See bei Gifhorn qualifizieren. Die Mannschaften können sich aus Mitgliedern verschiedener Vereine zusammensetzen. Viele Teams starten unter Fantasienamen.

Nach 12 Monaten Amtszeit mit neuen Präsidiumsmitgliedern, neuer Struktur und neuer Satzung zieht HVN-Präsident Wolfgang Ullrich in einem Interview mit der HiN eine positive Zwischenbilanz. Besonders hebt er hervor, dass wieder "ein sachliches und ruhiges Miteinander innerhalb des Verbandes" gefunden wurde. Dies habe sich auch über die Grenzen hinausgetragen. "Wir Niedersachsen wurden wieder zu Partnern innerhalb des DHB", betont Ullrich.

Mit insgesamt 3035 Jugendmannschaften liegt der HVN in der offiziellen DHB-Statistik unangefochten an der Spitze. Es folgen die Landesverbände Württemberg (2251) und Hessen (2211). Insgesamt verzeichnet der DHB nun bereits seit 1991 kontinuierlich steigenden Mannschaftszahlen im Jugendbereich. Nicht im Bundestrend liegt Niedersachsen, was die Verteilung weiblich und männlich anbelangt: bundesweit sind circa 53 % aller Jugendmannschaften männlich, circa 39 % weiblich circa 9 % gemischt. Im HVN dagegen sind circa 43 % weiblich, circa 39 % männlich und circa 16 % gemischt.

"Kinder stark machen" ist das zentrale Thema einer Trainerfortbildung am 1. Juni Wochenende in Hannover, die der HVN in Kooperation mit dem Niedersächsischen Volleyballverband und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) anbietet. Die Leitung liegt in den Händen des Ex-Olympiasiegers im Hürdenlauf Dr. Harald Schmid. "Kinder stark machen" ist eine Kampagne zur Suchtprävention und wird in Kooperation mit verschiedenen Sportorganisationen durchgeführt. Dazu zählt auch der DHB. Das eintägige Seminar wird für einige Zeit zum festen Bestandteil der HVN-Ausbildungen. 

Vom 18. bis 20. Juni findet in Hildesheim das erste HVN -Trainerseminar statt. Im idyllisch gelegenen Hotel Berghölzchen kann HVN-Präsident Wolfgang Ullrich über 60 Trainerinnen und Trainer sowie hochkarätige Referenten begrüßen. Die Führungsspitze der nationalen Jugendtrainer ist in Hildesheim versammelt: Dago Leukefeld und Renate Schubert als aktuelle Trainer der Mädchennationalmannschaft, Klaus Feldmann als renommierter Mitarbeiter der Zeitschrift "Handball-Training" und Bundes-Lehrwart Dietrich Späte. Geleitet wird die Veranstaltung von HVN Lehrwart Dieter Hummes und dem Trainer und "starken Mann" des Bundesligisten aus Hildesheim, Gerald Oberbeck. Damals ist noch nicht abzusehen, dass diese Veranstaltung weit über die niedersächsischen Grenzen hinaus Beachtung findet und bis heute zum festen Bestandteil im Terminkalender des HVN gehört.

VL Lehre (Herren) und Ashausen/Gehrden (Damen) holen sich die erste Niedersachsenmeisterschaft im Beachhandball. Gespielt wird am Tankumsee bei Gifhorn auf zwei Spielfeldern. Insgesamt nehmen acht Damen- und acht Herrenteams teil, die sich bei Vorturnieren qualifiziert hatten. Die beiden Niedersachsenmeister qualifizieren sich für die Deutsche Meisterschaft in Cuxhaven.

"Der liebe Gott muss ein Beachhandballer sein", sagt Hans-Peter Oppermann am Ende der 1. Deutschen Beachhandballmeisterschaft in Cuxhaven angesichts der hochsommerlichen Temperaturen. 17 Damen-und 17 Herrenmannschaften nehmen teil. Der erste Niedersachsenmeister der Damen kommt aus Niedersachsen: es ist der MTV Wisch.

Am 1. August bekommt die HVN-Geschäftsstelle prominenten Zuwachs: der gebürtige Magdeburger Holger Winselmann tritt seinen Dienst an. Der 36 jährige, 234-fache Nationalspieler (zwei Olympische Spiele, drei Weltmeisterschaften, eine Europameisterschaft) tritt seinen Dienst an. Der Diplomsportlehrer wird sich für die nächsten vier Jahre um die Bereiche Aus- und Fortbildung sowie Talent-Sichtung und -Förderung kümmern.

Der-DHB-Bundestag wählt am 22. November erneut zwei Niedersachsen in hohe Ämter: Wolfgang Gremmel (Großhimstadt) bleibt Vizepräsident Finanzen und Hans-Peter Oppermann (Braunschweig) ist als Vizepräsident weiterhin zuständig für das Ressort Entwicklung. Außerdem folgt der Bundestag einem Antrag des HVN, der für viel Gesprächsstoff sorgt: mit sofortiger Wirkung können Jugendliche in der Zeit vom 15.3. bis zum 31.05. eines jeden Jahres den Verein wechseln, ohne dass die sonst übliche zweimonatige Sperrfrist eintritt. Die Jugendlichen sind im Prinzip für den neuen Verein sofort spielberechtigt.

Im Internet ist der HVN unter der Anschrift www.hvn-online.de vertreten. Dort können allgemeine Informationen, Anschriften, Termine sowie aktuelle Informationen zum Spielbetrieb (Ergebnisse, Spielpläne usw.) abgerufen werden. Nachdem das vom DHB bis Ende April avisierte Spielplanerstellungsprogramm nicht vorliegt, übernimmt der Bezirk Weser-Ems eine Vorreiterrolle. Gemeinsam mit der Firma GateCom aus Vechta wird ein Internetprogrammen installiert, mit dem der gesamte Spielbetrieb organisiert und verwaltet werden kann. Nach etlichen Tests ziehen die übrigen drei Bezirke nach. Geschäftsführer von GateCom ist Jochen Engelmann (Visbek), stellvertretender Vorsitzender im Bezirk Weser-Ems. Er stellt sein Programm "SIS Handball" beim DHB -Bundestag vor. Nur wenig später wird "SIS Handball" nicht nur von HVN in Niedersachsen landesweit eingeführt.

Einen großen Zulauf erfährt das diesjährige HVN-Fördercamp in den Herbstferien in Hameln. Bisher als reines Feriencamp angeboten, wird in diesem Jahr das Konzept verändert. Schwerpunkt ist jetzt die individuelle handballerische Ausbildung der 11- und 12 -jährigen Jungen und Mädchen. Ursprünglich für 30 Kinder konzipiert, nehmen schließlich 38 Jungen und Mädchen teil. Damit etablieren sich die Angebote für D-und C-Jugend: Fördercamps während der Oster- und Herbstferien, Beachhandball-Camps in Cuxhaven während der Sommerferien.

In seinem Jahresrückblick betont HVN-Präsident Wolfgang Ullrich, dass durch konsequente Einsparungen, aber auch durch gesteigerte Aktivitäten eine sehr zufriedenstellende Haushaltssituation hergestellt werden konnte. Keineswegs müssen die Vereine im kommenden Jahr mit einer Beitragserhöhung rechnen.