Torwarttrainer-Seminar - Grundlagenvermittlung war Trumpf

Nach 2009 hatte das Ressort Ausbildung und Entwicklung zum zweiten Mal zu einem Seminar für Torwarttrainer aus dem unteren und mittleren Leistungsbereich gebeten. Über 60 Anmeldungen lagen vor. „Aus Kapazitätsgründen konnten jedoch nur 32 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zugelassen werden“, sagt Dieter Hunstock, Mitglied im Lehrteam des Handball-Verbandes Niedersachsen. Hunstock zog jetzt Bilanz.

Seminar für Torwarttrainer.

„Die Teilnehmer kamen aus ganz Niedersachsen - von Aurich, der Region Hannover bis Gifhorn und Bodenwerder.“ Die überregionale Aufmerksamkeit für diese neue Fortbildungsveranstaltung zeige sich auch dadurch, dass sogar Teilnehmer aus Nordrhein-Westfalen und aus Norwegen begrüßt werden konnten.

Dieter Hunstock als Lehrgangsleiter hat mit seinem Team ein teilnehmerorientiertes Angebot zusammengestellt. Petra Dumjahn (Walsrode), Christian Eggers (Wietzendorf), Roland Friebe (Hannover) und Stephan Alken (Jever) wurden in diesem Jahr mit Silke Dumjahn (Cottbus) und den österreichischen Trainerkollegen Roman Filz (St. Pölten) durch weitere qualifizierte „Torwart-Experten“ verstärkt.

Das Programm hat sich in den 16 Lerneinheiten an den Erfordernissen der Grundlagenschulung für Torhüter im Jugendbereich und im mittleren Leistungsbereich der Senioren orientiert. „Wichtigstes Ziel dieses Seminars war es, Hinweise, Trainingstipps und Methoden für ein qualifiziertes Torwarttraining insbesondere für den Jugendbereich anzubieten, um im Vereinstraining ein solides Fundament vermitteln zu können“, sagt Dieter Hunstock. Erst auf der Basis dieses Fundaments einer zielgerichteten Vermittlung der Grundstellung im Tor, der Schrittsprungtechnik und der Haltetechnik bei Würfen von den Außenpositionen könne individuell im Aufbautraining der Torhüter aufgesetzt werden.

Begonnen hat der Lehrgang mit einer einführenden Diskussionsrunde zur bisherigen Praxis der „Beschäftigung“ mit den Torhütern im Vereinstraining. Die Frage „was macht eigentlich einen guten Torhüter aus“, wurde diskutiert. In der nachfolgenden Lerneinheit machte der ehemalige österreichische Nationalkeeper Roman Filz mit pädagogischem Geschick und „Weaner Schmäh“ den Teilnehmern mit der Koordinationsleiter „schnelle Beine“. Vielfältige Übungsformen für das nicht nur torwartspezifische Schnelligkeits- und Koordinationstraining mit und ohne Bälle wurde freudbetont angeboten und auch angenommen. Roland Friebe rundete den Vormittag mit Theorie und Praxis zum Thema „Ausdauer und Kraft – auch etwas für Torhüter?“ ab.

Die Nachmittagseinheiten standen im Zeichen des Techniktrainings für Torhüter aus unterschiedlichen Alters- und Leistungsbereichen. Christian Eggers, Stephan Alken, Petra Dumjahn und Silke Dumjahn zeigten an zwei Toren mit weiblichen und männlichen Torhütern aus dem D-, B- und A-Jugendbereich die Merkpunkte der Grundtechniken für die Torwarttrainer. Das Stellungsspiel bei Würfen aus dem Rückraum und der Nahwurfzone sowie von den Außenpositionen wurde exemplarisch vorgestellt und durch methodische Übungsreihen für den Trainingsbetrieb angereichert.

Es wurden von den Referenten dabei wiederholt die Merkpunkte des Torwart-Stellungsspiels dargestellt und auf mögliche Fehlerbilder eingegangen. Hierbei waren die jungen Demo-Goalies, aufgrund ihrer unterschiedlichen Körpergröße, ihres Alters und ihres Ausbildungsstandes „geeignete Objekte“ für die Referenten und die Seminarteilnehmer. Der Schwerpunkt lag dabei bei der Vermittlung der Schrittsprungtechnik, die im unteren und mittleren Leistungsbereich der jugendlichen Torhüter kaum anzutreffen ist.

Der jüngste Demo-Goalie, Max Dörsing von der D-Jugend des MTV Seesen, zeigte bereits nach wenigen Übungsformen deutliche Fortschritte, die es zu festigen gilt. Der Kommentar von Max „kann ich nicht jeden Tag so ein Training haben“ zeigt, dass es sich lohnt, mit jungen motivierten Torhütern zielgerichtet zu arbeiten. Im Anschluss zeigte der ehemalige österreichische Nationalkeeper Roman Filz mit vielfältigen Übungsformen und Materialien, wie „abwechslungsreiches Techniktraining“ aussehen kann.

Nach dem Abendessen konnten die Teilnehmer das Bundesligaspiel TSV Hannover-Burgdorf gegen TuS Lübbecke-Nettelstedt mit speziellen Beobachtungsaufgaben zum Torwartverhalten verfolgen. Petra Dumjahn und ihre Schwester Silke, Zweitliga-Torhüterin beim SC Riesa, diskutierten die Beobachtungsergebnisse in unterschiedlichen Arbeitsgruppen zum Thema „ was können wir von den Leistungstorwarten lernen?“ In der Abschluss-Lerneinheit unter dem Motto „Halb so doll, doppelt so genau“ konnten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer nochmals die neuen Erkenntnisse praxisnah anwenden und die Chancen und Möglichkeiten eines integrierten Torwarttrainings im Mannschaftstraining hautnah erleben.

Der von allen Teilnehmern als sehr gelungen bezeichnete Veranstaltung soll auch im Jahr 2011 wiederholt werden. Es wurde auch der Wunsch an den HVN geäußert, aufgrund der großen Nachfrage einen weiteren Torwarttrainer-Aufbaulehrgang mit leistungssportlichen Ansätzen anzubieten. dh