Ausnahmezustand in der VW-Halle: MTV bezwingt Vorfelde vor unfassbaren 5021 Fans

Braunschweig. Das Emotionale vorab: MEEEEGASTIMMUNG IN DER VW-HALLE!!! 5021 Handball-Fans. Fünf! Null! Zwei! Eins! In Worten: Fünftausendeinundzwanzig. Bei einem Oberliga-Spiel. Ist das zu fassen? Ja, es ist! Wenn der MTV Braunschweig die große Bühne betritt, herrscht Ausnahmezustand…

Nüchtern betrachtet, könnte man den Abend wie folgt formulieren: Der MTV Braunschweig, angeleitet von Cheftrainer Volker Mudrow und seinem Co. Udo Falkenroth, gewann gegen den MTV Vorsfelde in  der VW-Halle vor einer beachtlichen Kulisse von rund 5000 Zuschauern mit 28:24 (14:10). Damit behauptet die Mannschaft ihre Spitzenposition und ist weiter auf Aufstiegskurs…

Könnte man, machen wir aber nicht. Denn dieser Abend hatte rein gar nichts von Nüchternheit. Er war stattdessen großartig, begeisternd, leidenschaftlich. Und das lag gar nicht mal unbedingt an der Klasse dieser Partie. Die war okay - eine bunte Mischung aus wirklich feinen Spielzügen und najageht-auch-noch-etwas-besser-Handball.

Nein, es liegt an der Mannschaft selbst; einer Ansammlung von Sympathieträgern, die durch Authentizität überzeugt. Das überträgt sich auf die Fans und deren Stimmung. Und die war an diesem Abend besonders. Die Zuschauer, viele in Code-Red-Manier in roten Oberteilen bekleidet, feierten ihr Team immer und immer wieder mit lauten Sprechchören und Gesängen, vor allem in der letzten Viertelstunde schwappte Gänsehaut-Feeling durch die Halle. Und das war wirklich ansteckend; wie so ein Virus, der sich immer weiter ausbreitet. Nur, dass man diesen - im Gegensatz zu einer fiesen Erkrankung - unbedingt haben will.

Wohl die meisten bekamen ihn, selbst die Spieler auf der Platte. Man sah ihnen an, dass sie diesen Abend, diese Stimmung in vollen Zügen genossen. Lasse Giese hierzu kurz nach dem Schlusspfiff: „Die Stimmung war unglaublich. Noch besser als im letzten Jahr, und da war es ja schon unfassbar gut.“


Sportlich ausbaufähig, aber: wen kümmert's?
Ein paar Sätze noch zur sportlichen Leistung. Die war, das verkündete Volker Mudrow im Hallen-Interview, ausbaufähig. „Die Fans waren überragend, wir haben leider nicht so überragend
gespielt.“ Er mutmaßte, dass einige seiner Schützlinge wohl doch recht nervös ob der Kulisse gewesen seien.

Vorsfelde zeigte sich dagegen offenbar nicht allzu beeindruckt und spielte eine solide Partie; die körperlich sehr präsenten Akteure standen eine gute 6:0-Deckung und ließen Braunschweig oft auflaufen, im Angriff machten vor allem die großen Vorsfelder die Tore.

Wie gut, dass der MTV Marek Stefanic hat! Dieser zeigte einmal mehr, dass er ein absoluter Gewinn für die Braunschweiger Mannschaft ist. Er parierte einen Ball nach dem anderen und verhinderte so eine noch engere Partie. Und steckte mit seiner Leidenschaft Mitspieler wie Fans an. Da war er wieder, dieser Virus. Unterm Strich lässt sich, einigermaßen nüchtern betrachtet, festhalten: Es war keine 1a-Sahne-Leistung wie vor einem Jahr an gleicher Stelle gegen den HSV Hannover, aber geschenkt! Emotional ausgedrückt: MEEEEGASTIMMUNG IN DER VW-HALLE!!! Die wollen wir noch mal haben. Irgendwann. Vielleicht in einem Jahr…


MTV: Ariel Panzer, Marek Stefanic, Marko Karaula (6), Tim Schuwareck, Tim Alex (2), Niklas Mühlenbruch, Johannes Krause, Niklas Wolters (3), Philipp Krause (7), Klaas Nikolayzik, Bela Pieles (5), Lasse Giese (3), Vlatko Ranogajec (1), Fabian Donner (1)