HVN-Erstsichtung Oyten: „In den Gliederungen wird ordentlich gearbeitet"

Volle Hallen in Oyten: Die Abteilung Leistungsförderung des Handball-Verbandes Niedersachsen absolvierte am Sonnabend in der Handball-Region Mitte Niedersachsen Teil eins der Talentsichtung 2015. Sonntag folgt in Emmerthal in der Handball-Region Weser-Schaumburg-Leine ab 10 Uhr Teil zwei.

Vergleichsspiele im Zuge der HVN-Erstsichtung am Sonnabend in Oyten.

Beim Gastgeber TV Oyten stellten die Kreisarbeitsgemeinschaft Bremer Umland sowie die Handball-Regionen Oldenburg, Lüneburger Heide, Friesland-Wittmund- Wilhelmshaven, Ostfriesland und Oldenburger Münsterland 220 Talente der männlichen Jugend des Jahrganges 2001 und der weiblichen Jugend des Jahrganges 2002 vor. Beteiligt an der Sichtung haben sich zwei Mannschaften des Bremer Handballverbandes.

Neben Vergleichsspielen der Gliederungen hatten die Landestrainer sportmotorische Tests auf die Agenda genommen. 

„Eben alles was man zum Handballspielen braucht“, sagt Christian Hungerecker, „schnelles Laufen, den Ball weit werfen, Turnen.“ Mit dem Leistungsstand der Talente gibt sich der Landestrainer zufrieden. „Das was wir gesehen haben, war schon sehr ordentlich. Wir brauchen uns um den Nachwuchs in Niedersachsen keine Sorgen zu machen. In den Gliederungen und in den Vereinen wird gut gearbeitet; wenn auch sehr unterschiedlich.“ Optimierungsbedarf sieht Hungerecker in den Abwehrleistungen: „Vor allem in der Grundstellung und in der ersten Abwehrgrundbewegung rückwärts-seitwärts; zumindest bei den Mädchen. Der Übergang von der Mann- zur Raumdeckung, der bei den Mädchen in diesem Jahrgang ansteht, ist immer wieder ein Knotenpunkt in der Ausbildung.“

Widmet Hungerecker sein Hauptaugenmerk der weiblichen Jugend, verantwortet Landestrainerin Christine Witte die Talentsichtung im männlichen Bereich. Sie spricht von einem „guten Jahrgang“: „Vielleicht etwas weniger in der Spitze, dafür in der Breite solide ausgebildet.“ Hatte die A-Lizenz-Inhaberin im Vorjahr mit der Passqualität der Talente gehadert, „leisten die Gliederungen und die Vereine in diesem Bereich inzwischen gute Arbeit.” Sie habe wenige technische Fehler, dafür gute Kooperationen im Angriff ausgemacht. Wie Christian Hungerecker sieht sie noch Entwicklungsbedarf in den Abwehrleistungen: „Wir müssen in unserer Arbeit mehr den Ballgewinn in den Vordergerund stellen.” Thomas Cordes, einer von insgesamt vier HVN-Trainern, die an diesem Wochenende die Sichtungen begleiten: „Die Jungs müssen insbesondere in der Abwehr noch an der Kommunikation, an der Ansprache arbeiten; auch an der Präsentation. Ich habe kaum jemanden gesehen, der richtig aus sich herauskommt.” Cordes zu den Angriffsleistungen: „Wir müssen noch im Tempospiel nachlegen. Da müsste etwas mehr Gas gegeben werden.“

Die örtliche Ausrichtung des ersten Teils der HVN-Talentsichtung 2015 hatte der TV Oyten übernommen. „Wir haben die ehrenamtliche Kräfte, verfügen über entsprechende Räumlichkeiten und machen das gerne“, sagt Jürgen Prütt. Der Koordinator spricht von Networking: „Für uns ist die Ausrichtung auch eine Chance,  die Kontakte zu den Mitarbeitern des Verbandes und den Gliederungen zu pflegen.“

Vom Leistungsstand der Talente aus den Gliederungen überzeugte sich Sonnabend in Oyten unter anderem Bernd Wassermann, Vorsitzender der Handball-Region Elbe-Weser. In der Leistungsförderung sieht er neben der Arbeit im Breitensport einen wichtigen Bestandteil der Arbeit in den Regionen: „Für uns in die Sichtung eine gute Gelegenheit, zu zeigen, was in den Vereinen und der Talentförderung der Region geleistet wird.“ Der Stellenwert der Veranstaltung für die Aktiven selbst sei nicht zu unterschätzen: „Die Spieler, die wirklich vorankommen wollen, können sich hier am besten empfehlen.“ oti