Andreas Wolff neuer HRSON-Geschäftsführer

Staffelleiter, Schiedsrichter-Ausbilder und Betreuer einer Damenmannschaft (HSG Weyhausen/Tappenbeck) war er schon länger. Seit kurzem ist er auch noch Referent für Ausbildung und Geschäftsführer der Handballregion SüdOst-Niedersachsen (HRSON). Die Rede ist von Andreas Wolff, der sich in Sachen Handball selbst als Spätstarter bezeichnet.

Andreas Wolff.

Zu diesem Sport kam der 1966 geborene VW-Angestellte erst mit 17 Jahren. Zuvor hatte er es für rund zehn Jahre mit Eishockey versucht. „Und da ich kein Handballästhet war habe ich fast ausschließlich im Tor gespielt. Da muss man die Bälle zum Glück nur halten und nicht fangen“, meinte Wolff schmunzelnd.

Nach sieben Jahren Handball war dann aber erst mal Schluss. Damals war der Vater eines Zwillingspärchens (Maximilian und Miriam) schon Spartenleiter bei der HSG Weyhausen/T. und seit sechs Jahren Schiedsrichter. Ab 1990 stand Handball dann nur noch in der zweiten Reihe. Allerdings blieb er der HSG als Vorstandsmitglied immer treu. Bis 2007 habe er den Handball nur aus der Ferne betrachtet, wie er selber sagt. Dann hat ihn der Handball-Virus wieder befallen. Frau und Kinder waren aktiv am Ball. „Die wirkliche Initialzündung kam dann 2008. Maximilian wollte den Schiedsrichter-Schein machen und hat mich gefragt, ob ich nicht auch an dem Lehrgang teilnehmen möchte. Das habe ich getan. Und was soll ich sagen: Ich hatte wieder Blut geleckt. Also Partner gesucht und los ging die Pfeiferei“, erinnert sich Andreas Wolff.

Der erste, mit dem es Wolff bei der HRSON zu tun bekam, war Jens Wichmann als Referent für Schiedsrichter-Ausbildung. „Ich fand es einfach klasse, wie die HRSON sich aufgestellt hatte, um für die Vereine in dieser riesigen Region den Spielbetrieb und alles andere um den Handballsport herum zu organisieren“, war der neue Geschäftsführer sofort Feuer und Flamme. Eines war für ihn sofort ersichtlich: Da hatten sich einige Leute viel vorgenommen. „Es kam, wie es kommen musste: Da ich eine chronische Sprachstörung habe - ich kann schlecht nein sagen - bin ich peu a peu zu meinen heutigen Aufgaben gekommen
Allerdings musste mich niemand überreden. Ich habe mit großer Freude die Aufgaben übernommen“, gesteht Wolff freimütig.

Allerdings wollte er so viele Aufgaben nicht übernehmen. In der Zukunft werde er bestimmt nicht alles weitermachen können, weiß der gerade 45 Jahre alt gewordene Weyhausener. Aber er kann seiner Aufgaben-Vielfalt auch positives abgewinnen: „Die verschiedenen Aufgaben helfen mir aber zu erfahren, wie die HRSON tickt.“

Seine besondere Liebe gehört aber der Schiedsrichterei. Wenn Andreas Wolff sich etwas für die Zukunft wünschen dürfte, dann das, dass die Vereine den HRSON-Vorstand als Sportler wahrnehmen, die ehrenamtlich in der Region für die Vereine tätig sind. „Diese Arbeit muss mehr Wertschätzung erfahren.“ Schön wäre es auch, nicht alles als selbstverständlich hinzunehmen. Gegen Kritik hat Wolff nichts. Nur sollte es nicht in Nörgelei ausarten. Wolff: „Ich habe meine Kollegen als Ermöglicher und engagierte Leute kennen gelernt. Viele sind in ihren Heimatvereinen auch noch weiterhin ehrenamtlich tätig. Das ist keine kleine Arbeitsbelastung. Deshalb tut es mir persönlich weh, wenn ich manche Reaktionen mitbekomme oder selber erfahren muss. Zum Glück ist das aber nicht die Masse der Vereinsvertreter.“

Aber, so Wolff, gebe es auch äußerst positive und ermunternde Erfahrungen. Seine Überzeugung: „Meist ist das Miteinander einfacher, wenn man sich mal persönlich kennen gelernt hat.“ rg