1948 „….niemals mutlos werden!“

So lautete der Schlusssatz eines Liedtextes beim 2. Verbandstag am 7. und 8. August 1948, zu dem nur die Hälfte der möglichen Delegierten kam.

Hannovers Innenstadt - Foto: Archiv HVN

Grund ist die gerade stattfindende Währungsreform. Die Finanzen des Verbandes schrumpfen von 23.577,36 Reichsmark auf nun 2.355,73 D-Mark, die aber zunächst nur zur Hälfte frei verfügbar sind. 

Am Spielbetrieb nehmen bereits 2351 Mannschaften teil, erster Niedersachsenmeister wird der TSV Germania Wilhelmshaven. Wie schwierig die Abwicklung eines geordneten Spielbetriebs drei Jahre nach Kriegsende für alle Sportbegeisterten ist, zeigen nicht nur die erforderlichen Fahrgenehmigungen für Kraftfahrzeuge, die die Landkreise auf Weisung der britischen Militärregierung ausstellen mussten.

Aus einem Bericht des Handballkreises Celle:

„Es gab kaum Spielkleidung. So spielte der Gastgeber eben mit nackten Oberkörper. Wer keine Schuhe besaß, spielte barfuß. Handbälle gab es kaum, man musste gegen gute Ware (Lebensmittel) auf uralte Vorkriegsmodelle im Tausch zurückgreifen oder mit von den Engländern ausrangierten Fuß- und Rugbybällen spielen, wenn man Beziehungen zur Besatzungsmacht hatte. 

Tore oder gar richtige Tornetze gab es nicht. Man nahm grob behauene Baumstämme und ausgediente Fischernetze. Busse und PKW standen wie auch Lastwagen kaum zur Verfügung. Die Fahrt zum Auswärtsspiel fand in der Regel auf dem Fahrrad statt. Wenn es nicht genügend Räder gab, fuhren eben zwei Spieler auf einem.“