Ländervergleich Niederrhein: Freud und Leid der HVN-Teams

Freud und Leid liegen beim Ländervergleichsturnier des Handball-Verbandes Niederrhein in Ratingen dicht beieinander. Während die Spielerinnen des HVN-Kaders W98 nach drei Begegnungen auf 5:1 Punkte verweisen, warten die Aktiven des Kaders M97 noch auf den ersten Punkt. Um 13 Uhr treffen die HVN-Teams auf die aus Hessen.

Spielszene aus der Begegnung HVN-Kader W98 gegen die ARGE Rheinland-Pfalz.

HVN-Kader W97 – Handball-Verband Niederrhein 26:19

Die Spielerinnen des HVN-Kaders W97 spendierten den HVN-Trainerinnen Nadine Große und Sabine Kalla einen entspannten Einstieg in den zweiten Turniertag. „Wir freuen uns“, kommentiert Große die Leistungen der 97-Er, die nach 50 Spielminuten einen ungefährdeten Sieg gegen die Auswahl des Handball-Verbandes Niederrhein feierten. Große: „Wir sind nicht nur besser aus dem Bett, sondern auch besser ins Spiel gekommen.“

Niederrhein ging zwar nach dem ersten Angriff mit 1:0 in Führung, dann aber schon übernahmen die Niedersachsen die Regie und führten nach zehn Minuten mit 8:2. Bis zur Halbzeit hatte sich das Team um das Trainergespann Große / Kalla bereits auf 13:4 abgesetzt.

In Halbzeit zwei ließen die Niedersachsen nichts mehr anbrennen, spielten auf Tempo, präsentierten Kombinationen. Der Lohn? Zehn Tore Vorsprung in Spielminute 36 (20:10). Niederrhein verkürzte zwar noch mal zwischenzeitlich auf 14:20, wovon sich die Niedersachsen allerdings nicht beirren ließen. Endstand 26:19.

Das Geheimnis des Erfolges? „Die Abwehr“, sagt Nadine Große. „Daran arbeiten wir, seitdem der Kader zusammen trainiert. Und ein wenig Glück.“ Die HVN-Trainerin scheint abergläubisch zu sein. Nach dem morgendlichen Spaziergang klebte an ihren Schuhen und an denen von drei Spielerinnen Hundekot. „Das bringt Glück“, sagt die HVN-Trainerin. Trainerkollegin Sabine Kalla: „Darauf lässt sich aufbauen...“

HVN-Kader M97 – Handball-Verband Niederrhein 23:29

Der Auftritt des HVN-Kaders M97 beim Länder-Vergleichsturnier in Ratingen steht unter keinem guten Stern: Im dritten Spiel des Turniers unterlagen die Niedersachsen mit 23:29 Toren dem Handball-Verband Niederrhein und warten nach wie vor auf den ersten Punktgewinn.

HVN-Landestrainerin Christine Witte, die gemeinsam mit HVN-Trainer Stephan Schneider den Kader betreut: „Die erste Halbzeit ging in Ordnung, wir haben aus einer funktionierenden Abwehr gut nach vorne agiert.“ In Halbzeit zwei präsentierten sich die Spieler anders: „Unkonzentriert – und dadurch viele technische Fehler“, sagt die Landestrainerin. Stephan Schneider: „Das Turnier hat uns jetzt schon gezeigt, woran wir arbeiten müssen.“

Bis zur 20. Spielminute gestalteten beide Mannschaften das Spiel ausgeglichen. Spielstand 7:7. In Spielminute 24 ging die Vertretung des Gastgebers das erste Mal mit zwei Toren in Führung (10:8). Den Vorsprung hielten sie bis zur Halbzeit (11:9).

Zu Beginn der zweiten Spielhälfte konnten die Niedersachsen zwar noch mal auf 12:13 (30. Spielminute) verkürzen, gerieten dann aber immer mehr ins Hintertreffen. Niederrhein baute den Vorsprung langsam aber kontinuierlich aus und hielt die Schützlinge von Christine Witte und Stephan Schneider auf Distanz. Endstand: 23:29.

HVN Kader W98 – ARGE Rheinland-Pfalz 27:18

Die Spielerinnen um die beiden HVN-Trainerinnen Sabine Kalla und Nadine Große gaben sich von Beginn an entschlossen, gingen in Spielminute zwei mit 2:0 in Führung, 15 Minuten später hatten die Niedersachsen den Vorsprung auf 12:6 ausgebaut. Die Arge steckte nicht auf, kämpfte sich bis zur Halbzeit bis auf ein Tor (14:13) an die Niedersachsen heran.

