HVN-Jugendtag: Fünf Fragen an Vizepräsidentin Kathrin Röhlke

Für Sonnabend, 2. März, bittet Kathrin Röhlke, Vizepräsidentin Jugend des Handball-Verbandes Niedersachsen, die Delegierten der Jugend und die gewählten Jugendsprecher der Kreise und Regionen im Handball-Land Niedersachsen zum Jugendtag. Nach ihrer Wahl während des Jugendtages im Frühjahr 2010 bewirbt sich Röhlke am 2. März während der Veranstaltung im Hotel Hennies in Isernhagen bei über 40 Abgesandten aus den Gliederungen um eine weitere dreijährige Amtszeit.

Kathrin Röhlke, Vizepräsident Jugend des Handball-Verbandes Niedersachsen, bewirbt sich während des Jugendtages um eine weitere Amtszeit.

Im Interview mit der Redaktion von hvn-online.com blickt die 46-Jährige aus Handorf bei Winsen an der Luhe zurück, viel mehr aber nach vorne. Fünf Fragen an…

Kathrin, Leistungsförderung, Handball und Schule, Jugendarbeit im Allgemeinen, nicht zuletzt Beachhandball  - das Ressort Jugend gehört mit Sicherheit zu den arbeitsintensiveren im Verband. Was waren für Dich die Höhepunkte in den zurückliegenden drei Jahren?

Höhepunkte waren für mich ganz verschiedene Sachen: Da gehört die Aktions-Woche „Spielst du mit" ebenso zu wie die Deutsche Meisterschaft der B-Mädels der HSG Badenstedt 2012. Aber auch unsere kultigen Beachturniere zählen zu meinen Favoriten – insbesondere die Kinderturniere; und eigentlich alles, bei dem man sieht, dass Handball bei den Kids positive Emotionen freisetzt.

2010 hatte der Verband im Ressort Jugend eine Art Vier-Säulen-System eingeführt:  Leistungsförderung, Allgemeine Jugendarbeit, Beachhandball, Jugendsprecher. Hat sich das System bewährt? Wo siehst Du Optimierungsbedarf?

Richtig muss es „Fünf-Säulen-Modell“ heißen: Schule gehört auch dazu und ist enorm wichtig. Die fünf Faktoren bestimmen sicherlich die Jugendarbeit, allerdings konnten wir nicht gemäß der Satzung arbeiten. Einiges hat sich einfach nicht als praktikabel erwiesen. Deswegen bringt der Jugendausschuss einen Satzungsänderungsantrag zum Jugendtag ein, der vom HVN-Verbandstag im Sommer verabschiedet werden könnte. Dabei bleiben aber die fünf Säulen als wesentliche Elemente erhalten.

Demografische Entwicklung, Wettbewerb mit anderen Sportarten und kommerziellen Anbietern, kontinuierliche Mehrbelastung für den Handball-Nachwuchs durch Veränderungen in der Schullandschaft – welche Impulse erhoffst Du Dir vom Jugendtag 2013, um mehr Kinder und Jugendliche für unseren Sport zu begeistern?

Es wäre klasse, wenn wir alle wieder enger für den Handball zusammenrücken, wenn wir bereit sind, über den Tellerrand der eigenen Betroffenheit hinausdenken. Dann hat die Jugend eine starke Stimme, der sich niemand so schnell entziehen kann. Ganz wichtig ist einfach auch, nicht aufzugeben, sondern weiter am Ball zu bleiben, auch wenn nicht jede Aktion gleich messbaren Erfolg bringt - etwa durch Gewinnung neuer Mitglieder.

Niedersachsen ist ein Flächenland, Basisarbeit findet in den Vereinen und in den Gliederungen statt, Aufgabe des Verbandes ist, Rahmenbedingungen zu schaffen, Hilfestellungen zu geben. Was wünschst Du Dir von Vereinen und Gliederungen für eine mögliche weitere Amtszeit?

Ich wünsche mir viel Bereitschaft, neue Wege für den Handball mitzugehen, bei denen man auch mal seine geliebte Komfortzone verlassen muss. Das ist zwar oft richtig anstrengend, weil ungewohnt, bringt uns aber sicherlich auf Dauer deutlich weiter, als bequem zu sein und alles so zu lassen, wie es schon seit 20 Jahren praktiziert wird.

Gehen wir mal davon aus, die Delegierten des Jugendtages entsenden Dich für drei weitere Jahre in das Präsidium des Verbandes. Deine Präsidiumskollegen werden am 15. Juni während des Verbandstages gewählt. Was wünschst Du Dir von ihnen?

100 000 Euro mehr im Etat. Nein, Spaß beiseite: Toll wäre, wenn wir uns im Präsidium auf ein Jahr des Jugendhandballs verständigen könnten, für das wir gemeinsam gezielt Jugendaktionen für die Basis entwickeln und vermitteln. Ich glaube auch, dass ein Umdenken forciert werden muss, was unsere Reglements angeht. In einer Zukunft mit noch weniger Kindern müssen wir das Handballspiel einfacher gestalten, statt uns zu Tode zu reglementieren. Da kann die Jugend wichtige Impulse geben.oti