WM-Eindrücke von Fabian Böhm – „Es muss ja weitergehen“

Fabian Böhm, Kapitän der Recken der TSV Hannover-Burgdorf, war der einzige WM-Teilnehmer von einem niedersächsischen Verein. Für den Handball-Verband Niedersachsen (HVN) schilderte er Jörg Zehrfeld einige Eindrücke der WM-Teilnahme.

Fabian Böhm im Weltmeisterschaftsspiel gegen Ungarn - Foto: DHB/Sascha Klahn

Du hast dich trotz der Pandemie für eine Teilnahme an der WM in Ägypten entschieden. Ist die Entscheidung auch im Nachhinein für dich richtig gewesen?

Böhm: Die ersten Tage hatte man schon ein mulmiges Gefühl. Nicht alles im Hygienekonzept war eingespielt, außerdem war da die Nachricht von der erkrankten Mannschaft der Kapverden. Es lief aber dann sehr gut. Wir hatten unseren eigenen Betreuer, unseren eigenen Busfahrer, die alle bei uns im Hotel gewohnt haben. Am Ende habe ich mich sicherer als in Deutschland gefühlt. Ich musste ja noch nicht einmal zum Einkaufen. Ich habe aber auch Verständnis für die Kollegen, die nicht mitgefahren sind. Auch deren Gründe muss man respektieren in so einer außergewöhnlichen Situation.  

Wie war deine Freizeitgestaltung während des Turniers?

Böhm: Wir durften das Hotel ja nur für die Spiele und zum Training verlassen. Dadurch war das Leben im Mannschaftsquartier doch sehr eintönig. Ich bin nicht so der Gamer am PC oder Smartphone, am Ende lief es immer auf Karten- und Brettspiele mit den Mannschaftskameraden hinaus.  

Es war dein erstes Turnier mit Alfred Gislason als Bundestrainer. Während der Auszeiten fallen da schon einmal Sätze wie „Du strahlst Unsicherheit aus“. Wie kamen seine klaren Worte bei der Mannschaft an?

Böhm: Wir sind alles Nationalspieler, vertreten Deutschland bei einer Weltmeisterschaft. Mit dem, was in einer kurzen Auszeit deutlich gesagt wird, kann jeder von uns umgehen.

Das Viertelfinale wurde von der DHB-Auswahl in den beiden Partien gegen Ungarn und Spanien verpasst. Beide Spiele gingen trotz großem Einsatz knapp verloren.

Böhm: Wir haben im gesamten Turnier sicher nicht zur gewohnten Abwehrleistung gefunden. In den beiden entscheidenden Spielen haben wir die Chance zum Sieg.  Am Ende scheiterten wir an sehr guten Torhüterleistungen der Gegenseite. Im Rückblick kann man sagen, dass wir diese Spiele eigentlich gewinnen mussten.

Wie gehst du mit solchen Misserfolgen um, wie hakst du die ab?

Böhm: Es muss ja weitergehen und es geht weiter. Heute steige ich bei der TSV wieder ins Training ein.