Star-Training in Dahlenburg mit Christian Prokop: Bundestrainer zum Anfassen

Es dauerte nur ein paar Minuten, dann hatte Christian Prokop, Trainer der Handball-Nationalmannschaft der Männer, die 39 Grundschüler der 4b und 4c der Fürstenwall-Schule in Dahlenburg zu seinen besten Freunden gemacht. Sie hörten andächtig zu, sprangen erst auf, wenn sie sollten, waren mit vollem Einsatz bei der Sache, warteten auf seine Pfiffe. Dafür verteilte Prokop viel Lob, lachte mit den Kids, spornte an. Er war voll in seinem Element, begeisterte so schnell auch die Lehrer und Lehrerinnen mit seinem sympathischen Auftreten, zeigte sich offen, empathisch und gut gelaunt. Das AOK Star-Training hatte in Dahlenburg Station gemacht und genau das geweckt, was der Deutsche Handballbund damit bezwecken will: Lust auf Handball.

Begeisterte beim AOK-Star-Training in Dahlenburg: Bundestrainer Christian Prokop. - Foto: brand unit berlin

„In den Grundschulen wird meist Fußball angeboten. Wir wollen zeigen, dass auch Handball eine richtig gute Sportart ist“, sagte Prokop in einer kleinen Pause zwischen den Einheiten. „Viele von unseren Nationalspieler haben so angefangen wie hier, sind auf irgendeine Weise auf den Handball aufmerksam geworden.“ 

Der Bundestrainer guckte sich seine Schützlinge intensiv an, verbesserte immer wieder etwa die Wurfbewegung.
Maximilian Persiel hatte es ihm besonders angetan. „Da sehen wir ja den nächsten Andreas Wolff“, meinte er lachend, als der kleine Blondschopf im Tor fast jeden Ball hielt. Dass Maximilian sonst im Fußball-Tor steht, erfuhr auch Prokop. „Du hast stark gehalten“, lobte er nochmals, als sich Maximilian nach dem Training ein Autogramm holte.

Wie wichtig Prokop diese Veranstaltung war, zeigte eine Szene beim Autogramme schreiben. Als seine Karten mit seinem Konterfei ausgegangen waren, versprach der den sechs noch ohne Autogrammkarte leer ausgegangenen Schülern, dass er ihnen welche schicken wird und schrieb sofort die Adresse der Schule plus die Namen der Schüler auf.

„Er geht mit den Schülern unheimlich empatisch um, hat eine tolle Ansprache“, fand auch Lehrer Guido Gehrke, der mit für das Bewerbungsvideo verantwortlich war. „Ich bin eigenlich Fußballer, habe aber lange in Flensburg studiert. Da kommt man automatisch mit dem Handball in Verbindung.“ 

Bundesweit hatten sich in diesem Jahr 2000 Schulen um 23 Startplätze beworben. Die Dahlenburger hatten mit  einem „Dingsda“-Video überzeugt. Die Schüler hatten Ratebegriffe aus dem Handball wie Siebenmeter oder Bundestrainer umschrieben, ohne den Begriff zu erwähnen.

Nicht nur Dahlenburger, auch Lüneburger Handballer waren vertreten. Jorid Zander, Klara Wierzcholski, Ouisal Draoui und Tom Schilling waren für den HV Lüneburg mit im Helferteam für Prokop, genau wie Thorsten Schulte, beim HVN Vizepräsident Jugend, und Sarah Borchers, HVN-Referentin für die Mitgliederentwicklung. So waren stets alle Kids in Bewegung, ob in der Halle oder auf einem Handball-Parcours draußen.
 
Zwischendurch stand noch eine Fragerunde an, wo Prokop gelöchert wurde – und detailliert berichtete, dass er in Köthen geboren ist, nur bis 22 Handball spielen konnte, weil er kaputte Knie hatte, deshalb früh Trainer wurde. 

Er erzählte, dass er mit seinen zwei Kindern und seiner Frau gern in den Sommer- oder auch Winterurlaub fährt, vor allem dort Tennis spielt oder Snowboard fährt.
Schüler Felix Ott hatte besonders kluge Fragen auf Lager, bei einer musste aber sogar der Bundestrainer passen. Wie lange es denn die Nationalmannschaft schon gäbe? Nun, knapp 94 Jahre. Denn das erste Handball-Länderspiel fand am 13. September 1925 in Halle an der Saale zwischen Deutschland und Österreich statt.

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