Nach zwei weiteren Treffern gleich zu Beginn von Halbzeit zwei ging Rheinland-Pfalz das erste Mal in der Begegnung in Führung (15:14), die „jungen Damen“ des Handball-Verbandes Niedersachsen fanden wieder ins Spiel. Beim Stand von 18:17 in der 39. Spielminute brachen die den Niedersachsen körperlich unterlegenen ARGE-Spielerinnen ein, die HVN-Auswahl zog schließlich über 20:18 und 24:18 zum 27:18-Endstand davon.

Sabine Kalla attestierte Torhüterin Anika Studier „eine mehr als solide Leistung“: „Was Rike Kühling im ersten Spiel für die Mannschaft geleistet hat, zeigte Anika jetzt gegen Rheinland-Pfalz.“ Konkrete Lobesworte gab es auch für Nathalie Pagel, die nicht nur in der Abwehr konsequent gearbeitet, sondern genauso im Angriff einen „sehr guten Eindruck hinterlassen“ habe. Dass das „Team Niedersachsen“ Mitte der ersten Halbzeit einen Sechs-Tore-Vorsprung verschenkt hatte, tragen die HVN-Trainerinnen Kalla und Große mit Fassung: „Das ist zum Teil auch auf das Wechseln zurückzuführen“, sagt Nadine Große. „Wichtig war uns, dass sich alle Spielerinnen zeigen konnten.“ Sabine Kalla: „Wir müssen noch an der Kontinuität arbeiten.“     

HVN Kader M97 – ARGE Rheinland-Pfalz 23:34

Die Kritik am Team von Schneider und auch von Landestrainerin Christine Witte dürfte bei den Auswahlspielern angekommen sein. Hendrik Bochow, der in der 40. Spielminute nach einem Zusammenprall mit einem Gegenspieler leicht verletzt ausgewechselt wurde: „Wir hätten das Spiel gewinnen können, haben zu viele einfache Fehler gemacht.“ Die Mannschaft sei sich einig: „Das passiert uns nicht noch einmal.“

Und dabei waren es die Niedersachsen, die am besten ins Spiel gefunden hatten: Bereits nach vier Minuten lag das Team um Christine Witte und Stephan Schneider mit 4:0 in Front. Rheinland-Pfalz glich in der zwölften Minute aus (6:6), übernahm 60 Sekunden später erstmals mit dem 7:6 die Führung und setzte sich bis zum Ende der ersten Spielhälfte auf fünf Tore ab (16:11).

Wer für die zweite Halbzeit ein Aufbäumen der Niedersachsen erhofft hatte, wurde enttäuscht. Tor um Tor legte die ARGE nach. Nach 40 Spielminuten lag die HVN-Auswahl mit acht Toren zurück. Rheinland-Pfalz ließ nicht locker, spielte konsequent weiter auf Sieg. Endstand: 23:34.

HVN Kader W98 – Handball-Verband Saar 23:23

Nadine Große gibt sich mit der Punkteteilung zufrieden, hadert aber auch: „Wir hätten gewinnen können.“ Die Niedersachsen gingen mit 1:0 in der dritten Spielminute in Führung, trafen dann bis Spielminute elf das gegnerische Tor nicht mehr. Nadine Große spricht von Anfangsnervosität. „Wir haben uns aber schnell wieder gefangen.“ Die Saarländer waren zwischenzeitlich auf 6:3 davongezogen, Niedersachen glich in der 16. von 25 Spielminuten in Halbzeit eins wieder aus (6:6). Bis zur Halbzeit konnte sich keine der beiden Mannschaften entscheidend absetzen (10:11).

„Zu Beginn von Halbzeit zwei machte sich bei uns Unsicherheit breit“, sagt Große. „Vielleicht Folge davon, dass wir viel ausprobiert und gewechselt haben.“ Im Ergebnis geriet Niedersachsen bis zur 33. Spielminute ins Hintertreffen, die Saarländerinnen setzten sich auf 20:15 ab. Die Spielerinnen der HVN-Auswahl legten die Hebel um und glichen in der 45 Minuten wieder aus (22:22). „Das war eine tolle Aufholjagd“, sagt Große. Endstand: 23:23.

HVN Kader M97 – Handball-Verband Saar 21:25

Stephan Schneider, HVN-Trainer des Kaders M97: „Auf jeden Fall war schon eine Steigerung zum EWE-Cup im Sommer in Bremervörde auszumachen.“ Zur Halbzeit in der Begegnung gegen das Saarland hatten die Niedersachsen noch mit 11:10 in Front gelegen. Schneider: „Die erste Spielhälfte haben wir über die Abwehr gewonnen, die zweite über die Abwehr verloren. Was fehlte, war Entschlossenheit.“ Der HVN-Trainer klagt über die Chancenauswertung seiner Schützlinge: „Wer sechs 100-Prozentige am Stück vergibt, der darf sich nachher auch nicht wundern, wenn er verliert.“

Und dabei sah zu Beginn der Begegnung alles nach einem Start-Ziel-Sieg für die Niedersachsen aus. Bis zur achten Minute lagen sie mit 3:0 vorne. „Nicht viele Tore“, sagt Schneider. Wohl auch Folge fehlender Konzentration der Spieler beider Mannschaften.

