HVN-Talente ziehen in das Lotto-Sportinternat ein

Drei junge Auswahlspieler des Handball-Verbandes Niedersachsen sind pünktlich zum Schulbeginn ins Lotto-Sportinternat des Landessportbundes Niedersachsen eingezogen. Für den 14-jährigen Leonard Zink, den 16-jährigen Fynn Unger (beide TSV Burgdorf) und die 15-jährige Eden Nesper (TV Hannover-Badenstedt) beginnt damit ein neuer Lebensabschnitt.

„Gespannte Vorfreude“, beschreibt Eden Nesper ihre Gefühlslage beim Einzug. „Wir freuen uns natürlich auch darauf, unseren zukünftigen Mitbewohner im Gemeinschaftszimmer kennenzulernen“, erklären Leonard Zink und Fynn Unger. Für Eden Nesper dagegen sei die Frage der zukünftigen Zimmergenossin schon geklärt, sie zieht bei Vereinskameradin Benita Zemke ein.

Begleitet werden die drei Jugendlichen aus den Elternhäusern nicht nur von guten Wünschen, sondern auch Vorgaben. Der Tagesablauf vom Frühtraining über den Schulbesuch zum Training im Verein am Abend gilt als anspruchsvoll. „Mit der Schule muss alles passen“, erklärt Leonard Zink.

„Die positive schulische Entwicklung unserer jungen Sportler stehen für meine Mitarbeiter und mich an erster Stelle“, sagt Internatsleiter Andreas Bohne. „Wenn dann zusätzlich noch ein Weltmeistertitel oder ein Olympiasieg herauskommt, haben wir alles richtiggemacht.“ Der Sozialpädagoge leitet seit 21 Jahren das Lotto-Sportinternat in Hannover.

Gut 130 Internatsbewohner zwischen zwölf und zwanzig Jahren sind im Internat durchschnittlich vier Jahre untergebracht und nehmen am Schulunterricht der Humboldtschule Hannover oder der Karl-Friedrich-Gauss in Hemmingen teil.

In den zwei Gruppen des Vollzeitinternats arbeiten jeweils sechs Betreuerinnen und Betreuer für die Jugendlichen. Auch nachts ist immer ein Ansprechpartner da.  Neben den voll ausgestatteten Ein- und Zweibettzimmern mit Dusche und WC gibt es großzügige Aufenthalts- und Freizeitbereiche sowie diverse Funktionsräume, unter anderem zwei Computerräume, Waschküchen, Arbeitsräume sowie zwei großzügig angelegte Gemeinschaftsküchen mit Speiseräumen. „Nur zum Mittagessen gehen alle in die Mensa der Akademie des Sports im Nebengebäude. Frühstück und Abendbrot gibt es im Haus“, erklärt Bohne.

Und wie wird man Bewohner der Sportinternates? „Vorgeschlagen wird man von seinem Sportverband. Über die Aufnahme entscheidet eine vierköpfige Kommission, der ich als Internatsleiter auch angehöre“, sagt Bohne. Ein knappes Drittel der anfallenden Kosten müssen übrigens die Elternhäuser übernehmen.

Um den sportlichen Teil, aber auch die Koordinierung von Schulunterricht und Training, kümmern sich die Landestrainer des Handball-Verbandes Niedersachsen, Christine Witte und Maximilian Busch. „Wie die Betreuer im Internat sind auch wir Landestrainer Bindeglied zwischen Internat, Schule und Elternhaus“, sagt Christine Witte.

Für Gerald Glöde, Geschäftsführer des Handball-Verbandes Niedersachsen, ist das Sportinternat nicht mehr wegzudenken. „Wir haben als Verband bereits die Gründung des Internats positiv begleitet. Etliche Internatsbewohner haben den Sprung in die erste und zweite Bundesliga geschafft. Auch Titel wie der U18 Europameistertitel von Timo Kastening oder der U18 Vizeweltmeistertitel von Kathrin Pichlmeier sprechen für diese Erfolgsgeschichte“, sagt Glöde.

Lotto-Sportinternat

Eden Nesper, Leonard Zink und Fynn Unger im Innenhof der Akademie des Sports. - Foto: Zehrfeld