Spielklassenreform: Präsidium zieht Antrag zurück

Das Präsidium des Handball-Verbandes Niedersachsen nahm während des Verbandstages am Samstag in Hannover den Antrag auf Einführung von Spitzenligen oberhalb der Oberligen der Frauen und Männer zurück; laut Präsident Stefan Hüdepohl auf Empfehlung der Gliederungen des Verbandes. Mitglieder des Präsidiums und die Vertreter der Regionen hatten sich am Vorabend des Verbandstages in Barsinghausen zu einem Meinungsaustausch getroffen.

Der Handball-Verband Niedersachsen hatte für Samstag zum Verbandstag nach Hannover eingeladen. - Foto: Juliane Markmann

 
Zugestimmt haben die Delegierten des 40. Verbandstages der Änderung des Paragraphen 38 der Spielordnung und ermöglichten damit die theoretische Einführung der Spitzenligen. Die Entscheidung geht damit vom im Dreijahresrhythmus tagenden Verbandstag auf das Erweiterte Präsidium über. Das Erweiterte Präsidium setzt sich aus den Mitgliedern des Präsidiums, den Vertretern der Gliederungen und denen der Ausschüsse zusammen. Das Gremium tagt halbjährlich.
 
Stefan Hüdepohl: „Wir haben aus dem Austausch am Freitag in Barsinghausen die Aufgabe mitgenommen, unter Beteiligung der Gliederungen das Vorhaben Spielklassenreform noch einmal ganzheitlich zu betrachten; konkret unterschieden in den Bereichen Frauen, Männer, Jugend und Schiedsrichterwesen inklusive Zeitnehmer und Sekretäre.“
 
Laut Wolfgang Sasse, dem Vorsitzenden der Handball-Region Oldenburg, wollten die Gliederungen des Verbandes die Chance nutzen, weitere Impulse, auch aus den Vereinen, in eine Neustrukturierung des Spielbetriebes mit einfließen zu lassen. „Wir wollen uns intensiv mit einbringen.“
 
Sven Petters, Vorsitzender der Handball-Region Weser-Schaumburg-Leine: „Die Notwendigkeit einer Spielklasenreform ist unbestritten. Rein sportlich macht das vorliegende Konzept auch Sinn.“ In den Mitgliedsvereinen des Handball-Verbandes Niedersachsen sei das Stimmungsbild allerdings durchwachsen. „Deswegen machen weitere Beratungen durchaus Sinn.“
 
Zurückzuführen war der Vorstoß der Einführung von Spitzenligen laut Vizepräsidenten Spieltechnik Jens Schoof auf eine Anregung aus der Oberliga der Frauen. Schoof: „Nach einer Abfrage stellten sich 90 Prozent der aktuellen Oberlisten hinter dieses Ansinnen.“ Der Arbeitsgruppe, die das Konzept der Strukturänderung entwickelt hatte, gehörten neben drei Vertretern des Spielausschusses des Handball-Verbandes Niedersachsen zwei der Gliederungen an.
 
Geplant war die Umsetzung des Konzeptes zur  Saison 2020/2021. Neben der Einführung der Spitzenligen war die Reduzierung der Staffeln der Landesligen der Frauen und Männer von derzeit jeweils fünf auf dann vier vorgesehen; des Weiteren eine moderate Anpassung der Staffelstärken. Schoof: „Die Befürchtung, dass mit der Einführung der Spitzenligen dem Spielbetrieb der Gliederungen Mannschaften entzogen werden, kann ich insofern nicht teilen.“