Schiedsrichterwesen: Handball verbindet – auch über (Landes-)Grenzen hinweg

Schiedsrichterin Ann-Cathrin Specht ist happy: Nachdem Gespannpartnerin Anna Briski aus Studiengründen die Pfeife an den sprichwörtlichen Nagel verbannt hatte, wurde die Hamelnerin auf der Suche nach einer neuen Partnerin im nordrhein-westfälischen Minden fündig. HVN-Schiedsrichterwart Hans-Jürgen Gottschlich nach dem Lehrgang am Wochenende in Duderstadt: „Handball verbindet – auch über Landesgrenzen hinaus.“ Zu dem Lehrgang war neben „Ann-Ca“ Specht auch Sina Bergner aus Minden angereist.

Ann-Cathrin Specht (r.) und Sina Bergner.

Gottschlich spricht von einer „vorbildlichen Zusammenarbeit“ mit den Verantwortlichen des Schiedsrichterwesens im benachbarten (Handball-)Landesverband Westfalen. „Dass unsere Nachbarn dem Wechsel Sinas zum VfL Hameln keine Steine in den Weg gelegt haben, zeigt, wie wir alle an einem Strang und in dieselbe Richtung ziehen."

Ann-Cathrin Specht, 19 Jahre alt, spielte seit der D-Jugend Handball. Nach einem Kreuzbandriss im Alter von 17 Jahren wechselte sie vom Spieler- in das Schiedsrichterdress. Ihr erster Gespannpartner war Detlef Eberhardt vom VfL Hameln, der ihr auch heute noch als Mentor zur Seite steht. Die letzten beiden Spielzeiten stand „Ann-Ca“ dann mit Anna Briski aus Barfelde auf der Platte, mit der sie sich für die Leistungskader des Schiedsrichterwesens des Handball-Verbandes Niedersachsen empfahl.

Nach dem Ausscheiden ihrer bisherigen Gespannpartnerin war Ann-Cathrin Specht über einen Zeitungsartikel im Mindener Tageblatt auf Sina Bergner aufmerksam geworden. In dem Portrait hatte die MT-Redaktion die 22-Jährige aus dem Kreis Minden-Lübbecke als hoffnungsvolles Nachwuchstalent bezeichnet. Einziges Manko: Der ambitionierten Studentin fehle es an einer gleichgesinnten Partnerin – ähnlich wie „Ann-Ca“.

Sie nahm per E-Mail Kontakt mit Sina Bergner auf. Die Mindenerin ließ sich zunächst Zeit mit einer Antwort. Ann-Cathrin Specht: „Drei Tage später kam die Rückmail, allerdings über Facebook; seitdem kommunizieren wir fast täglich miteinander.“

Was die beiden Sportlerinnen verbindet, sei die Liebe zum Sport, insbesondere zum leistungsorientierten Schiedsrichterwesen. Hat Sina Bergner im MT-Portrait ihr persönliches Ziel verlauten lassen, 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro auf der Platte zu stehen, gibt sich „Ann-Ca“ Specht etwas verhaltener: „Das wird knapp; 2020 müsste aber zu schaffen sein“, schmunzelt die Schiedsrichterin des VfL Hameln.

Dem Arbeitskreis Schiedsrichterwesen des Handball-Verbandes Niedersachsen kommen die Ambitionen der beiden jungen Damen gerade recht, nicht zuletzt weil der Deutsche Handballbund einen Förderkader speziell für Schiedsrichterinnen eingerichtet hat. HVN-Schiedsrichterwart Hans-Jürgen Gottschlich: „Bisher mussten wir Fehlanzeige melden. Finden Ann-Cathrin und Sina richtig zusammen, wird das schon bald anders aussehen…“

Eingesetzt werden soll das Gespann in den Spielklassen des Handball-Verbandes Niedersachsen und denen des Handball-Verbandes Westfalen gleichermaßen. Die dafür erforderlichen Absprachen erfolgen unmittelbar zwischen den Ansetzern Peter Jurczik (Niedersachsen) und Bernd Steinebach (Westfalen) - „Handball verbindet – auch über Landesgrenzen hinaus“. oti