Birkenbach: Engagement muss über Spielbetrieb hinausgehen

Doris Birkenbach, stellvertretende Vorsitzender der Jugendkommission des Deutschen Handballbundes, hat während des Jugendtages des Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN) am Sonnabend in Isernhagen dafür geworben, das Engagement für den Sport nicht nur auf den Spielbetrieb zu beschränken. „Wir dürfen nicht nur verwalten, sondern müssen viel mehr gestalten.“ Ein Ansatz: Der Einsatz für die Verankerung von Teilhabe und Vielfalt in der Gesellschaft.

Doris Birkenbach, stellvertretende Vorsitzender der DHB-Jugendkommission. - Foto: Schlotmann

„Sich nur auf den Spielbetrieb zu konzentrieren“, sagte die ehemalige Vizepräsidentin Frauen, Entwicklung und Breitensport des Handball-Verbandes Schleswig-Holstein, „reicht nicht aus.“ Sie verwies auf die sich stetig verändernden Anforderungen an die Gesellschaft und damit auf die sich ständig ändernden Rahmenbedingungen für den Sport.

In Isernhagen stellte die Vertreterin der DHB-Jugendkommission im Zuge ihres Beitrages (Alles inklusiv – der Weg der deutschen Handballjugend in die Zukunft) die Bemühungen des Spitzenverbandes um die Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen am Handballsport vor.

Birkenbach verwies auf die im Jahr 2007 von den Vereinten Nationen verabschiedete „Behindertenrtechtskonvention“, nach der allen Menschen, und damit auch denen mit Behinderungen, Zugang zum gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen ist.

„Das Abschneiden bei den Paralympics ist kein Maßstab“, sagte Birkenbach. Inklusion bedeute, dass Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen neben- und miteinander Sport treiben.

Die Konzeption des Deutschen Handballbundes, die seit 2014 regelmäßig fortgeschrieben wird, basiere auf den Säulen Spielen, Zuschauen, Engagement. In Deutschland hätte sich zwischenzeitlich eine Vielzahl von Gruppen gebildet, in den Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam Handball spielen. Das Paradebeispiel: „Freiwurf Hamburg“, Deutschlands erste inklusive Handballliga, in der sich sieben Mannschaften aus vier Vereinen zu einem regulären Ligabetrieb zusammengeschlossen haben.  „Das ist großer Sport, der da gezeigt wird", erklärte die Referentin. Aber: „Wir sind noch auf dem Weg, es ist noch eine Menge zu tun.“

Dass sich zwischenzeitlich auch in Niedersachsen eine Initiative gebildet hat, die den inklusiven Handball-Sport fördern will, begrüßt die DHB-Vertreterin. „Das ist eine Arbeit, die Spaß macht“, die aber primär von den Vereinen getragen werden müsste. „Wir als Verband können nur den Rahmen schaffen und Hilfestellungen geben", sagte Birkenbach und verwies auf den für Sonnabend, 4. März, in Sulingen geplanten Workshop, den sie begleitet. „Wir sind noch lange nicht am Ende.“

Eingangs des Jugendtages hatte Doris Birkenbach die seit dem Jahr 2014 aktuellen Tätigkeitsfelder der deutschen Handballjugend skizziert. Sie sprach unter anderem über die Aktivitäten in den Bereichen Handball und Schule, die inzwischen wissenschaftlich begleitet werden, über junges Engagement, aber genauso die Mitgliedergewinnung. „Alles Themen, die uns in Zukunft immer mehr beschäftigen werden und unser aller Engagement erfordern.“ oti