Nordmeyer: „Die Mannschaft fokussiert sich immer nur auf die nächste Aufgabe“

Seit rund einer Woche ist die Vorbereitung bei der TSV Hannover-Burgdorf in vollem Gange. Mittwoch reisen die Niedersachsen in ein Kurztrainingslager in das bayerische Bad Brückenau. „Wir werden das Trainingslager in erster Linie dazu nutzen, um uns im mannschaftstaktischen Bereich zu verbessern“, erklärt Christopher Nordmeyer. Der 45-Jährige spricht im Interview über die kommenden vier Tage.

Christopher Nordmeyer, Trainer des DKB Handball-Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf.

Letzten Montag ist die Vorbereitung gestartet. Vorher noch ein kurzer Blick zurück. Wie hast du die Sommerpause verbracht?

Christopher Nordmeyer: Direkt nach dem letzten Saisonspiel habe ich mich mit der Planung für die neue Spielzeit beschäftigt. Damit hatte ich eine Menge zu tun, da wir einige Veränderungen in diesem Jahr vornehmen müssen. Ende Juni bin ich dann mit meiner Familie nach Kroatien in den Sommerurlaub gefahren. Dort konnte ich mich sehr gut erholen und abschalten. Die letzten Tage vor dem Start in die Vorbereitung habe ich mich dann mit der Feinplanung für die neue Saison befasst.

Die erste Woche der Vorbereitung liegt bereits hinter Euch. Wie zufrieden bist du mit dem Verlauf?

Nordmeyer: Wir haben in der ersten Woche bereits viel geschafft, was unter anderem daran lag, dass alle Spieler relativ fit aus der Sommerpause kamen. Dies haben die Leistungstests dann auch bestätigt. Die bisherigen Trainingseinheiten und das Testspiel haben bereits gezeigt, dass wir abwehrmäßig gut unterwegs sind und auch wieder Lust auf Handball haben.

Durch die Erfolge der letzten Saison ist die Erwartungshaltung bei den Medien und den Fans gestiegen. Wie geht ihr als Mannschaft damit um?

Nordmeyer: Mit der Erwartungshaltung im Umfeld beschäftigen wir uns als Mannschaft nicht. Wir haben einen konkreten Plan und eine genaue Vorstellung davon, wie wir Handball spielen wollen. Die Mannschaft fokussiert sich immer nur auf die nächste Aufgabe, was momentan die nächste Trainingseinheit ist. Danach konzentrieren wir uns auf die Turniere und Testspiele in der Vorbereitung und widmen unser Augenmerk dann dem Saisonstart in der DKB Handball-Bundesliga beim ThSV Eisenach. 

Du hast die geänderte Saisonplanung angesprochen. Welche Veränderungen werdet ihr konkret im Trainingsbetrieb vornehmen?

Nordmeyer: Wir stehen in dieser Saison durch die vermehrte Anzahl von Spielen und Termine vor der Herausforderung in gezielten Blöcken trainieren zu müssen. Das bedeutet, wir können nicht wie in der vergangenen Saison einheitlich durchtrainieren, sondern müssen andere Schwerpunkte setzen und die Trainingssteuerung anpassen. Dies wirkt sich beispielsweise auf die Art des Krafttrainings aus.

Wie verläuft bislang die Integration der Neuzugänge?

Nordmeyer: Borut Mackovsek wird erst nach der Junioren-WM zum Team stoßen. Mit Vasko Sevaljevic und Nikolai Weber haben wir zwei erfahrene Spieler verpflichten können, die sich quasi von selbst integriert haben. Da sehe ich überhaupt keine Schwierigkeiten oder Probleme. Ich hoffe aber, dass unsere verletzten Spieler schnell wieder in das Mannschaftstraining einsteigen können, damit wir uns spielerisch weiter verbessern können. 

Jetzt werdet ihr für ein Kurztrainingslager nach Bad Brückenau fahren. Welche Schwerpunkte wirst du dort setzen?

Nordmeyer: Wir werden das Trainingslager vor allem dazu nutzen, um uns konzeptionell zu verbessern und viel im mannschaftstaktischen Bereich zu arbeiten. Wir wollen vor allem unser Zusammenspiel im Angriff auf ein neues Niveau bringen. Ich sehe das Trainingslager nicht als konditionelle Verfeinerung an, das Level müssen wir über die gesamte Saison sowieso konstant hochhalten, sondern möchte mit der Mannschaft in den dreieinhalb Tagen konzentriert taktische Maßnahmen erarbeiten.

Wird es trotzdem Laufeinheiten im Trainingslager geben, auf die sich die Spieler bekanntermaßen weniger freuen?

Nordmeyer: Die Intensität im Trainingslager ist mit Sicherheit nochmal ein bisschen höher, als sie ohnehin schon in der Vorbereitung ist. Zu den normalen Trainingseinheiten kommen dann noch Testspiele und auch theoretische Wissensvermittlung dazu. Das macht den Spielern nicht immer Spaß, gehört aber einfach mit dazu.

In der letzten Saison hat euch vor allem der Teamgeist ausgezeichnet. Welche teambildenden Maßnahmen werdet ihr in der Vorbereitung absolvieren?

Nordmeyer: Teambuilding bedeutet für mich, sich besser kennenzulernen. Natürlich werden wir dafür auch die Vorbereitung nutzen. Wenn Borut Mackovsek bei der Mannschaft ist und die verletzten Spieler zurückgekehrt sind, werden wir verstärkt in diesem Bereich arbeiten. Wir haben in diesem Jahr den Vorteil, dass wir nur drei Neuzugänge in die Mannschaft integrieren müssen. Dadurch werden wir eine kürzere Kennenlernphase haben und können schneller die Zusammengehörigkeitsphase erreichen, die das Team dann auch im gesamten Saisonverlauf auszeichnen soll.

Kannst du drei Eigenschaften nennen, die du von jedem Teammitglied im Trainingslager einfordern wirst?

Nordmeyer: Einsatz, Konzentration und Freude. 

Was wird in der Saison für Euch entscheidend sein, um genauso erfolgreich Handball zu spielen wie in der vergangenen Spielzeit?

Nordmeyer: Wir müssen zunächst verstehen, warum wir im letzten Jahr so erfolgreich waren. Danach müssen wir diese Fähigkeiten als Mannschaft wiederholen. Verstehen und wiederholen liegen im Erfolg sehr nahe beieinander. Erfolg ist aber auch von ganz vielen weiteren Faktoren abhängig, die wir zum Teil gar nicht selber beeinflussen können. Wir wollen aber wieder unser Leistungsmaximum abrufen. 

Habt ihr schon  Saisonziele definiert, oder ist es dafür noch zu früh?

Nordmeyer: Dafür ist es noch zu früh. Unsere Kleinteilziele werden wir erst später festlegen, wenn wir uns besser kennen und alle Spieler an Bord sind. Damit sind wir im vergangenen Jahr auch sehr gut gefahren. PM TSV Hannover-Burgdorf