Umnutzung von Sporthallen - Präsidium fordert zum Dialog auf

Die Mitglieder des Präsidiums des Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN) haben sich am Montag während einer kurzfristig durch Präsidenten Wolfgang Ullrich einberufenen Sitzung mit den Auswirkungen der Flüchtlingssituation auf den Handballsport in Niedersachsen auseinandergesetzt. Im Ergebnis setzt das Präsidium Teilbereiche der Durchführungsbestimmungen für den Spielbetrieb in den Landes-, Verbands- und Oberligen außer Kraft. Die Vereine wurden am Donnerstag informiert.

Wolfgang Ullrich, Präsident des Handball-Verbandes Niedersachsen. - Foto: Schlotmann

Laut Wolfgang Ullrich stellt sich der Verband hinter die Verlautbarung der Konferenz der Landessportbünde von Anfang des Monats. Die Vertreter des organisierten Sports in den Ländern sehen in der aktuellen Situation eine Herausforderung, die alle gesellschaftlichen Kräfte fordert. Sie weisen aber zugleich auf die Integrationskraft hin, über die der Sport in Gänze verfügt. „Unsere rund 90 000 Sportvereine stehen seit Jahrzehnten für gelebte Integration“ und würden aktuell wesentlich die Willkommenskultur in Deutschland mitgestalten. Dazu wäre das Gros der Vereine aber nach wie vor auf öffentliche Sporthallen angewiesen.

HVN-Präsident Ullrich fordert die Vereine auf, mit den Kommunen Verbindung aufzunehmen. „Nicht nur mit denen, die bereits Hallensperrungen veranlasst haben: „Zum einen müssen wir frühzeitig in Kenntnis von beabsichtigten Sperrungen gelangen, zum anderen kann man nur im Dialog Lösungen erarbeiten.“

Vereine, die mit Hallensperrungen rechnen müssen, sollten sofort die Staffelleitungen informieren, damit frühzeitig Maßnahmen ergriffen werden können. „Wie etwa ein Heimrechttausch“, sagt HVN-Vizepräsident Helmuth Wöbke.

Nach dem Maßnahmenpaket, das das Präsidium auf den Weg gebracht hat, ist bei Sperrungen von Sporthallen aufgrund von Fremdnutzung nicht zwingend das Einverständnis des Gegners einzuholen.

Etwaige Spielverlegungen sind gebührenfrei. „Das gilt auch, wenn Vereine mit anderen Halllensportarten zusammenrücken müssen“, sagt Wöbke. „Schiedsrichter und Mannschaftsverantwortliche sollten sich vor der Abfahrt zu den Spielorten noch einmal informieren, ob die Spiele tatsächlich in den ursprünglich angesetzten Hallen durchgeführt werden.“

In Ausnahmefällen können laut Helmuth Wöbke in der Saison 2015 / 2016 auch Hallen mit kleineren Abmessungen zugelassen werden. „Voraussetzung ist, dass die Stammhalle zur Unterbringung von Asylbewerbern genutzt und die Sporthalle, in die die Spiele verlegt werden, nach den Sicherheitsbestimmungen als geeignet anerkannt wird.“

Wolfgang Ullrich: „Vereine und Verbände müssen zusammenrücken und sich kooperativ verhalten.“ oti