HVN-Delegierte reisen zum Bundestag nach Wiesbaden

„Im Prinzip ist gegen die Ansätze nichts einzuwenden“, sagt Wolfgang Ullrich, Präsident des Handball-Verbandes Niedersachsen. „Aber der Teufel liegt bekanntlich oftmals im Detail.“ Ullrich führt am Freitag die neunköpfige Delegation an, die die Farben des Handball-Verbandes Niedersachsen beim Bundestag des Deutschen Handballbundes vertreten wird. Allein zur DHB-Satzung stehen an die 40 Änderungsanträge zur Debatte.

Führt die HVN-Delegation nach Wiesbaden: Präsident Wolfgang Ullrich.

Die gravierendsten aus Sicht des Präsidenten? „Die Neustrukturierung der Geschäftsfelder, die Stärkung des Hauptamtes und die Anpassung der Wahlzyklen an die der Olympischen Spiele“, sagt der Delegationsleiter.

Gegen die Stärkung des Hauptamtes ist aus Sicht des Pädagogen aus Duingen nichts einzuwenden. „Nach dem uns vorliegenden Beschlussvorschlag übernehmen Präsidium und Erweitertes Präsidium dann viel mehr Aufgaben ähnlich einem Vorstand oder  eines Aufsichtsrates einer Aktiengesellschaft.“ Klartext: Den Delegierten wird vorgeschlagen, „operatives Geschäft“ und Entwicklungsaufgaben klar zu trennen. „Die Vertreter der Landesverbände übernehmen demnach nicht nur Kontrollaufgaben, sondern auch mehr Verantwortung für Gestaltungsaufgaben.“ Aus der Basis für die Basis…

Dass der Vorschlag einer modifizierten Satzung zukünftigen Präsidenten gegebenenfalls auch die Möglichkeiten hauptamtlicher Tätigkeiten zubilligt, nimmt Wolfgang Ullrich gelassen hin. „Das ist nur konsequent. Zumindest dann, wenn es die Finanzen erlauben.“ Einher mit der Änderung dieses Passus der Satzung gehe auch die Einführung des Vier-Augen-Prinzipes.     

Schon kritischer sieht Wolfgang Ullrich die angedachte Neustrukturierung der Ressorts: „Ob Recht und Finanzen wirklich zusammenpassen, stelle ich persönlich ein Stück weit infrage. Da sehe ich im Detail noch Beratungsbedarf…“         

Andere „Regional- und Landesfürsten“ wohl auch. Laut Wolfgang Ullrich habe man sich während mehrerer Treffen dafür ausgesprochen, dem Bundestag per Satzungsbeschluss einen weiteren ordentlichen Bundestag im Jahr 2012 zu empfehlen. „Alle Anträge, die in die Struktur des Verbandes eingreifen, könnten dann noch für ein Jahr zurückgestellt werden, was nicht heißen darf, dass sie auf die lange Bank geschoben werden.“

Unbeschadet davon bleiben neun Anträge auf Änderung der Spielordnung und knapp 30 auf Änderung der Rechtsordnung. Präsident Ullrich: „Langeweile wird am Wochenende in Wiesbaden mit Sicherheit nicht aufkommen…“ oti