Erstsichtung Emmerthal: Benennung der Sichtungskader noch in dieser Woche

Christine Witte und Christian Hungerecker, Landestrainer des Handball-Verbandes Niedersachsen, kündigen für Ende April / Anfang Mai die ersten Sichtungslehrgänge für den Jahrgang 2001 der männlichen Jugend und den Jahrgang 2002 der weiblichen Jugend an. Sonnabend in Oyten und Sonntag in Emmerthal hatten die Gliederungen des Verbandes ihre Talente vorgestellt. Hungerecker am Sonntag: „Schon in der kommenden Woche werden wir die Einladungen zu den Sichtungslehrgängen verschicken.“

Offizielle Eröffnung der Sichtung in Emmerthal.

Der Landestrainer sprach in Emmerthal von 36 Jungs, die für den 30. April und den 1. Mai in die Sportschule nach Lastrup gebeten werden. Die gleiche Anzahl an Mädchen wird dann am 1. und 2. Mai in Lastrup erwartet. Die der etwa 240 Talente aus den Gliederungen, die keine Einladungen erhalten, forderte Hungerecker am Sonntag in Emmerthal auf, weiter an sich zu arbeiten. „Die Einladungslisten sind nicht in Stein gemeißelt. Wer sich durch Fleiß und mit Talent empfehlen will, für den stehen auch weiter unsere Türen offen.“ Mit den Sichtungslehrgängen Ende April / Anfang Mai leitet der Verband für die Mädchen eine nahezu vierjährige Förderung ein, für die Jungen eine dreijährige.

Begleitet wird der Jahrgang 2001 männlich durch Florian Marotzke und Daniel Heimann, zwei Neulinge in der Riege der HVN-Trainer. Marotzke, ehemaliger Jugendkoordinator der Eintracht aus Hildesheim und heute in Diensten der HSG Badenstedt: „Die Talente dieses Jahrganges haben einen guten Einruck bei uns hinterlassen; mit zum Teil tollen Ergänzungen auf den Positionen. Wir haben auch starke Torhüter gesehen. Im Vorjahr war das Niveau nicht ganz so hoch.“ Daniel Heimann: „Die Jungs präsentieren sich gut. Wir werden das ein oder andere Talent gefunden haben.“ Seiner neuen Aufgabe blickt der B-Lizenz-Inhaber zuversichtlich entgegen: „Florian und ich kennen uns schon lange. Wir verfolgen eine ähnliche Philosophie. Das harmonisiert gut.“ Heimann aktuell noch Trainer des Verbandsligisten HV Solpke / Mieste, der mit Beginn der neuen Saison zum HSV Warberg / Lelm wechselt: „Ich möchte mich in Zukunft mehr mit dem Leistungssport auseinandersetzen und freue mich auf die Zusammenarbeit mit der Leistungsförderung des Verbandes.“

Den Jahrgang 2002 der weiblichen Jugend begleitet in den kommenden vier Jahren HVN-Trainerin Kathrin Mürmann, die am Sonnabend und Sonntag in Oyten und Emmerthal durch Sabine Kalla unterstützt wurde. Beide sprechen von „einem spannenden Jahrgang“ und bestätigten den Verantwortlichen der Talentförderung in den Gliederungen eine „gute Arbeit“. Mürmann: „Vor allem was die Grundlagen angeht. Daneben haben wir auf den einzelnen Positionen wirkliche Spezialisten gesehen.“ Sabine Kalla spricht von „fünf bis sechs starken Linkshänderinnen“.

Zu den Beobachtern der Vergleichsspiele und den sportmotorischen Tests am Sonntag in Emmerthal zählte auch Dirk Misterek, stellvertretender Vorsitzender Jugend der Handball-Region Hannover. Misterek gilt als Befürworter der Leistungsförderung. „Wenn wir unsere Talente beim HVN vorstellen, haben sie bereits eine zweijährige Förderung bei uns in der Region hinter sich.“ Die Sichtung sei eine Möglichkeit für die Talente, sich auch abseits der Internate für die Leistungsförderung zu empfehlen. „Wir wissen schließlich auch nicht, ob die Einrichtungen für die nächsten zehn Jahre gesichert sind.“ Der Neustädter mit Blick auf die Aktiven: „Es ist für jeden Handballer etwas Besonderes, in einer Auswahlmannschaft zu spielen; egal ob auf Regions- oder Landesebene.“

Olaf Denecke, kommissarischer Vizepräsident Jugend des Handball-Verbandes Niedersachsen, bestätigt das. Er sprach während der Begrüßung von einem „großen Tag für die Mädchen und Jungen“, auf die sie sich lange vorbereitet hätten. Denecke dankte am Sonntag in Emmerthal den Eltern, die sich „so manche Stunde und so manchen Kilometer ans Bein binden“, würdigte genauso das Engagement der örtlichen Ausrichter, des TV Oyten am Sonnabend bei der Sichtung Nord und der TSG Emmerthal am Sonntag bei der Sichtung Süd.

Stephan Kutschera, der Sonntag für die TSG in Emmerthal die Organisationsfäden in den Händen hielt: „Wir sind jetzt zum fünften Mal in Folge Gastgeber, haben nur ein Jahr zwischendurch pausiert. Wir können eben nicht Nein sagen.“ An die 40 Mitarbeiter hatte die TSG am Sonntag im Einsatz. Kutschera: „Wir haben ein offenes Herz für die Jugend. Basisarbeit ist wichtig. Wir bilden das Fundament und für das, was oben herauskommt, dafür sind dann HVN und DHB verantwortlich.“

Landestrainerin Christine schätzt an Veranstaltungen wie den HVN-Erstsichtungen  unter anderem den Dialog mit den Trainern. „Hier haben wir die Chance, das ein oder andere aufzuarbeiten.“ Insbesondere die Trainer der Gliederungen würde sie gerne stärker in die Prozesse mit einbinden. „Wir haben alle Gliederungstrainer zu den Sichtungslehrgängen Ende April / Anfang Mai mit eingeladen.“ Weitere Maßnahmen seien auch mit älteren Auswahljahrgängen geplant. „Damit man sieht, wo die Reise hingeht und was wir erwarten.“ Mittelfristig sei auch angedacht, die Vereinstrainer stärker mit einzubinden.

Zum Teil waren auch die am Sonnabend nach Oyten beziehungsweise am Sonntag nach Emmerthal gereist. Sina Pflücke, aktuell noch in Diensten des Hannoverschen SC: „Es ist interessant, zu sehen, was andere Regionen zu bieten haben. Als Vereinstrainer kann man sich hier gut Eindrücke holen; auch gucken, woran man selbst noch arbeiten muss.“ oti