Handball-Familie nimmt Abschied von Jürgen Warnholtz

„Der Ball muss fliegen.“ Das hätte sich Jürgen Warnholtz garantiert gewünscht. Der plötzliche Tod des HVN-Auswahltrainers und Mitarbeiters der Handball-Region Lüneburger Heide ist für die Handballfamilie unfassbar, und für viele bleibt es schwer, sich wieder dem sportlichen Alltagsgeschäft mit dem Ball zu widmen.

Der Handball-Verband Niedersachsen trauert um Jürgen Warnholtz.

Jürgen Warnholtz stand nach einer aktiven Karriere für sein Leben gerne an der Seitenlinie, sei es für den TuS Hollenstedt, in früheren Zeiten für den TuS Alstertal, Buxtehude II oder für seinen Arbeitgeber, die Polizei: Als Coach führte der A-Lizenzinhaber die deutsche Polizei-Nationalmannschaften der Frauen zu europäischen Titelehren in Gold und Bronze.

Ehrenamtlich hatte Jürgen Warnholtz zuletzt die Position des stellvertretenden Vorsitzenden Ausbildung, Leistungssport, Vereinsservice und Breitensport in der Handballregion Lüneburger Heide inne.

Die Förderung der talentierten Nachwuchsspieler lag ihm besonders am Herzen. Der Handball-Verband Niedersachsen hatte in dem Hollenstedter einen engagierten, qualifizierten, verlässlichen Mitarbeiter im Auswahlwesen, der neben dem sportlichen Fokus immer auch Wert auf die persönliche Entwicklung der jungen Talente legte.

Der Kreissportbund Harburg-Land zeichnete den 57-Jährigen 2009 für sein soziales Engagement im Sport mit einem Sonderpreis aus.

Jürgen Warnholtz kitzelte gerne, stichelte auch manchmal, was nicht überall gut ankam. Doch viel wichtiger, als angepasst und ohne Ecken und Kanten durchs Sportleben zu wandeln, war dem 57-Jährigen vor allem eines: den Handballsport voranzubringen.

Diese Leidenschaft versprühte er förmlich nach außen – mit Gestik, Mimik, dem berühmten Funkeln in den Augen und eigentlich fast immer auch mit einem breiten Lachen auf den Lippen. Handball bedeutete für Jürgen Warnholtz auch ganz viel Spaß.

Seinen im positiven Sinne „Handballwahnsinn“ teilte der 57-jährige Hollenstedter mit Ehefrau Birgit, die selbst früher hochkarätig auf der Platte stand, und Sohn Philipp, der im Sport-Internat in Hannover hartnäckig sein Ziel verfolgt: Profi-Handballer zu werden und in der Nationalmannschaft zu spielen.

Treffender als mit einer Textzeile von Herbert Grönemeyer kann die Lücke, die Jürgen Warnholtz hinterlässt, wohl kaum skizziert werden: „Du fehlst…“ kr