Erstsichtung W99: „Namen werden Ende April bekannt gegeben“

Der TV Dinklage hat sich mit der Ausrichtung der HVN-Erstsichtung des Jahrgangs W99 am Sonnabend und Sonntag für weitere Aufgaben empfohlen. HVN-Landestrainer Thomas Engler gestern gegenüber der Redaktion von hvn-online.com: „Ein ganz dickes Lob an das Organisationsteam um Nicki Rösner und Jan Herzog.“ Gut 160 Sportlerinnen aus 15 Gliederungen des Handball-Verbandes Niedersachsen stellten sich am Wochenende im Oldenburger Münsterland den Sichtern vor.

Helferinnen des TV Dinklage bei der Erstsichtung des Jahrgangs W99.

Pünktlich um 12.45 Uhr am Sonnabend begann die Sichtungsveranstaltung. Thanee Mattner vom SV Wacker Osterwald  am frühen Sonnabendnachmittag: „So langsam legt sich die Nervosität.

Thanee Mattner war mit der Auswahlmannschaft W99 der Handball-Region Hannover nach Dinklage gereist, hatte die Sichtung mit Spannung erwartet. Ihr (vorläufiges) Fazit: „Manche Übungen waren ganz okay, andere weniger. Vor allem die nicht, die wir vorher nicht ausprobiert hatten.“ Schafft die Osterwalderin den Sprung in den vorläufigen Sichtungskader des Handball-Verbandes Niedersachsen? „Weiß ich gar nicht“, sagte sie am Ende des ersten Sichtungstages. „Zufrieden bin ich jetzt schon. Alles, was man mitnimmt, kann man schließlich auch zuhause im Verein einbringen.“ Zufrieden mit der Leistungen ihres Schützlings dürften die Auswahltrainer Linda Wein und Benjamin Köhler sein: Mit einem Ergebnis von zehn Minuten  und acht Sekunden bei den ersten Sichtungstag abschließenden „Shuttle-Run“ platzierte sich die Osterwalderin beim Ausdauertest in der Spitzengruppe der Probanden.

Was die Sichter bestätigten – neben Landestrainer Thomas Engler, Nadine Große, Sabine Kalla, Kathrin Mürmann und Dirk Misterek. Nadine Große verstärkt seit einem Jahr den Trainerstab des Handball-Verbandes Niedersachsen und nahm am Sonnabend in Dinklage erstmals am Tisch der Sichter Platz. Zu den „alten Hasen“ zählt dagegen Sabine Kalla. „Nicht nur die Form der Sichtungen, sondern auch die Inhalte haben sich seit 1990 ständig verändert“, sagt sie. Was laut Dirk Misterek, im „vierten oder fünften Jahr“ Sichter und Stellvertretender Vorsitzender Jugend der Handball-Region Hannover, nicht unerheblich auf die Arbeit mit den Jugendlichen in den Gliederungen auswirke. „Bei uns bereiten wir die Mädchen und Jungen über einen Zeitraum von zwei Jahren auf dieses Ereignis vor.“ Ziel sei primär, Talente für weiterführende Aufgaben zu empfehlen. „Die Auswahlspieler übernehmen aber auch eine nicht zu unterschätzende Multiplikatorenfunktion, indem sie Impulse in die Vereine tragen.“

Zu den Gästen in Dinklage zählten am Sonnabend „Ehemalige“: Isabelle Bolles, Jana Korner und Tina Deeben, die den Handball-Verband Niedersachsen erst im Frühjahr bei der Vorrunde zum DHB-Länderpokal in Nettetal vertreten hatten, nutzen die Chance, ihren möglichen Nachfolgerinnen von ihren Erfahrungen auf dem Weg zu den Sichtungen des Deutschen Handballbundes zu berichten.

Jana Korner war 2009 bei der Erstsichtung in Hollenstedt angenehm aufgefallen: „Wir haben damals nur ein Turnier gespielt“, sagt die Angehörige des Jahrgangs W96.

Denise Kricheldorf-Mai, Referentin für Kinder- und Jugendhandball im Verband, die Sonnabend die Auswahlmannschaft der Handball-Region Südniedersachsen nach Dinklage begleitet hatte, hält die Koordinations- und Beweglichkeitstests durchaus für sinnvoll: „Wenn diese Leistungen bei den Sichtungen abverlangt werden, stellen sich auch die Vereine darauf ein. In der Schule lernen die Mädchen und Jungen so etwas heute nicht mehr.“

Unterstützt wurden die Sichter beim Stationsbetrieb am frühen Sonnabendnachmittag durch Angehörige des TV. Stellvertretender Abteilungsleiter Jan Herzog sprach vom dritten Jahr, in dem die HVN-Erstsichtung in Dinklage Station mache. „Von unseren 25 Mannschaften sind zwölf an diesem Wochenende im Einsatz, um einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung zu gewährleisten – angefangen beim Herrichten der Räume in der angrenzenden Schule für die Übernachtungen über die Verpflegungsausgabe bis zu Hilfestellungen bei den eigentlichen Sichtungen.“ Selbst die Schiedsrichterleistungen übernahmen schlussendlich Angehörige des TV. Die Anforderung von Referees beim Arbeitskreis Schiedsrichterwesen des Verbandes war dem Vernehmen nach im Sande verlaufen.

Laut Herzog könne sich der TV durchaus vorstellen, auch in den Folgejahren ähnliche Veranstaltungen in Dinklage auszurichten. „Schließlich ist das Werbung für unseren Sport.“ Gegen eine höhere Besucherzahl hätte der stellvertretende Abteilungsleiter nichts einzuwenden.  „Ich könnte mir gut vorstellen, aus der Sichtung ein richtiges Event zu machen.“

Landestrainer Thomas Engler bestätigte dem TV ein „aktives Vereinsleben“. „Da ziehen alle an einem Strang. Das ist bemerkens- und lobenswert.“ Zu Ergebnissen der Sichtung äußerte sich Engler (noch) nicht: „Die Erkenntnisse, die wir aus der Veranstaltung gewonnen haben, wollen gründlich aufgearbeitet werden. Das bedarf Zeit.“ Für Juni kündigte Engler gestern Sichtungslehrgänge an, bei denen sich ein Teil der Teilnehmerinnen der Veranstaltung in Dinklage wiedersehen wird. „Namen geben wir Ende April bekannt.“ oti

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