1970-79

1970

Eine erneute Satzungsänderung wird auf dem Verbandstag am 20./21. Juni 1970 in Oldenburg beschlossen. Einem Antrag des Frauenausschusses auf Bildung einer Oberliga für Frauen auf dem Kleinfeld wird zugestimmt.
Nach 23jähriger Tätigkeit als Kassenwart stellt sich Alfred Sempf nicht mehr zur Wahl. Zu seinem Nachfolger wird Otto Sturm gewählt. Neuer Schriftwart wird Wolfgang Schnieber, Osnabrück, Pressewart Fritz-Gerd Arentzen, Schüttorf. Die Paßstelle übernimmt Gerd Haß. Günter Krüger wird Nachfolger von Walter Ruhkopf als Jugendleiter.
Der Vorstand macht sich Gedanken über den Nachwuchs. Es sollen zwei junge Leute für die Mitarbeit im Vorstand gewonnen werden, die vorläufig, ohne Sitz und Stimme, in dem Gremium mitarbeiten. Zur Stärkung der Verwaltungsarbeit soll ein hauptamtlich er Geschäftsführer eingestellt werden.
Eine HVN-Juniorenmannschaft unternimmt eine erlebnisreiche 16tägige Reise durch Israel und trägt mehrere Spiele aus.
Hannover sieht gleich vier Ländermannschaften. Die Teams aus Dänemark, Jugoslawien, der Tschechoslowakei und Deutschland treffen zu einem Pokalkampf aufeinander.
Durch die Bildung der zweistaffeligen Bundesliga (Feld und Halle) findet der Handballsport wieder ein größeres Echo in der Öffentlichkeit und gewinnt wieder neue Handballfreunde.

1971

Der Handball-Verband Niedersachsen durchbricht eine magische Zahl: Die 50.000er Marke wird überschritten. In den beiden letzten Jahren stieg die Mitgliederzahl von 46.000 auf fast 51.000. Hinzu kommen noch etwa 10.000 passive Mitglieder, die nicht am Spielbetrieb teilnehmen.
Neben dem außerordentlich regen Spielbetrieb wird ein umfangreiches Lehrprogramm erfolgreich durchgeführt. Durch die laufende Ausbildung einer großen Zahl von Übungsleitern wird den Kreisen und Vereinen eine wesentliche Hilfe zuteil. Hervorzuheben ist weiter die intensive Arbeit auf dem Sektor des Schulsports. Es gibt kaum noch einen Bezirk, der nicht in seinem Bereich Rundenspiele selbst organisiert oder durch Schulen ausführen läßt. Durch die Gestellung von Spielrunden-Leitern, Schiedsrichtern und Wanderpreisen unterstützt der Verband diese Bestrebungen der Kreise und Schulen mit der begründeten Hoffnung, Handball-Nachwuchs für die Vereine zu gewinnen.
Das Jahr der Olympischen Spiele 1972 in München wirft seine Schatten voraus. Nicht nur die Talentsichtung mit Juniorenturnieren, die vom Deutschen Handball-Bund im gesamten Bundesgebiet besonders intensiv betrieben wird, auch die Termin- und Spielplangestaltung des HVN muß auf das Großereignis abgestimmt werden.
Zur Förderung der Spitzenspieler und Spitzenspielerinnen konnten eine Anzahl an Länderkämpfen durchgeführt werden, u. a. gegen Berlin, Hamburg, Schleswig-Holstein das Saarland und Rheinhessen.

