Dezentrale Lehrerfortbildungen: „Immer wieder mittwochs“

Seit (fast) zwei Jahren tourt Gerd Köhler „immer wieder mittwochs“ durch Niedersachsen. Die Mission des Mitarbeiters des Arbeitskreises Schule des Handball-Verbandes Niedersachsen: Landesweit der Lehrerschaft das Interesse an den „Spielen mit Hand und Ball“ zu vermitteln. Das Interesse an den dezentralen Lehrerfortbildungen scheint ungebrochen.

Gerd Köhler bei der Lehrerfortbildung gestern in Sulingen.

Gestern weilte Köhler in Sulingen (Kreis Diepholz). Die Motivation der Lehrer die Angebote wahrzunehmen ist die gleiche, wie in Lüneburg, Hildesheim oder Achim: „Ich habe von Handball keine Ahnung“, sagt Susanne Jahn, Sportlehrerin an einer der örtlichen Grundschulen. „Aber die Kinder fragen danach.“ „Handball in die Schule“, lautet der Titel der Lehrerfortbildungen.

Ausgerichtet sind die Fortbildungen auf den Primarbereich, sprich: konzipiert für Lehrer an Grundschulen. Aber auch Namen von Lehrkräften aus dem Sekundarbereich I und von Vereinstrainern stehen regelmäßig auf der Teilnehmerlisten. Günter Leymann von der Carl-Prüter-Realschule Sulingen: „Handball ist an unserer Schule immer mehr im Kommen.“ Was der Sportlehrer unter anderem auf die gute Jugendarbeit der Vereine zurückführt. „Den Anforderungen aus der Schülerschaft müssen wir Lehrer uns stellen.“

Anleihen von der Rahmentrainingskonzeption des Deutschen Handballbundes nimmt Gerd Köhler bei den Besuchen in Vereinen oder Gliederungen eher weniger. „Viele denken, wir vermitteln in den Fortbildungen den großen Schlüssel zu unserem Sport. Das ist nicht der Fall. Viel mehr versuchen wir, den Kolleginnen und Kollegen Hilfen für den Schulalltag zu bieten.“ Köhler provoziert: „Unsere Aufgabe im Schulsport ist, Mädchen und Jungen erst einmal sportfähig zu machen, wir nutzen zwar Trainingselemente aus dem Handballsport, im Prinzip geht es aber eben um ‚Spiele mit Hand und Ball‘.“

Koordinationsschulungen, Ballerfahrung, Spielerziehung – Elemente, die der Handballlehrer in die gut vierstündigen Fortbildungen einfließen lässt, zunächst meist mit Demo-Mannschaften, später mit den Teilnehmern selbst.

Vorausgegangen war in Sulingen gestern dem Praxisteil eine gut 30-minütige Theorieeinheit, in der der Referent unter anderem auf das veränderte Freizeitverhalten von Kindern und Jugendlichen einging; und daraus mögliche Konsequenzen für den Schulsport ableitete. Ziel müsse sein, die Bewegungsfreude der Kinder zu wecken, Körperwahrnehmungen zu entwickeln und athletische Grundvoraussetzungen zu schaffen. „Wichtig für uns Handballer ist, dass die Kinder durch Prellen, Fangen und Werfen Ballerfahrungen sammeln und dabei Spielverständnis entwickeln.“

Entwickelt hatte die Idee der Lehrerfortbildung in Sulingen Michael Rethorn, Leiter der Abteilung Handball des TuS, in Zusammenarbeit mit Horst Grabisch, Fachberater für Sport der Landesschulbehörde. Michael Rethorn hatte Gerd Köhler im Sommer 2010 bei der Endrunde der HVN-Grundschulturniere in Barsinghausen kennen gelernt – und ihn für einen Besuch in Sulingen verpflichtet. „Nicht ganz uneigennützig“, wie der Abteilungsleiter einräumt. „Mit einigen Schulen kooperieren wir bereits. Es dürfen aber ruhig noch ein paar mehr werden...“ oti

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