2020 Saisonabbruch wegen Pandemie – Das gab`s noch nie

Rückblickend erscheint der Ausbruch der Corona-Pandemie 2020 wie ein Katastrophenfilm. Unter dem Eindruck steigender Infektions- und Todeszahlen beschloss die Bundesregierung zusammen mit den Bundesländern am 16. März 2020 den ersten Lockdown. Das Leben in Deutschland – auch im Sport – kam wochenlang zum Erliegen. Der Handball-Verband Niedersachsen (HVN) brach wie alle anderen Sportverbände die laufende Saison ab – zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik.

Handball in leeren Sporthallen - Ein Alptraum wurde war. - Foto: HVN/Jörg Zehrfeld

In der Folge musste der HVN einerseits die umfangreichen Schutzmaßnahmen der Behörden beachten, hatte aber immer auch im Blick, Freiräume zur Wiederaufnahme des Trainings- und Spielbetriebs zu nutzen. Rückblickend für alle Beteiligten, auch die Vereine, eine Herkulesaufgabe, die die Nerven der Verantwortlichen gehörig strapazierte. HVN-Präsident Stefan Hüdepohl sah in seinem Jahresrückblick 2021 den Sport „zwischen die Stühle gesetzt“ und forderte klare, umsetzbare Anweisungen von Politik und Verwaltung. Dabei machte Hüdepohl klar, dass Kritik, unabhängig der Entscheidung, eigentlich immer geübt werde. „Es gibt leider keinen Goldenen Weg für uns. Die Gesundheit unserer Sportler geht vor. 

Die ehrenamtlichen Spieltechniker in den Vereinen wie auch beim HVN mussten dutzende Sonderschichten einlegen, um den Spielbetrieb halbwegs geordnet abzuwickeln. „Dabei ist die laufende Saison 21/22 besonders anspruchsvoll. Vor der Pandemie wurde ich in 2 bis 3 Stunden pro Woche mit der Arbeit fertig, jetzt brauche ich für den erhöhten Arbeitsaufwand nicht selten 20-30 Wochenstunden“, berichtet Jugendspielwart Olaf Bunge. Jens Schoof, Vizepräsident Spieltechnik ergänzt: „Wir beide machen die Arbeit gern, trotz des Zeitaufwandes. Etwa 95 Prozent der Vereine arbeiten ohne Probleme mit uns zusammen. Bei den Problemfällen kann ich zwar manchen Ärger verstehen, aber ich kann die Pandemie leider nicht abschalten. Ich hoffe auf noch mehr konstruktive Zusammenarbeit und Verständnis in dieser schwierigen Situation.“ Sein Kollege Olaf Bunge versucht die Situation mit Humor zu nehmen. „Ich fürchte, wenn die Pandemie eines Tages vorbei ist, werden wir Spieltechniker gar nicht mehr wissen, was wir mit unserer Freizeit anfangen sollen."