Corona-Pandemie: HSG verknüpft Sport mit sozialem Engagement

Masken nähen, als Fahrradkurier Bücher ausliefern oder Lebensmittel an Bedürftige liefern? „Das sind alles Tätigkeiten, die man im ersten Moment nicht mit Handball in Verbindung bringt", erklärt Fabian Siebert, stellvertretender Vorsitzender der HSG Osnabrück. „Die abrupte Einstellung von Training und Spielbetrieb wegen der Corona-Pandemie hat da aber vieles verändert. Wir haben überlegt, wie wir uns einbringen können.“ Die Anerkennung der Handballer der Bistumsstadt wächst von Tag zu Tag.

Vanessa Dargel (links) und Marie Scheidemann sind für eine Osnabrücker Buchhandlung als Fahrradkuriere im Einsatz. Foto: HSG Osnabrück

Die HSG-Mitglieder Ulrike Exeler und Martina Guhe-Wamhoff fertigten für die vom Osnabrücker SC initiierte Stiftung „Sport mit Herz“ mittlerweile mehr als 100 Alltagsmasken. Der Verkaufserlös für die farbenfrohen Masken wird zum Kauf von neuem Stoff und Gummibändern verwendet. 
 
Für die Tafel Osnabrück springen Handballer der Herrenteams als Fahrer ein und bringen die benötigten Lebensmittel direkt zu den Bedürftigen. Siebert: „Viele ehrenamtliche Tafelmitarbeiter gehören aus Altersgründen zur Risikogruppe. Unsere 2. und 3. Mannschaft ist seit vier Wochen verstärkt im Lieferservice tätig. Unsere 1. Mannschaft hat die Betreung der Kindertafel übernommen.“
 
Spielerinnen der Damenteams und der weiblichen Jugend waren kurzfristig als Fahrradkuriere - natürlich im Vereinsdress - für eine Osnabrücker Buchhandlung im Einsatz. „Wir halfen, indem wir am Montag und am Dienstag jeweils sechs Touren pro Tag übernahmen und insgesamt etwa 350 Bücherbestellungen auslieferten. Die Touren starteten immer im Stundentakt und durch eine App war die Tour vorgeplant. Die Fahrstrecke war im Durchschnitt 20 Kilometer lang, also ein gutes Training auf dem Rad. Alleine oder zu zweit gelang uns das gut, natürlich immer mit dem erforderlichen Mindestabstand." 
 
Nach dem Projekt ist vor dem Projekt. Siebert und seine Mitstreiter, vor allem Spielwartin Moana Schilberg, riefen einen Spendenlauf zu Gunsten des schwer gebeutelten Osnabrücker Zoos ins Leben. Von der Maus bis zum Elefanten verschlingt der Zoobetrieb Tag für Tag 30.000 Euro. Zehn Tage lang laufen die Handballerinnen und Handballer mannschaftsweise, jedoch aufgrund der geltenden Auflagen maximal zu zweit, um von Laufpaten Geld zu sammeln. Bedingungen, die HSG-Vorstand Fabian Siebert zuvor eigens mit den Verantwortlichen bei der Stadt abstimmte: „Viele unserer Sportlerinnen und Sportler gehen ohnehin laufen, um sich fit zu halten. Da kam uns schnell der Gedanke, warum wir nicht mit einem langjährigen Kooperationspartner das Notwendige mit den Hilfreichen verbinden können."

Das Fazit des stellvertretenden Vorsitzenden: „Ich erlebe eine tolle Bereitschaft mitzumachen. In der erzwungenen Handballpause freuen sich alle über Aufgaben und darüber hinaus über die Möglichkeit, im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu helfen.“