1972

Das Jahr 1972 ist das Jahr der Olympischen Spiele in Deutschland und des 25jährigen Bestehens des Handball-Verbandes Niedersachsen.
Nach 36jähriger Unterbrechung findet das Feldhandballspiel wieder Aufnahme im Olympischen Programm. 26 Läufer, 47 Radfahrer und 10 Reiter tragen das Olympische Feuer durch Niedersachsen. 34 Sportlerinnen und Sportler aus Niedersachsen nehmen an den Olympischen Spielen in München teil.
Der Jubiläums-Verbandstag findet am Ort der Gründung des HVN in Melle am 10./11. Juni 1972 statt. Er beginnt mit einem Festakt in der Grönenburg in Anwesenheit des DHB-Präsidenten Bernhard Thiele. Eine Festschrift, von Hugo Nekat erstellt, gibt einen Überblick über die ersten schweren Aufbaujahre und die weitere Entwicklung des Handballsportes in Niedersachsen.
Beim Verbandstag im Kurhotel müssen sich die Delegierten mit umfangreichen Änderungen der Satzung, Schiedsgerichts-, Rechts- und Verfahrensordnung beschäftigen. Beschlossen wird die Einführung einer Oberliga der männlichen Jugend A ab Hallensaison 1973/74 in zwei Staffeln. Die Einführung einer Kleinfeldklasse für die Jugend und Männer auf Verbandsebene ab Spieljahr 1974 wird mit großer Mehrheit abgelehnt. Dies bedeutet kein "Entweder-Oder", zumal die Mannschaftsmeldungen in den Kreisen für den Vorzug "Klein gegen Groß" sprechen.
Hermann Reimann stellt sein Amt zur Verfügung und wird zum Ehrenpräsidenten gewählt. Sein Nachfolger wird der langjährige 2. Vorsitzende Ernst Hotho. Zum 2. Vorsitzenden wird Ludwig Landgraf, Braunschweig, gewählt. Weitere Vorstandspositionen werden neu besetzt: Frauenwartin Elisabeth Lange, Osnabrück, Mädelwartin Gerda Schneidewind, Hannover, Pressewart Eberhard Schrader, Hannover. Günter Petershagen tritt als Schulsportreferent zurück. Es wird aber noch kein Nachfolger gefunden. Der Vorstand kann mit einer Mischung aus bewährten und neuen Kräften in das nächste Jahrzehnt starten.
Der erweiterte Vorstand des Deutschen Handball-Bundes beschließt die Auflösung der Feldhandball-Bundesliga. Auch in Niedersachsen ist der Rückgang der Meldungen für das Großfeld augenfällig, wenn hier von auch nicht die höchsten Spielklassen, wie Oberliga, Bezirksliga oder Bezirksklasse betroffen sind. Eine repräsentative Umfrage unter den Mannschaften dieser Klassen ergibt fast einstimmig: "Das Großfeldspiel soll erhalten bleiben!"
Anders ist die Situation in den Kreisen Hier ist merklich ein Trend zum Kleinfeld festzustellen Das läßt sich auch zahlenmäßig belegen: Auf dem Großfeld ging die Zahl der Mannschaften von 549 auf 379 zurück, während sie für das Kleinfeld von 348 auf 543 stieg. Handball, wohin läufst du? Für die Hallenspiele waren die Meldungen der Mannschaften in den letzten drei Jahren in allen neun Bezirken ziemlich konstant.
Große Fortschritte gibt es in der Lehrarbeit. Die Zahl der ausgebildeten Fachübungsleiter ist bereits auf über vierhundert angestiegen. Hiervon profitieren in erster Linie die Vereine.