In der elften Minute lag Niedersachsen noch mit 6:3 in Front, in der 19. mit 8:4. Die Saarländer fanden besser ins Spiel und verkürzten bis zur Halbzeit auf 10:11 (25. Spielminute).

Schon zu Beginn der zweiten Halbzeit wirkte die Vertretung des Handball-Verbandes Saar entschlossener, glich in der 30. Spielminute erstmals aus. Bis zur 43. Spielminute (19:19) lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch, bis sich die Saarländer schließlich Tor um Tor zum 25:21 Endstand absetzten

Der Freitag

Bereits am Freitag waren die Spielerinnen des HVN-Kader W98 und die Spieler des Kaders M97 in Ratingen eingetroffen.

Die Spieler der männlichen Jugend absolvierten abends noch ein Abschlusstraining unter der Leitung des Trainer-Duos Christine Witte und Stephan Schneider. Schneider während der dem Abschlusstraining folgenden Teambesprechung: „Wir fordern, dass die Mannschaft von Anfang an hellwach ist und jeder einzelne Spieler vollen Einsatz zeigt.“

Um 14 Uhr am Freitag waren die Kader-Atlethen von verschiedenen Treffpunkten in Richtung NRW gestartet. Rike Kühling: „Die Stimmung ist gut.“ Das persönliche Ziel der Torhüterin aus Vechta: „Mindestens Platz drei.“ Alina Defayay (HSG Hannover-West): „Wir hatten viel Spaß auf der Fahrt, jetzt wird es ernst. Schließlich wollen wir uns alle für DHB-Erstsichtungen im Frühjahr empfehlen.“

HVN-Landestrainer Thomas Engler: „Nach dem EWE-Cup in Bremervörde ist das Turnier in Ratingen der zweite Wettbewerb, den wir nutzen, um die jungen Damen und Herren unter Wettkampfbedingungen auf die Erstsichtung vorzubereiten.“ Für das Turnier am Niederrhein hatten sich die Spielerinnen und Spieler erst in den Herbstferien während verschiedener Lehrgangsmaßnahmen den letzten Schliff geholt.

Landestrainerin Christine Witte schätzt das Teilnehmerfeld in Ratingen als „spielstark“ ein: „Nach dem EWE-Cup vor etwa vier Monaten müssen wir am Wochenende unter Beweis stellen, das wir uns weiterentwickelt haben.“ oti

Hier geht es zu den ersten Bildern.

Hier geht es zum Spielplan.

HVN-Kader W98

Tor - Rike Kühling (SFN Vechta), Anika Studier (HSG Heidmark)

Feld - Alina Defayay (HSG Hannover-West), Isabell Dölle (TSV Burgdorf), Nathalie Pagel (HSG Weyh./Tapp./Fallers.), Rabea Pollakowski (TSV Burgdorf), Nina Reißberg (TSV Burgdorf), Robyn Rußler (Elsflether TB), Carolin Rydzy (TSV Burgdorf), Louisa Scheruhn (TuS Jahn Hollenstedt), Celine Sperling (HSG Badenstedt), Michelle Thurau (HSG Nord Edemissen), Patricia Tiedemann (TuS Jahn Hollenstedt), Marlen Wills (HSG Rhumetal)

Offizielle: HVN Trainerinnen Nadine Große und Sabine Kalla, Physiotherapeutin Astrid Beckmann

HVN-Kader M97

Tor - Niklas Sborowski (HSG Barnstorf/Diepholz),  Jannik Rohde (TSV Burgdorf)

Feld - Patrick Dubiel (TSV Anderten), Lars Bergmann (HSG Nordhorn), Hendrik Bochow (TSV Burgdorf), Yannik Knoll (TSV Burgdorf), Patrick Dany (Eintracht Hildesheim), Malte Donker (TSV Burgdorf), Lucas Firnhaber (Eintracht Hildesheim), Nick Graafmann (TSV Anderten), Jonas Grass (TV Bissendorf-Holte), Sergej Gorphishin (Eintracht Hildesheim), Jannes Krone (TSV Burgdorf),  Jan Seeger (TSV Burgdorf),

Offizielle: HVN-Landestrainerin Christine Witte, HVN-Trainer Stephan Schneider, Physiotherapeut Helmut Körner