Die Halle kocht, der Trainer explodiert - und was macht der Schiedsrichter?

Im Seminarkalender des Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN) bot der Arbeitskreis Schiedsrichterwesen erstmals die Schulungsmaßname „Soft Skills – wozu eigentlich?“ an. Der Lehrgang wurde an diesem Wochenende in Schneverdingen durchgeführt. Im Vorfeld der Veranstaltung sprach Redaktionsmitarbeiter Jörg Zehrfeld mit Schiedsrichterwart Volker Pellny über das neue Ausbildungsangebot.

Schiedsrichterin zeigt eine gelbe Karte = Die richtige Reaktion zeigen – darum geht es im neuen Lehrgang Soft-Skills – wozu eigentlich? - Foto: Zehrfeld

Was sind Soft-Skills? 

Pellny: Im Gegensatz zu den messbaren Hard-Skills – bei Schiedsrichtern wäre das die Regelkunde – sind Soft-Skills wie Einfühlungsvermögen, gute Kommunikation und Konfliktmanagement nicht messbar. Wohl aber kann ich diese Fähigkeiten weiter ausbilden, mir auch eigene Schwächen bewusstmachen und darauf reagieren. So etwas geht über ein Seminar sehr effektiv, viele Menschen entwickeln durch ihre Lebenserfahrung aber früher oder später ähnliche Strategien.

Diese Art von Lehrgängen sind nicht gerade typisch für Schiedsrichter gewesen bisher…. 

Pellny: Wir betreten hier Neuland. In der Ausbildung für Führungskräfte in der Wirtschaft werden solche Lehrgänge schon lange für teures Geld angeboten. Wir glauben, dass diese Kompetenzen auch unseren Schiedsrichtern in Konfliktsituationen das Leben einfacher machen. Wer seine erste „Rudelbildung“ schon erlebt hat, weiß was ich meine.

 Ihr habt das Seminar speziell einem jüngeren Teilnehmerkreis angeboten bei der Premiere. Warum?  

Pellny: Ältere Schiedsrichter haben schon im Feuer gestanden und ihre Strategien entwickelt. Wir haben uns für den Start vorgenommen ambitionierte Schiedsrichter aus den Landesligen im Alter unter 26 Jahren anzusprechen. Das ist unser wichtiger Nachwuchs der nächsten Jahre für die Verbandsligen und Oberligen. Die jungen Schiedsrichter sollen lernen sich gut zu verkaufen und absolut sicher im Auftreten zu sein. Die Chance, dass dann das Gefühl „Ich werde unsicher und angreifbar“ gar nicht erst aufkommt, ist wesentlich größer.  

Wie war die Resonanz bei der Anmeldung?

 Pellny: Sehr gut. Wir konnten trotz Pandemie 35 Plätze aus dem angesprochenen Teilnehmerkreis besetzen, die restlichen  fünf Plätze wurden zügig von interessierten älteren Kollegen gebucht.