1973

Die Handballvertreter von Niedersachsen und Bremen setzen sich an einen Tisch, um die seit Jahren schwelen den Streitigkeiten aus dem Weg zu räume. Im Vordergrund der Diskussionen und Gespräche stehen spiel- und verwaltungstechnische Fragen, die sich aus der engen Verflechtung der beiden Verbände ergeben. So wird für den Bezirk Stade, der bekanntlich mit all seinen untergeordneten Kreisen am Spielverkehr des Bremer Handball-Verbandes beteiligt ist, ein neuer Beitragsmodus gefunden. Für die übrigen niedersächsischen Vereine, die der durch Bremen betreuten Nordsee-Liga angehören, wird anerkannt, daß die angeschlossenen Vereine und Mannschaften den Satzungen und Ordnungen des spieltechnisch zuständigen Verbandes unterstehen.
Zur Förderung talentierter Jugendspieler und -spielerinnen wird eine besondere Sichtung in Form von Bezirksauswahlspielen durchgeführt, bei denen die Bezirke ihre jugendlichen Talente vorstellen. Eine Auswahl dieser Talente kann bei Sichtung durch den Regionalverband für höhere Aufgaben vorgesehen werden. Bei der Talentförderung durch den Landessportbund ergibt sich, wie auch bei anderen Fachverbänden mit Mannschaftssportarten, eine gewisse Stagnation, die jedoch durch Umstellung der Förderung von den wöchentlichen Trainingsstunden zum Wochenlehrgang zu beheben sind.
Durch die Aufnahme der Sportart Hallenhandball in den Bundeswettbewerb "Jugend trainiert für Olympia" ergeben sich in den Kreisen und Bezirken mehr Möglichkeiten des Handball-Verbandes, den Schulsport zu unterstützen.
Neuer Schulsportreferent wird Klaus Becker aus Rottorf. Sein Arbeitsprogramm: Zusammenarbeit mit den Bezirks- und Kreisreferenten, Lehrgänge für Lehrkräfte und das Handballspiel für Mädchen an den Schulen vorantreiben.
Der Deutsche Handball-Bund zeichnet Vereine, die über 50 Jahre Handballspielen, mit der Ehrenplakette aus. Aus Niedersachsen haben bisher 22 Vereine die Ehrenplakette erhalten.
Der HVN verstärkt seine Anstrengungen, den Handball transparenter zu machen, seine Organisation, seine Arbeit und seine Ziele mehr als bisher in der Öffentlichkeit darzustellen. Dieser Aufgabe dient eine Pressetagung mit Vertretern des NDR und von Radio Bremen sowie einigen Regional- und Lokalzeitungen. Der Erfolg liegt allein schon darin, daß die Vertreter der Öffentlichkeitsarbeit regelmäßige Wiederholungen wünschten.

1974

Der Verbandstag findet am 18./19. Mai 1974 in Cuxhaven statt. Er bringt erhebliche Veränderungen. Das Referat hält ein alter Freund, Fritz Fromm, über "die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Handballsportes."
Ernst Hotho gibt bekannt, daß in der letzten Zeit mehrere frühere verdienstvolle Mitarbeiter des HVN verstorben sind. Dazu zählen Alfred Emge, Hermann Klemme und Karl Schmidt.
Dem HVN gehören nahezu 65.000 Mitglieder an, die in rund 6.000 Mannschaften spielen, davon die Hälfte Jugendmannschaften. Die Beteiligung am Groß- und Kleinfeldspiel hält sich die Waage.
Die Delegierten hatten sich wieder einmal mit erheblichen Änderungen der Satzung, Geschäfts-, Jugend- und Finanzordnung zu beschäftigen.
Statt des Technischen Ausschusses wurde eine Technische Kommission installiert. Bisher wurden spieltechnische, jugendspezifische und lehrtechnische Angelegenheiten durch die Ressortleiter bzw. den ihnen zur Seite gestellten Staffelleiter und Stabsmitarbeiter geleistet. Die Technische Kommission bündelt diese Aufgaben und fungiert als Führungsgremium unter dem Vorstand. Zur Technischen Kommission gehören: der Vorsitzende, Männerspielwart, Frauenspielwart, Schiedsrichterwart, Jugendwart, Mädelwart und Lehrwart.
Auch in verwaltungstechnischer Hinsicht verbessert sich die Situation dadurch, daß mit Otto Sturm ein hauptamtlicher Geschäftsführer eingestellt werden kann. Otto Sturm war bereits von 1970 bis 1974 ehrenamtlicher Kassenwart.
Das Vorstandskarussell dreht sich weiter: Günter Dalibor (der bisherige Spielwart) kandidiert nicht wieder. Er wird zum Ehrenmitglied ernannt. Neu kommen in den Vorstand:

