Kreis Diepholz: Delegierte lösen ehemalige HVN-Gliederung auf

41 Delegierte des Handball-Kreises Diepholz von 77 möglichen haben am Montag während des Kreistages in Osterbinde die Auflösung des eingetragenen Vereins beschlossen – einstimmig und ohne Diskussionen. Seit Beginn der Saison 2012/2013 verfügt der Handball-Kreis Diepholz nicht mehr über einen eigenen Spielbetrieb. Mit der Einstellung des Spielbetriebes war der Verein aus den Reihen der Gliederungen des Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN) verschwunden.

Ehrungen beim Kreistag: HVN-Präsident Stefan Hüdepohl mit Karl-Heinz Tabens, Matthias Müller, Wilhelm Bäker, Gabriele Müller, Dieter Lindenberg und Carsten Schlotmann (v.l.). – Foto: Harms

Trotz anstehender Auflösung wählten die Delegierten in Beisein des Präsidenten des Handball-Verbandes Niedersachsen, Stefan Hüdepohl, den bisherigen Vorsitzenden Dieter Lindenberg zum Ehrenvorsitzenden. Lindenberg hatte den Kreisverband seit 1978 geführt. Zu Ehrenmitgliedern bestimmten die Delegierten die stellvertretenden Vorsitzenden Wilhelm Bäker und Carsten Schlotmann. HVN-Präsident Hüdepohl zeichnete am Montag in Osterbinde den ehemaligen obersten Spieltechniker des Kreises, Karl-Heinz Tabens, mit der silbernen Ehrennadel des Verbandes aus. Kreisehrenbriefe nahmen aus den Händen von Dieter Lindenberg der stellvertretende Vorsitzende Jugend, Matthias Müller, und dessen Ehefrau Gabriele entgegen. Gabriele Müller hatte bis zur Einstellung des Spielbetriebes im Kreis ihren Mann unter anderem durch die Übernahme der Leitung von Spielstaffeln unterstützt. Eine Ehrung für Jürgen Schmidt, langjähriger Spielwart des Kreisverbandes, steht noch aus. Schmidt sollte am Montag zum Ehrenmitglied ernannt werden, nahm aber nicht an dem Kreistag teil. 

Verbandspräsident Stefan Hüdepohl, der in Beisein des Vizepräsidenten Spieltechnik, Jens Schoof, und der Gliederungsvorsitzenden Tom Behrmann (Handball-Region Mitte Niedersachsen) und Thomas Kowalski (Handball-Region Oldenburger Münsterland) zum Kreistag gereist war, bezeichnete die Auflösung des Vereins als „Ausfluss der Strukturreform“, die der Verband vor knapp zehn Jahren eingeleitet hatte und in deren Folge die Kreis-Diepholzer Vereine sich gezielt dem Spielbetrieb benachbarter HVN-Gliederungen angeschlossen hätten. „Kurze Wege für kurze Beine“, erklärte Dieter Lindenberg die Zielsetzung der Reform, die für den Handball-Kreis Diepholz mit dessen Auflösung abgeschlossen werde.

Laut Peter Schnabel, dem Vorsitzenden des Kreissportbundes Diepholz, sei es jetzt Aufgabe des Handball-Gliederungen Mitte Niedersachsen und Oldenburger Münsterland, für eine Vertretung der Handballer in den Gremien des regionalen Sportbundes zu sorgen.

Die Laudatio auf Dieter Lindenberg hielt Hans-Joachim Günther, bis dato einziges Ehrenmitglied des Handball-Kreises Diepholz. „Über das, was sich hinter deinem Engagement verbirgt, könnte man ein Buch schreiben“, sagte Günther in Richtung des neuen Ehrenvorsitzenden. „Du hast den Handball-Kreis geprägt, wie kein anderer. Uns bleibt nur noch, für so viel Hingabe Dank zu sagen.“

Lindenberg forderte die Delegierten des Kreistages auf, sich verstärkt in den Gremien der benachbarten Handball-Regionen einzubringen. „Die Auflösung des Handball-Kreises ist kein Grund, Trübsal zu blasen. Es geht weiter, immer weiter. Es ist eine schöne Aufgabe, dem Sport dienen zu dürfen.“ oti