250 Nachwuchshandballer bei den HVN-Erstsichtungen

Nach zehn Minuten und 30 Sekunden beendete Patrick Dubiel des „Shuttle-Run-Test“. Die Mannschaftskollegen der Regionsauswahl Hannover quittierten die Leistung mit Applaus. Patrick Dubiel ist einer von insgesamt etwa 250 Nachwuchshandballern aus ganz Niedersachsen, die sich am Wochenende bei den HVN-Erstsichtungen in Dinklage und Emmerthal den Sichtern vorstellten.

HVN-Erstsichtung in Dinklage.

„Das war ganz okay“, übt der Hannoveraner Selbstkritik und nimmt die Anerkennung der Mannschaftskameraden wohlwollend zur Kenntnis. „Wir haben uns ja auch lange genug auf die Sichtung vorbereitet.“ Wohl nicht ohne Grund: Ziel der Landestrainer Klaus Dieter Petersen und Thomas Engler  ist, aus den von den Regionen und Kreisen vorgestellten Sportlerinnen und Sportlern einen „vorläufige erweiterte Landeskader“ zusammenzustellen. Engler spricht von „40 plus X“ Athleten für die jeweiligen Kader, die nach Auswertung der Sichtungsergebnisse zum Stützpunkttraining beziehungsweise zu weiteren Sichtungslehrgängen eingeladen werden.

Während Thomas Engler die Sichtung des Jahrgangs m97 in Dinklage koordiniert, übernimmt für den Jahrgang w98 Klaus-Dieter Petersen in Emmerthal diese Aufgabe. Mit Beurteilungen der Leistungen halten sich die beiden Landestrainer noch zurück, weniger mit Lobesworten für die örtlichen Ausrichter vom TV Dinklage um Jan Herzog beziehungsweise der TSG Emmerthal um Stephan Kutschera.

TV-Jugendleiter Herzog spricht vom Ziel Eigenwerbung, das der TV mit der Ausrichtung der Großveranstaltung verfolge: „Wir haben fast alles im Einsatz, was unsere Abteilung zu bieten hat – angefangen bei den Damen und Herren bis hin zur B-Jugend.“ Klassenräume der benachbarten Schule mussten zu Quartieren umfunktioniert, Brötchen geschmiert, Essenausgaben eingerichtet, die einzelnen Sichtungsstationen besetzt werden. Die Helfer waren mit Spaß und Interesse bei der Sache. Maike Kalvelage, Spielerin der I. Damen des TV: „Das ist schon interessant, was vom Nachwuchs verlangt wird. Man vergleicht das schnell mit dem, was man selbst in der Lage wäre zu leisten.“ Jan Herzog: „Viele Veranstaltungen des HVN finden in und um Hannover statt. Mit der Ausrichtung der Sichtung haben wir die Möglichkeit, auf uns aufmerksam zu machen.“

Das Ziel „Eigenwerbung“ scheint aufzugehen. Christin die Gosink aus der Handballregion Grafschaft Bentheim / Emsland, Teilnehmerin der Sichtung des Jahrgangs w98: „Bisher wusste ich nicht, wo Emmerthal ist. Bisher gefällt es mir gut hier. Alles ist gut organisiert, auf Fragen kriegt man von netten Leuten Antworten, die Verpflegung passt.“

Zum Teil wurden die Sportlerinnen und Sportler von ihren Eltern begleitet. Nicole Hohnroth aus Bad Münder (Handballregion WSL): „Meine Tochter Laura ist ganz schön aufgeregt. Wenn die Sichtung vorbei ist, dann reist sie gleich weiter nach Uslar zum HVN-Fördercamp.“ Die Begeisterung am Handballsport und die Bereitschaft, sich sportlich weiterzuentwickeln, hätten sich nicht zuletzt durch das Auswahltraining auf Regionsebene eingestellt. „Laura gefällt der Vergleich mit anderen Mädchen im Team – und vor allem die Trainer der Auswahlmannschaft haben viel dazu beigetragen, dass sie motiviert ist, ihre Möglichkeiten auszutesten.“

Vorgestellt in Emmerthal am Sonnabend hat sich die neue Referentin für Kinder und Jugendhandball im Handball-Verband Niedersachsen, Denise Kricheldorf-Mai: „Ich möchte mir einen Überblick verschaffen, wie die Sichtung nach dem neuen Modell in der Praxis aussieht.“ Die Auswahlarbeit ist der Referentin nicht fremd. Zurzeit betreut sie den Auswahljahrgang w99 der Handallregion Südniedersachsen, der während der HVN-Erstsichtung 2012 vorgestellt wird. oti / od

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