„Aus ganzem Herzen verdient“ - Bundesverdienstkreuz für Erika Petersen

In dieser Woche erhielt mit Erika Petersen eine der prägendsten Frauen des deutschen Handballs das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. „Ich war überrascht, als ich davon erfahren habe. Damit hätte ich nicht gerechnet", sagt die 67-jährige Hannoveranerin, die 2011 für ihre Verdienste um den Handball auch zum Ehrenmitglied des Deutschen Handballbundes gekürt worden war.

Erika Petersen nach der Auszeichnung in Hannover. Foto: Ciemalla

Hannovers Bürgermeister Bernd Strauch erklärte, dass Erika Petersen eine Person sei, „die diese Auszeichnung aus ganzen Herzen verdient" habe.

„Cool, Oma", sei die erste Reaktion ihrer Enkel gewesen, berichtete Petersen bei der Feierstunde im Rathaus Hannover bei der der Orden und die von Bundespräsident Joachim Gauck unterzeichnete Ernennungsurkunde überreicht wurden. „Ich verstehe den Verdienstorden weniger als persönliche Auszeichnung, sondern als Anerkennung für alle Frauen im Handball", erklärt Petersen unterdessen. Auch bei der Verleihungszeremonie wies sie nicht nur auf die vielen Mitstreiterinnen in den verschiedenen Gremien, sondern auch auf die unzähligen Ehrenamtlichen hin, die für den Handball sowie den Sport allgemein und über diesen hinaus eine immens wichtige Rolle für die Gesellschaft spielen.

Zum Handball kam Erika Petersen über ihren Mann Peter. „Er hat aktiv gespielt und auf einmal war ich auch im Verein engagiert", berichtet Erika Petersen über den Start vor über 30 Jahren als Übungsleiterin bei der SG Misburg und im Kreisverband.

Paralell war sie zunächst auch in der Kommunalpolitik aktiv, bei der Verleihung wusste Bürgermeister Bernd Strauch von gemeinsamen Sitzungen zu berichten. „Die Entscheidung für den Handball war aber die richtige, die habe ich nicht bereut", blickte Petersen auf diese Zeit zurück. Über das Engagement beim Norddeutschen Handball-Verband führte der nächste Schritt dann auf die nationale Ebene: „Mädchenwartin" hieß der Posten damals, dass sich dieses Frauenbild im Deutschen Handball-Bund über die Jahrzehnte geändert hat, geht zum Großteil auf das Konto von Petersen, die mit der Frauenkommission des DHB Einfluss nahm und als „Frauenbeauftragte" Mitglied des Erweiterten Präsidiums des DHB wurde.

„Beeindruckend ist die lange Zeit, in der sich Erika Petersen engagierte und noch engagiert", erläuterte Bürgermeister Bernd Strauch dabei, dass die Geehrte weiterhin im Handball tätig ist. Als Spielleitende Stelle der Frauenbundesliga beispielsweise und zudem in dem von ihr geschaffenen Netzwerk von Frauen, nicht nur aus dem Handball, sondern auch aus anderen Sportarten sowie der Politik.

Dem schloss sich Berndt Dugall, der für die Handball Bundesliga Frauen und als Abgesandter des DHB an der Feierlichkeit teilnahm, an: „Erika Petersen hat sich über Jahrzehnte auf vielen Ebenen nachhaltig und verlässlich engagiert, seit nunmehr zehn Jahren auch als Spielleitende Stelle in der Handball Bundesliga Frauen. Der Vorstand der HBF freut sich sehr, dass das langjährige und erfolgreiche Wirken von Erika Petersen auch außerhalb des Handballs mit der Überreichung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland durch den Bürgermeister der Stadt Hannover gewürdigt wurde", so Dugall.

Angesichts der aktuell stattfindenden WM war der Handball das vorherrschende Gesprächsthema auf dem sich anschließenden Empfang. Schließlich war mit Sohn Klaus-Dieter von Erika Petersen auch ein Europameister,Vize-Weltmeister und Silbermedaillengewinner von Olympischen Spielen bei der würdigen und doch familiären Zeremonie vor Ort. Als höchster Ordensträger der Familie wurde Klaus-Dieter Petersen - Inhaber des Silbernen Lorbeerblatts, der höchsten Auszeichnung im deutschen Sport - allerdings an diesem Tag abgelöst.

„Wir wissen alle, dass ein solches Engagement nur mit Hilfe der Familie möglich ist", wies Bürgermeister Bernd Strauch dabei auch auf die Bedeutung der Gäste um Ehemann Peter hin. „Ein Vorbild für viele Frauen", sei Erika Petersen erklärte Strauch."Sie hat Verantwortung übernommen und sich um den Handballsport außerordentlich verdient gemacht."

Da er die Geehrte persönlich seit langer Zeit kenne, fügte Strauch an, dass ihn bei dieser Ehrung etwas besonders freue und schloss mit einem Satz, mit dem er jedem der Anwesenden aus der Seele sprach: „Ich weiß, hier ist nicht nur jemand einfach mal dran. Sondern hier weiß ich, dass es diese Person aus ganzem Herzen verdient." Pressemitteilung Handball Bundesliga Frauen / Christian Ziemalla