WM in Ägypten: DHB-Team gibt gegen Spanien möglichen Sieg aus der Hand

Die deutsche Männer-Nationalmannschaft kann nach der 28:32-Niederlage (13:16) im ersten Hauptrundenspiel bei der Handball-WM in Ägypten gegen Europameister Spanien das Viertelfinale aus eigener Kraft nicht mehr erreichen. Nach Addition der Ergebnisse der Wertung der Vorrundenspiele gegen Ungarn und Uruguay mit dem Ergebnis des ersten Hauptrundenspiels belegt Deutschland mit zwei Punkten und 99:75 Toren Platz vier in der Tabelle der Hauptrundengruppe I.

Ex-Hannoveraner Timo Kastening war mit sieben Treffern erfolgreichster DHB-Schütze gegen Spanien – Foto: Sascha Klahn / DHB

  • Chancen herausgearbeitet, aber nicht verwertet
  • Gislason mit großem Respekt vor der Leistung meines Teams
  • Hoffen „auf die richtigen Ergebnisse der Konkurrenz

Tabellenführer ist Ungarn mit sechs Punkten und 102:69 Toren, gefolgt von Spanien mit fünf Punkten und 88:83 Toren sowie Polen mit vier Punkten und 89:66 Toren. Tabellenfünfter ist Brasilien mit einem Punkt und 75:91 Toren. Tabellenschlusslicht ist Uruguay (0 Punkte, 48:117 Tore). Das nächste Spiel bestreiten die Deutschen am Samstag, 23. Januar, 20.30 Uhr gegen Brasilien (live im ZDF). Am Montag, 25. Januar, 20.30 Uhr, trifft die DHB-Auswahl auf Polen (live in der ARD).

„Wir haben uns zu viel Risiko nach der zwischenzeitlichen Führung genommen“, erklärte Bundesstrainer Alfred Gislason am Donnerstag nach der Niederlage gegen den Europameister.

Beide Mannschafteten waren zurückhaltend in die Begegnung gestartet, die erst nach fünf gespielten Minuten an Fahrt aufnahm. Den Iberern gelang während der zweiten Zeitstrafe gegen Sebastian Firnhaber die erste Zwei-Tore-Führung (6:4, 9.). Die offensive Abwehrarbeit der Spanier stellte die deutsche Sieben zunehmend vor Probleme. Fehlwürfe bestrafte der Europameister mit Kontern, führte phasenweise mit vier Toren. Johannes Golla verkürzte kurz vor der Halbzeitsirene auf 13:16. „Wir brauchen besseres Rückzugverhalten und bessere Abschlüsse“, forderte Sven Sören Christophersen, Sportlicher Leiter der „Recken“ der TSV Hannover-Burgdorf und ZDF-Experte, in der Halbzeit.

Die rechte Angriffsseite der DHB-Auswahl schien das gehört zu haben. Die beiden Ex-Hannoveraner  Kai Häfner und Timo Kastening sorgten fast im Alleingang für eine 20:19 Führung (38.). Nach dem 24:21 (43.) von Kai Häfner hatte Deutschland das Spiel scheinbar in der Hand. Die spanischen Routiniers justierten sich neu. Mit einem 6:1-Lauf zum 25:27 (49.) brachte sich Spanien in das Spiel zurück. Die deutsche Sieben hatte in der Schlussphase nichts mehr entgegenzusetzen, scheiterte wiederholt an Torhüter Perez de Vargas. Endstand 28:32.

„Recke“ Fabian Böhm nach dem Spiel auf dhb.de: „Wir haben uns auch am Schluss viele Chancen herausgearbeitet, diese nicht verwertet und das wird auf diesem Niveau bestraft.“ Bundestrainer Gislason mit Blick auf den weiteren Turnierverlauf: „Wir können uns bloß auf das nächste Spiel konzentrieren und dafür sorgen, dass wir 60 Minuten eine gute Leistung zeigen. Natürlich müssen wir jetzt auch auf die richtigen Ergebnisse der Konkurrenz hoffen, aber trotzdem habe ich schon jetzt einen großen Respekt vor der Leistung meines Teams.“