  • Kassenwart: Günter Hepke, Rethen/L.
  • Techn. Kommission: Werner Müller, Bemerode
  • Frauenwart: Dieter Lux, Katlenburg
  • Mädelwartin: Marga Ohse, Cuxhaven
  • Pressewart: Raimund Holle, Hannover
  • Schulsportreferent: Klaus Becker, Rottorf
  • Rechtswart: Johann Möller, Gronau
  • Paßstelle: Horst Bosse, Hannover

Im Zuge der Kreisreform in Niedersachsen werden einige Kreise aufgelöst, andere zusammengeschlossen (z.B. KSB Peine, Hannover-Land, Göttingen-Land), der Stadtverband Wolfsburg trennt sich von KSB Gifhorn. Das hat erhebliche Auswirkungen auf die Struktur des Handball-Verbandes.

1975

Unverkennbar ist der Trend zum Hallenhandball auf Kosten des Großfeldes. Der relative Zuwachs beim Hallenhandball beträgt 236 Mannschaften und beim Kleinfeld-Handball 210 Mannschaften. Das Großfeldhandball ist mit 42 Mannschaften weiter rückläufig. Im Gegensatz zum Norddeutschen Handball-Verband, der für das nächste Jahr die Auflösung der Großfeld-Regionalliga beschlossen hat, sagt der HVN ein deutliches "Ja" zum Großfeldhandball. Auf Landesebene soll die Großfeld-Oberliga auf jeden Fall erhalten bleiben. Sie wird auch 1976 wieder in zwei Gruppen spielen.
Durch die "Werbung am Mann" sieht sich der Deutsche Handball-Bund gezwungen, Werberichtlinien zu erlassen und schließt sich damit dem Deutschen Sportbund an. Der Abschluß oder die Verlängerung von Verträgen, die Vereine geschlossen haben, müssen genehmigt werden. Das Werbeverbot gilt für die Spielkleidung im Wettkampfbereich, also auch für Trainingsanzüge. Dies beschließt der Vorstand des DHB auf einer Tagung in Braunschweig.
Der Handball-Verband stellt die Talentförderung um. Die anfangs nach 1972 gebildeten 26 Talentfördergruppen schrumpften immer mehr zu Vereinsgruppen zusammen, die nicht mehr den Richtlinien des Landessportbundes entsprechen. Eine Neuorganisation der Talentförderung ist notwendig geworden. Der HVN entscheidet sich für Dreitagelehrgänge in den Ferien mit dem Ziel, eine bessere Erfassung der Flächengebiete und Talente zu erreichen. Mit der Umstellung der Talentförderung erhofft sich der HVN nun endlich auch positive Auswirkungen auf Verbandsebene, nachdem das bisher praktizierte Modell hauptsächlich nur den Vereinen zugute kam.

1976

Der Verbandstag am 12. Juni 1976 findet beim "großen Bruder" im Heim des Niedersächsischen Fußball-Verbandes in Barsinghausen statt.
Kein Verbandstag ohne Satzungsänderungen und Änderungen der Wettspielbestimmungen. Ab Saison 1977/78 wird als Unterbau zur Hallen-Oberliga Niedersachsen der Männer eine Verbandsliga geschaffen. Sie enthält den Namen "Verbandsliga Süd". Die Bezirksligen Oldenburg, Ostfriesland und Huntegau werden in "Verbandsliga Nord" umbenannt. Sie gilt als Unterbau zur Oberliga Nordsee.
Es wird einheitlich in den Leistungsklassen Männer, Frauen, männliche Jugend A und weibliche Jugend A gespielt:

