Landestrainer Timm Dietrich: „Arbeit mit jungen Menschen ist Berufung“

Sport- und Notebooktasche sind gepackt. Am Mittwoch, 1. August, steht für Timm Dietrich der erste Arbeitstag als hauptamtlicher Mitarbeiter des Handball-Verbandes Niedersachsen an. Dietrich übernimmt die Vertretung für Landestrainer Christian Hungerecker, der sich bis Sommer kommenden Jahres in die Elternzeit begeben hat.

Timm Dietrich nimmt am 1. August seine Tätigkeit als Landestrainer des Handball-Verbandes Niedersachsen auf. - Foto: Frankenberg

Der 28-jährige Dietrich sieht seinen Aufgaben gespannt entgegen: „Es ist für jeden Handballer ein Traum, sein Hobby zum Beruf zu machen.“ Die Arbeit in der Halle und mit jungen Menschen sei für ihn Berufung. „Das ist eine tolle Möglichkeit, mich intensiv mit diesem Sport zu beschäftigen und mich fortzubilden.“ Aktuell befindet sich der Gymnasiallehrer in der Trainer-A-Lizenz-Ausbildung.

Seinen Fokus setzt der zukünftige Verbandsmitarbeiter (zunächst) auf den weiblichen Leistungsbereich. Schon vor Beginn der offiziellen Aufnahme seiner Tätigkeit sendet er Lobesworte in Richtung der niedersächsischen Handball-Vereine. „Wir haben viele talentierte Spielerinnen im Land, die in vergleichsweise kleinen Vereinen unterwegs sind. Ich finde es überragend, wie die Vereine ausbilden.“ Um ein ähnliches Ausbildungsniveau wie in Leistungszentren wie etwa beim Thüringer HC oder in Blomberg zu erreichen, „müssen wir an den Umfängen und an der Intensität arbeiten.“ Dietrich fordert den Schulterschluss: „Das schaffen wir nur gemeinsam – Vereine. Gliederungen und Verband.“

Der 28-Jährige ist ein Kind der Region Hannover. Er stammt aus Barsinghausen, legte am Deister 2009 die Abiturprüfung ab. Nach einem Jahr Freiwilligendienst beim TSV Barsinghausen studierte Dietrich in Mainz Geschichte und Deutsch auf Gymnasiallehramt. Von Mainz aus wechselte er in das Referendariat an eine Schule in Osnabrück. 

Timm Dietrich habe seine Leidenschaft für das Spiel mit Hand und Ball vor 20 Jahren entdeckt, sagt er. „1998 bot Gerd Köhler in Barsinghausen eine Handball-AG an. Da war ich dabei.“ Bis zum Studium habe der zukünftige Landestrainer dem TSV die Treue gehalten, absolvierte bei dem Verein nach dem Abitur auch ein Freiwilliges Soziales Jahr im Sport.

Die ersten Einsätze als Trainer erfuhr der 28-Jährige früh. „Da war ich 13 oder 14 Jahre alt. Ich habe zunächst bei unseren Minis geholfen, bin dann nach und nach mehr in die Trainertätigkeit hineingewachsen. Während der Oberstufenzeit trainierte ich zeitweise drei oder vier Mannschaften. Während des Studiums wurde das Ganze dann weiter professionalisiert.“

Noch in Barsinghausen knüpfte Timm Dietrich Kontakte zu EHF-Lektor Klaus Feldmann, war dann für handballakademie.de während des Studiums in der Trainerausbildung tätig.Was ihn, als ehemaligen Spieler, aber genauso als Trainer, am Handballsport reize, sei „der Mix aus vielen, vielen Aufgabenstellungen“, die „unser Sport“ abfordere. „Es geht nicht darum, nur schnell laufen oder weit springen zu können. Das Entscheidungsverhalten ist ein ganz großes Thema. Man muss in der Lage sein, auch unter Druck seine Handlungsmuster abzurufen. Das macht den Reiz aus.“