Präsidium geht gegen Strafbescheid des DHB vor

Die Handball-Weltmeisterschaft der Frauen 2017 in Deutschland wirft Schatten auf einige Landesverbände. Nach einem Beschluss des Bundesrates war ein Spielverbot verhängt, gegen das Gliederungen des Handball-Verbandes Niedersachsen verstoßen haben. Dem HVN flatterte jüngst ein Strafbescheid mit einer Geldbuße in Höhe von 5000 Euro ins Haus, mit dem diese Missachtung des Beschlusses sanktioniert wurde. Damit steht der HVN nicht alleine da, denn drei weitere Landesverbände wurden ebenfalls mit einer Strafe in derselben Höhe belegt. Drei der vier Betroffenen haben nun das zuständige Gericht angerufen, um eine Aufhebung zu erreichen, unter anderem die Landesverbände Westfalen und Niedersachsen.

„Im Verfahren muss geklärt werden, ob der Handballverband für Verstöße einer selbständigen Gliederung überhaupt bestraft werden kann“, sagt Harald Schieb, Vizepräsident Recht des Handball-Verbandes Niedersachsen. - Foto: Schlotmann

„Im Verfahren muss geklärt werden, ob der Handballverband für Verstöße einer selbständigen Gliederung überhaupt bestraft werden kann“, sagt Harald Schieb, Vizepräsident Recht des Handball-Verbandes Niedersachsen. „Außerdem gelte es zu überprüfen, ob der Beschluss überhaupt rechtswirksam veröffentlicht wurde.“ 

Nach Beratung entschied das Präsidium des Handball-Verbandes Niedersachsen, den Bescheid anzugreifen. „Das Präsidium hatte keine andere Wahl, als den Rechtsweg zu beschreiten, denn schon die Höhe der Strafe ist inakzeptabel“, sagt Präsident Stefan Hüdepohl, der die Auseinandersetzung mit dem Deutschen Handballbund ebenso sportlich sieht, wie dessen Vorstandsvorsitzender Mark Schober, denn „es geht im Verfahren auch um rechtliche Fragen, die über den Problemkreis hinaus geklärt werden müssen.“

Nun ist das Gericht am Zug, das im schriftlichen Verfahren entscheiden wird. Vergleichsmöglichkeiten wurden im Rahmen des Bundesrates am vergangenen Wochenende zwar erörtert, führten aber zu keinem Ergebnis, „weil das DHB-Präsidium nicht bereit war, sich den Landesverbänden angemessen zu nähern“, so Hüdepohl.