Startschuss: Trainer-B-Lizenz-Ausbildung beginnt mit Kick-off

Am Montagabend trafen sich die Teilnehmenden der neuen Trainer-B-Lizenz-Ausbildung zum ersten Online-Austausch. Erstmals führt der Handball-Verband Niedersachsen (HVN) die Ausbildung saisonbegleitend durch. Jan Friedrich, Bildungsreferent Lehre des Verbandes, zieht ein positives Fazit der Eröffnungsveranstaltung.

Am Montagabend trafen sich die Teilnehmenden der neuen Trainer-B-Lizenz-Ausbildung zum ersten Online-Austausch. - Foto: Friedrich

Ungefähr eine Stunde dauerte der erste Teil. Inhalt war neben dem Kennenlernen insbesondere das Abstecken der Regeln und Ziele. „Das HVN-Modul der Ausbildung dauert insgesamt fast ein Jahr. Da ist es wichtig, dass sich die Teilnehmenden untereinander gut kennen und respektieren“, verrät Jan Friedrich.

Anders als üblich beginnt der HVN die Trainer-B-Lizenz-Ausbildung in diesem Jahr nicht im Herbst, sondern bereits vor dem Sommeranfang. Ziel sei es laut Friedrich, den Lehrgang über einen längeren Zeitraum saisonbegleitend durchzuführen, um den Teilnehmenden mehr Möglichkeiten zu geben, das Gelernte in die eigene Praxis zu übertragen.

„Wir möchten uns zukünftig nicht mehr nur als Referierende verstehen, sondern als Lernbegleiter und Mentoren“, berichtet der Bildungsreferent, „dafür ist auch ein Umdenken der angehenden Lizenz-Inhaber notwendig.“ Nach Friedrich wolle man die Denkweise, eine Lizenz in nur wenigen Wochen zu erwerben, bewusst aufbrechen. Stattdessen sollten die Teilnehmenden während des Lehrgangs „ausprobieren, Fehler machen und reflektieren“.

Um dieses Ziel zu erreichen, sei eine begleitende Online-Phase vorgesehen. In dieser müssten sich die Teilnehmer Fachwissen aneignen und in Form von Texten, Tests oder Zeichnungen überprüfen. Der diesjährige Lehrgang wurde um einen weiteren Faktor ergänzt, erklärt Friedrich: „Wir bekommen während der Ausbildung einen umfassenden Einblick in das Training in den Heimatvereinen.“

Die Teilnehmer müssten mehrfach während der Saison Videoaufnahmen ihres Trainings erstellen und anschließend ihre Planungen und Handlungen online begründen. „Anschließend gibt es Feedback von den Referenten, aber auch von den Teilnehmern untereinander“, sagt der Bildungsreferent, „so verbessern die Trainer nicht nur ihre Handlungskompetenz, sondern insbesondere auch ihre Reflexionsfähigkeit.“ Diese sei für eine kontinuierliche Weiterentwicklung auch nach dem Ende der Ausbildung notwendig.

Eine weitere Videokonferenz ist für Mitte Juli geplant. Der erste Präsenz-Lehrgang der Ausbildung ist für die Zeit vom 22 bis 24. September in Barsinghausen angedacht. „Bis dahin haben alle Teilnehmer bereits neues Fachwissen erworben, eine Analyse und Saisonplanung ihrer eigenen Mannschaft erstellt und auch schon zwei Trainingsvideos hochgeladen“, stellt Jan Friedrich in Aussicht.

Ob das neue Ausbildungsformat den erwünschten Erfolg hat, wird sich wohl erst beim Prüfungswochenende im Mai 2022 zeigen. Zum Abschluss der Ausbildungen nehmen die angehenden Lizenzinhaber dann noch an einem Lehrgangsmodul des Deutschen Handballbundes teil.