1988 Handballschiris gehen in den Knast

Auch 1988 gab es selbstverständlich für Schiedsrichter wegen „schlechter Leistungen“, die durch die scharfe Fanbrille betrachtet ja besonders ins Auge springen, keine Gefängnisstrafen. Wohl aber gab es einen Handballschiedsrichter-Lehrgang in der Justizvollzugsanstalt Lingen, an dem auch Bedienstete und Insassen teilnahmen.

1988 fand ein Handballschiedsrichter-Lehrgang im Gefängnis statt. - Foto: Archiv

„Mit gemischten Gefühlen“, so berichtet damals Theo Gerken für die Verbandszeitschrift HiN, hätten die Teilnehmer von „draußen“ die JVA betreten. Acht Häftlinge nahmen am 22-köpfigen Lehrgang teil. Handball im Gefängnis war für den HVN und seine Schiedsrichter damals kein vollkommenes Neuland mehr. Eine Handballmannschaft mit Insassen der JVA Meppen nahm schon seit drei Jahren am Punktspielbetrieb in der 3. Kreisklasse teil. Aus verständlichen Gründen nur in Heimspielen. Den fortwährenden Heimvorteil konnten die als TuS Versen angetretenen Gefangenensportler allerdings nicht nutzen und verloren am laufenden Band. Die Freude am Spiel, so berichtet die HiN, hätten die Gefangenensportler dennoch nicht verloren. 

Der  Schiedsrichterlehrgang in Lingen endete damals erfolgreich, 20 von 22 Teilnehmern bestanden die Prüfung. Ob die beiden Durchgefallenen in der JVA nachsitzen mussten, ist nicht bekannt.