Gedankenspiele in Weser-Ems: Kooperation der Nord-Gliederungen

„Schlussendlich macht eine Kooperation nur Sinn, wenn man sich im Vorfeld gründlich mit der Ist-Situation auseinandersetzt“, sagt Wolfgang Sasse. Der Vorsitzende der Handballregion Oldenburg war jetzt Gastgeber eines Gedankenaustausches. Die Gäste? Peter Raab, Vorsitzender der Handballregion Ostfriesland, und Helmut Schuirmann, Handballregion Friesland / Wittmund / Wilhelmshaven. Das Ziel? Die Zusammenarbeit der drei Gliederungen in den Bereichen Spielbetrieb, Schiedsrichterwesen, Leistungsförderung…

Helmut Schuirmann, Handballregion Friesland / Wittmund / Wilhelmshaven.

„Die beiden Küsten-Regionen arbeiten nicht erst seit gestern zusammen“, weiß Sasse mit Blick auf den Spielbetrieb in Ostfriesland und  Friesland / Wittmund / Wilhelmshaven. Aber: „Der Käse wird zuerst am Rand trocken…“

Klartext: In einer Kooperation sehen die Vertreter der drei Gliederungen die Chance, in einem gemeinsamen Spielbetrieb ein Höchstmaß an Flexibiltät zu erreichen – und eben den Umfang „des Käses Ränder“ zu minimieren.

Sasse, Raab und Schuirmann wissen, dass sie, wollen sie ihr Ziel erreichen, die Vereine in den Gliederungen mitnehmen müssen. „Angedacht sind noch in diesem Frühjahr Informations- und Ausspracheveranstaltungen, wo wir unsere Ideen vorstellen wollen.“

Offen sein sollen die Abende auch für Vereine aus den Nachbar-Gliederungen, die – aufgrund ihrer geografischen Lage – gegebenenfalls Interesse haben, sich an der Kooperation zu beteiligen.  

Den Tagungen voraus gehen Experten-Runden, wo die jeweiligen Ressortleiter nicht nur die Situation erörtern, sondern auch gemeinsam konkrete Ziele entwickeln.

Ein Ziel könnte laut Sasse sein, bereits für die Saison 2011/2012 einen gemeinsamen Spielbetrieb in den A-, B- und C-Jugend-Klassen auf die Beine zu stellen. „Um mit mehr Mannschaften und damit auch in  mehreren Staffeln nicht nur den Basisspielbetrieb sicherzustellen, sondern auch dem Wunsch der Vereine nach Leistungsorientierung nachzukommen.“ Das würde aber auch bedeuten, dass bereits im April das Konzept auf die Beine gestellt sein müsste.

Einher gehen könnte mit der Kooperation im Jugendspielbetrieb auch eine im Schiedsrichterwesen. Sasse, Schuirmann und Raab schwebt eine Art Jungschiedsrichterkonzept vor, das speziell auf diese Jugendspielklassen ausgerichtet ist.

Handlungsbedarf sehen die Vertreter der drei Gliederungen genauso in der Leistungsförderung. Sasse: „Da laufen uns die Kosten weg.“ Eine Kooperation wie in der Kreisarbeitsgemeinschaft Bremer Umland, wo mehrere Gliederungen gemeinsam ihre Talente den Sichtern des Handball-Verbandes Niedersachsen vorstellen, wäre demnach durchaus denkbar.

„Bisher sind das nur Gedankengänge“, sagt Wolfgang Sasse. „Allerdings welche, die es lohnt, sie weiterzuverfolgen.“ oti