DHB-Auswahl fährt mit Selbstvertrauen zur EM

In zwei Testspielen hat die DHB-Auswahl mit Erfolgen gegen die Schweiz (30:26) und Frankreich (35:34) kurz vor der Europameisterschaft Selbstvertrauen getankt. Auch wenn von vielen Kommentatoren das Wort „ausbaufähig“ - vor allem mit Hinweis auf die Abwehrarbeit - fiel, die beiden Spiele waren wichtige Bausteine für die noch fehlende Routine im neu formierten Team von Alfred Gislason. „Solche Spiele sind extrem wichtig. Viele Mannschaften mussten ihre Tests absagen, da sind wir glücklich, dass wir testen konnten“, betonte der Bundestrainer.

Die DHB-Auswahl fährt mit guter Laune und Selbstvertrauen zur EM. - Foto: DHB/Sascha Klahn

Schon gegen die Schweiz sah Gislason Licht und Schatten. „Wir haben phasenweise gut gespielt, aber eben nicht durchgehend. Gerade in der Abwehr hatten wir anfangs Probleme, da uns die Schweizer mit ihrem 7-gegen-6 auch gefordert haben.“ Der Bundestrainer verwies aber auch auf das vorangegangene harte Training im Lehrgang. Seine Prognose, „ich glaube, dass wir am Sonntag frischer auflaufen“, sollte sich vor allem im zweiten Durchgang gegen die Franzosen bewahrheiten. 

Vier Tage vor Turnierbeginn zeigte das deutsche Team gegen den Rekordweltmeister vor allem kämpferisch eine richtig starke Leistung. Kapitän Johannes Golla und Co. ließen sich auch von einem zwischenzeitlichen 16:21-Rückstand nicht entmutigen, holten auf und gewannen dank einer bärenstarken zweiten Halbzeit mit dem Treffer von Luca Witzke in der Schlusssekunde glücklich, aber verdient. Zum besten Torschützen avancierte Kai Häfner mit acht Treffern. Auch Torhüter Andreas Wolff bestätigte seine starke Form mit etlichen Paraden.

Gislason kommentierte: „Ich habe viel Positives gesehen, vor allem in der zweiten Halbzeit. Häfner, Steinert, Schiller haben sehr gut gespielt, von Kühn kam nach der Pause sehr viel Druck. Wir lagen mit fünf Toren hinten und kamen dann wieder zurück. Normalerweise gewinnst du nicht mit 13 technischen Fehlern gegen Frankreich, aber das zeigt, dass auch sie viel getestet haben. Nach dem Wechsel haben wir uns gerade aus dem Rückraum mehr zugetraut. Es war kein leichtes Spiel für unsere Torhüter, denn sie kassierten viele Gegenstoßtore, vor allem Till Klimpke vor der Pause. Nach dem Wechsel hat sich die Abwehr stabilisiert, stand beweglicher und sicherer. Insgesamt waren es zu viele Ballverluste, und wenn ihre erfahrensten Spieler auf dem Feld standen, wurden diese Fehler direkt bestraft.“ 

Mannschaftskapitän Johannes Golla war ebenfalls zufrieden. „Es ist immer schön zu gewinnen, zumal es in der ersten Halbzeit nicht unbedingt danach aussah. Wir können also viel Positives mitnehmen, auch wenn es unter Wettkampfbedingungen noch einmal ein wenig anders wird. Nach der Pause hat sich die Abwehr sehr gut bewegt, der Angriff mit dem siebten Feldspieler hat auch gut funktioniert. Jeder hat heute gesehen, dass wir auf diesem Niveau Handball spielen und mithalten können.“

Die drei Vorrundenspiele bei der Europameisterschaft werden live übertragen. Die beiden ersten Begegnungen gegen Belarus (14. Januar, 18 Uhr) und Österreich (16. Januar, 18 Uhr) überträgt die ARD, das vermutlich den Gruppensieg entscheidende Match gegen Polen (18.Januar, 18 Uhr) ist im ZDF zu sehen.