Turnen und „Life Kinetik“ - Multiplikatoren blicken über den Tellerrand

„Jeder Mensch nutzt seine 100 Milliarden Gehirnzellen anders, aber keiner schöpft die Möglichkeiten aus.“ Eine These, die der Bremer Sportphysiotherapeut Marius Brandt am Freitag in der Akademie des Sports in Hannover aufstellte. „Life Kinetik“-Trainer Brandt war einer der Referenten der Multiplikatorenfortbildung 2009.

Sportphysiotherapeut Marius Brandt.

Thomas Engler, Landestrainer des Handball-Verbandes Niedersachsen: „Ein Ziel der Multiplikatorenbildung ist, den Trainerinnen und Trainer Anreize und Hilfestellungen für das Alltagsgeschäft zu geben.“

Neben Marius Brandt, ehemaliger Aktiver der SG Achim / Baden, hatte Thomas Engler, „Amtshilfe“ beim Niedersächsischen Turnerbund angefordert. Alfred Lefebre, zuständig beim NTB für die Talentsichtung, vermittelte Tipps und Tricks für den Trainingsalltag. Nicht ohne Grund: „Seit drei bis vier Jahren steht bei der Erstsichtung des Deutschen Handball-Bundes ein halber Tag Turnen auf dem Programm,“ erklärte Engler.
 
Alfred Lefebre ist ein „alter Hase" wenn es um das Thema Kunstturnen geht. Er ist mehrfacher Deutscher Meister und war WM-Teilnehmer in Budapest. 1986 begann er beim „Circus Roncalli" seine Karriere als „Deutschlands bekanntester Turnclown".

Lefebre sprach über Klimmzüge mit Rissgriff, Übungen auf dem Schwebebalken, aber auch am Barren. „Bei den letzten DHB-Erstsichtungen ein unbedingtes Muss“, sagte Thomas Engler.

Der Kunstturner gab den Trainerinnen und Trainern wertvolle Tipps für die Trainingsarbeit. Beispiel Klimmzüge:  „Achtet auf sauberes Ziehen – nicht verzogen oder unrhythmisch. Arbeitet mit Hilfsmitteln, wie etwa Therabändern…“

Den ersten Teil des Auftakts der Multiplikatorenfortbildung 2009 hatte Marius Brandt gestaltet: „‚Life Kinetik‘ gilt als Schnittstelle zwischen sanfter sportlicher Bewegung und lebenslangem Lernen“, sagte der Achimer. Mit „Life Kinetik“ würden dem Körper nicht alltägliche visuelle und koordinative Aufgaben gestellt. Das Gehirn stelle durch diese Herausforderungen neue Verbindungen her. „Je mehr Vernetzungen im Gehirn angelegt sind, desto höher ist die Leistungsfähigkeit des Gehirns. Kinder werden kreativer, Schüler konzentrierter und – nicht zuletzt - Sportler leistungsfähiger.“

Entgegen den sonstigen Gepflogenheiten im Sport sei bei dieser Trainingsform nicht die Automatisierung von Bewegungen und Bewegungsabläufen das Ziel. „Langes und hartes Training kennt Life Kinetik nicht“, sagte Brandt. Das Ziel dieses Trainingsprogramms sei, möglichst viele Vernetzungen im Gehirn anzulegen, die durch neue Übungen entstehen. Marius Brand: „Entscheidend ist nicht die Wiederholung, sondern die Abwechslung.“

Achim Haupt, Vizepräsident Jugend des Handball-Verbandes Niedersachsen, hatte die Multiplikatorenfortbildung 2009 am Nachmittag eröffnet und einen Überblick über die Aktivitäten des Ressorts Jugend gegeben. Er sprach über Aktivitäten der Jugendsprecher und des HVN-Jugendausschusses. Die Teilnehmer der Multiplikatorenfortbildung forderte er zum Dialog auf. „Wir können nur euren Wünschen gerecht werden, wenn wir sie auch kennen.“ oti

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