Richtlinien Kinderhandball: Vertreter der Jugend bedauern EP-Entscheid

Die Mitglieder des Jugendausschusses des Handball-Verbandes Niedersachsen und die Vertreter Jugend aus den Gliederungen haben während ihrer Tagung am Wochenende in Walsrode die vom Erweiterten Präsidium (EP) modifizierten Richtlinien für den Kinder- und Jugendhandball ins Visier genommen - und sich dafür ausgesprochen, das Dokument auch in Zukunft den sich ändernden Rahmenbedingungen anzupassen.

Denise Kricheldorf-Mai stellte die Neufassung vor.

Einvernehmlich bedauert haben die Versammlungsteilnehmer die Rücknahme der in den Richtlinien bisher verbindlich manifestierten Forderung nach offensiven Abwehrsystemen in der B-Jugend. Die EP-Mitglieder hatten während ihrer Frühjahrszusammenkunft die Forderung in eine Empfehlung umgewandelt (hvn-online.com berichtete). Claus-Dieter Dürselen, stellvertretender Vorsitzender Jugend der Handball-Region Oldenburg: „Es ist dann eine Frage der Zeit, bis wieder alle Mannschaften 6:0-Formationen spielen.“ Dürselen mit Blick auf die Aussagen von Vertretern des Deutschen Handballbundes, die sich - speziell im älteren Jugendbereich - für die Rückkehr zu defensiven Abwehr-Formationen eingesetzt haben sollen: „Wir denken wieder nur an die Spitze, nicht an die Breite.“ Dem Handballsport in Gänze habe die konsequente Förderung von offensiven Abwehrsystemen gut getan.

Kritik an der Entscheidung des Erweiterten Präsidiums - und damit auch an der der Vorsitzenden der Kreise und Regionen - blieb in der Sitzung am Sonnabend und Sonntag nicht aus: „Dass unsere auf Erfahrungen basierenden Empfehlungen kommentarlos und zum Teil ohne Rücksprache und ohne Begründung verworfen werden, enttäuscht uns.“ Der Jugendausschuss und die Vertreter Jugend der Gliederungen hatten die bisher aktuelle Fassung der Richtlinien bei ihrer Einführung mehrheitlich mitgetragen. 

Denise Kricheldorf-Mai, Referentin für Kinder- und Jugendhandball des Handball-Verbandes Niedersachsen, hatte eingangs der Beratungen am Wochenende in Walsrode die Änderungen der modifizierten Fassung der Richtlinien, die zum 1. Juli in Kraft tritt, erläutert.

Die Tagungsteilnehmer empfahlen dem Ausschuss für Bildung und Entwicklung, das Papier kurz- bis mittelfristig weiterzuentwickeln. In der Landesliga der C-Jugend neben der Manndeckung, der „sinkenden Manndeckung“ oder der offensiven Raumdeckung in Form von 1:5- oder auch 2:4-Formationen zusätzlich eine 3:3-Formation beziehungsweise eine ballbezogene 3:2:1-Abwehr zuzulassen, bezeichnen sie vor dem Hintergrund des Wechsels der Akteure zwischen verschiedenen Mannschaften als „nicht dienlich“. Des Weiteren sprachen sie sich dafür aus, in der E-Jugend bei der Spielweise 6+1 den Anwurf auch von der Mittellinie aus zuzulassen. oti

Hier geht es zum Arbeitspapier Neufassung der Richtlinien für eine einheitliche Wettkampfstruktur im Kinder- und Jugendhandball (gültig ab 1. Juli).