HVN-Ehrenmitglied Otto Sturm feierte 90. Geburtstag

HVN-Ehrenmitglied Otto Sturm hat scheinbar ein Geheimnis der ewigen Jugend entdeckt. Im Kreis seiner Verwandten und Freunde - darunter etliche Handballer – feierte der Burgdorfer seinen 90. Geburtstag. „Frische Luft ist mein Geheimnis. Noch heute laufe ich mit meinem Rollator jeden Tag mindestens eine Stunde durch die Straßen – auch bei strömendem Regen“, verrät er. „Hecke schneiden und Rasen mähen mache ich natürlich auch selbst.“

Otto Sturm ist vor 90 Jahren im tschechischen Groß Borowitz im Riesengebirge geboren. Seine sportliche Leidenschaft waren zunächst Faustball und später Handball, doch eine Kriegsverletzung im rechten Arm ließ eine aktive Laufbahn nicht zu. Nach dem Krieg verschlug es ihn zunächst nach Wesermünde – „wegen der Mädchen“, sagt er verschmitzt. Doch schon kurz darauf machte er sich auf nach Burgdorf, wo er bei seinem alten Kriegskameraden Albert Ludwig unterkam. Die erste Arbeitsstelle trat er bei Most-Peters in der Friederikenstraße an.
 
Da er selbst nicht mehr spielen konnte, war er bei den Handball-Partien gern als Schiedsrichter gesehen. Noch heute kann er stolz seinen Schiri-Ausweis mit der Nummer eins vorzeigen. Zu den ersten Partien in Hänigsen, Lehrte und Rethmar ging er zu Fuß, später bekam er ein zusammengebasteltes Fahrrad geschenkt.

Und als Schiedsrichter machte er sich einen Namen. „Es ist nicht einfach, es bei einem Spiel jedem recht zu machen“, sagt Sturm. Bei einer Partie in Gifhorn rief ein Zuschauer einmal böse „Schiedsrichter, Telefon“. Sturm unterbrach die Partie, lief schnell raus, kam kurze Zeit später wieder zurück und rief „falsch verbunden“. Danach setzte er die Begegnung fort. Damit war Ruhe in der Halle.

Neben den zahlreichen ehrenamtlichen Positionen auf Kreis-, Bezirks und später Landesebene arbeitete Otto Sturm als hauptamtlicher Geschäftsführer im Verband in der Zeit von 1972 bis 1983.  Nach dem Eintritt in den Ruhestand übernahm Otto Sturm das Amt des Schatzmeisters auf Verbandsebene. Für seine Verdienste wurde er vom damaligen Vorsitzenden des Landessportbundes Günter  Volker mit dem Spitznamen „Kopeken-Scheich“ geadelt.
 
Berühmt berüchtigt waren seine Abrechnungen. Otto Sturm fuhr  jeder Arbeitstagung und jedem Lehrgang so rechtzeitig, dass er nach der Mittagessen das Fahrgeld für die Teilnehmer auszahlen konnte. Dabei wurde um jeden Kilometer gestritten. Die von Otto Sturm errechneten Fahrtstrecken waren Gesetz. Dabei kam Otto Sturm ein weiteres Hobby zugute. Sein heimliche Liebe zur  Eisenbahn. Eisenbahnstrecken, Züge, Verbindungen und Umsteigestationen konnte er aus dem Effeff. Ein Hobby dem er noch heute frönt und die eine oder andere Reise mit der Schweizer Eisenbahn unternimmt.

In seiner Ansprache verwies HVN-Präsident Wolfgang Ullrich auf eine weitere Vorgabe. Sämtliche handschriftlichen Eintragungen mussten mit einem schwarzen Kugelschreiber vorgenommen werden. Alles andere wurde nicht akzeptiert, da ansonsten die Kopien nicht zu lesen waren.

Fast legendär sind auch die Geschichten, die sich um die Kassenprüfungen rankten und die nach guter alter Sitte bei Otto Sturm zuhause in Burgdorf stattfanden. So gab es „morgens zur Begrüßung für jeden Kassenprüfer erst mal eine Flasche Bier, damit sie besser rechnen konnten", war seine Begründung. Der Verbandstag verlieh am 11. Juni 1994 in Hodenhagen Otto Sturm die Ehrenmitgliedschaft des HVN.

Zu den Bundesligaspielen der TSV Hannover-Burgdorf geht er übrigens nicht mehr. „Seit die in Hannover spielen, ist mir das zu anstrengend. Ich finde, dass insgesamt zu wenige Deutsche in den einzelnen Klubs spielen. Doch ich hoffe, dass die TSV den Klassenerhalt schafft“, meint Fachmann Sturm. Die nächste Fete ist für die Sturms schon in Planung: Mit Ehefrau Edith feiert er am 5. Mai 2011 die diamantene Hochzeit.