Schiedsrichter beschäftigen sich mit „Soft Skills“: Kleinigkeiten können eine Situation verändern

Im neuen Lehrgang „Soft Skills – Wozu eigentlich“ beschäftigten sich 40 zumeist jüngere Schiedsrichter am vergangenen Wochenende in Schneverdingen wie Konfliktmanagement, Einfühlungsvermögen und Kommunikation. „Vor allem unsere jungen Schiedsrichter – unser Nachwuchs für die Verbands- und Oberligen - sollen lernen sich gut zu verkaufen und absolut sicher im Auftreten zu werden“, beschrieb Volker Pellny, Schiedsrichterwart des Handball-Verbandes Niedersachsen. Redaktionsmitarbeiter Jörg Zehrfeld sprach mit Malte Krebs, einem Lehrgangsteilnehmer, über dessen Eindrücke.

Jörg Zehrfeld sprach mit Malte Krebs, einem Lehrgangsteilnehmer, über den neuen Lehrgang „Soft Skills – Wozu eigentlich“. - Foto: Zehrfeld

Mit welchen Erwartungen bist du zur Schulung gefahren?

Malte Krebs: Ich war zusammen mit meinem Gespannpartner Timo Eggers auf dem Lehrgang. Wir beide zweifeln nicht an unseren Kenntnissen der Regelkunde. Wir hatten aber bisher oft das Gefühl, dass uns in Konfliktsituationen beim Spiel „Kleinigkeiten“ fehlten, um zu einer guten Lösung zu kommen. Für diese „Kleinigkeiten“ erwarteten wir Lösungsvorschläge.

Welche Erfahrungen hast du auf dem Lehrgang gemacht?

Malte Krebs: Schon der Auftakt, nämlich der Programmpunkt „Wie wirke ich auf andere?“ half mirweiter. Das Wissen um den eigenen Auftritt kann sehr hilfreich sein und ungewollten Fehlinterpretationen beim Beobachter vorbeugen.

Ihr habt an Praxisbeispielen euer Verhalten hinterfragt?

Malte Krebs: Ja, wir haben anhand unterschiedlicher Verhaltensweisen auf vorgegebene Situationen, die während eines Handballspiels typisch sind, nach Lösungen gesucht. Es ist klargeworden, dass oft nur wenige Worte eine Situation vollkommen verändern können. Es gibt beim Verhalten kein absolutes „Richtig oder Falsch“, wohl aber oft eine bessere Lösung.

Was für Lösungen können das sein?

Malte Krebs: Zum Beispiel sollte ich nach einer Entscheidung auch berücksichtigen, dass mein Gegenüber – sei es Trainer oder Spieler - gerade Adrenalin zu verarbeiten hat. Mein Verhalten nach einer getroffenen Entscheidung kann schon zur Deeskalation beitragen.

Zum Beispiel auch mal weghören?

Vielleicht auch das. Andererseits muss ich reagieren, wenn Dritte ein Fehlverhalten mitbekommen.

Eine solche Reaktion muss aber abgestuft sein…

Malte Krebs: Ja, auch das haben wir besprochen. Sehr hilfreich war da für mich der Erfahrungsaustausch mit den Kollegen. Neben uns jüngeren Schiedsrichtern waren ja auch einige Kadergespanne anwesend. Da konnte man eine Menge lernen und Tipps bekommen.

Würdest du den Lehrgang weiterempfehlen?

Ja, uneingeschränkt. Nur den Lehrgang zu besuchen reicht meiner Meinung aber nicht. Ich habe jetzt auch eine Menge Themen zur Nacharbeit, um später das Gelernte auch richtig anzuwenden.

 

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