1949 Der HVN bekommt einen „großen Bruder“

In den meisten Fällen sind größere Brüder auch die Älteren. Im Verhältnis zwischen dem Handball-Verband Niedersachsen (HVN) und dem Deutschen Handballbund (DHB) verhält es sich nicht so.

75 Jahre - 75 Geschichten. - Foto: HVN

Denn die Gründung eines Sportverbandes auf Bundesebene war erst nach der Gründung der Bundesrepublik (23. April 1949) geboten. Auf dem 3. Verbandstag der niedersächsischen Handballer wird am 25. und 26. Juni 1949 in Uelzen in Anwesenheit von Heinrich Hünecke, 1. Vorsitzender des Sportbundes Niedersachsen,  um das Für und Wider selbständiger Fachverbände und den Sportbundgedanken debattiert. Man spricht sich bei der gegebenen Struktur der Vereine für den Bund aus, befürwortet aber auch die fachliche Selbständigkeit der Fachverbände bis zur obersten Spitze, die zur Gründung des Deutschen Handball-Bundes führen wird. 

In Mühlheim wird am 1. Oktober 1949 der Deutsche Handball-Bund (DHB) gegründet. Zum Präsidenten wird Willi Daume gewählt. Erster Geschäftsführer wird Wim Thoelke, der spätere Sportkommentator und Showmaster. 

Deutschland ist vier Jahre nach dem Kriegsende noch von internationalen Veranstaltungen ausgeschlossen. Auf der Ratstagung der Internationalen Handballföderation am 6. August 1949 wird auf Antrag der Schweiz und Schwedens beschlossen, dass ab sofort Spiele mit deutschen Vereinsmannschaften stattfinden können. Für den Antrag sprechen sich sämtliche anwesenden Verbände mit Ausnahme von Ungarn und Luxemburg aus. Es beginnt in der Folge ein reger Spielverkehr vor allem mit schwedischen Mannschaften.