  • Oberliga
  • Bezirksliga
  • Kreisliga

Der Verbandstag setzt die Rechtsordnung des Deutschen Handball-Bundes zum 1.09.4976 in Kraft. Bei den Wahlen kommt es zu einer Kampfabstimmung um den 2. Vorsitzenden. Herbert Bock, Bad Nenndorf, setzt sich gegen Ludwig Landgraf durch. Weitere Veränderungen:

  • Frauenwart Monika Küster (die sich ebenfalls in einer Kampfabstimmung knapp gegen einen Mann durchsetzt)
  • Jugendwart Peter Kollander, Burgdorf
  • Schiedsrichterwart Wolfgang von Ohlen, Braunschweig
  • Pressewart Henning Opitz, Brake

Gustav Gritzan scheidet auf eigenen Wunsch nach 25 Jahren als Schiedsrichterwart aus dem Vorstand aus und wird zum Ehrenmitglied gewählt.
Die Mitgliederentwicklung wird von der Zahl 7 dominiert: rd. 70.000 Mitglieder in 728 Vereinen und 7.132 Mannschaften. Der Handball-Verband Niedersachsen ist der größte Verband im Deutschen Handball-Bund - aber ohne Bundesligamannschaft.
Nach Auflösung der Regionalliga Nord wird eine Großfeld-Liga Bremen-Niedersachsen mit sechs Vereinen gebildet. In Niedersachsen spielen zwei Staffeln mit jeweils sechs Mannschaften.

1977

Nach Abschluß der Feldhandball-Saison löst sich die Oberliga Niedersachsen-Bremen auf. Dieses Gebilde halte nur ein Jahr Bestand. Niedersachsen spielt nunmehr in einer Nord- und einer Südstaffel mit je fünf Mannschaften. Die Staffelsieger bestreiten das Endspiel um den Niedersachsenmeister.
Vielerorts wird die Aktion "Leistungsförderung des niedersächsischen Handballsports 1977" unterstützt. Sie erfaßt alle Altersstufen, aber auch die Nachwuchs- und routinierten Schiedsrichter sowie die Trainer, Jugend- und Übungsleiter.
Nach 19jähriger Tätigkeit in der Geschäftsstelle verläßt Luise Dawe den HVN. Neue Mitarbeiterin wird Maria Voelk.
Die Spiele der Vorrundengruppe D um die Weltmeisterschaftsqualifikation der Frauen finden in mehreren Orten in Niedersachsen statt. Vier Nationen des erlesenen Teilnehmerfeldes messen ihre sportlichen Kräfte im Oldenburger Raum. Gastgeber sind Delmenhorst, Brake, Hude, Jever und Oldenburg, die spannende Kämpfe erleben, Es sind die wurfstarken Frauen Polens, die technisch-taktisch erfahrenen Damen Dänemarks, die Kampf- und Einsatzwillen zeigenden Israelitinnen und die noch nicht so erfahrenen aber um so eifrigeren Girls aus Großbritannien, die sich gegenüberstehen. In Spielen "Jeder gegen jeden" in zwei Gruppen qualifizieren sich die Gruppenbesten für die Zwischenrunde.

1978

Die DHB-Männerauswahl gewinnt die Weltmeisterschaft durch einen 20:19 Sieg über die UdSSR in Kopenhagen. Das Hallenhandballspiel erhält erneut großen Auftrieb. Der HVN hat einen Zuwachs von 13,85 Prozent zu verzeichnen. In 756 Vereinen wird in 4.467 Mannschaften Hallenhandball gespielt. Mit rund 85.000 Mitgliedern hat der HVN wieder einen Höchststand erreicht.
Der Wettspielbetrieb auf dem Großfeld im Freien ist in Niedersachsen auf Landesebene zum Erliegen gekommen. Damit wird das schöne Feldhandballspiel das seinen Ursprung in Deutschland hat, nur noch aus "nostalgischen" Gründen betrieben.
Die Umstellung der Talentförderung hat alle Erwartungen übertroffen und kann durchaus als positiver Modellfall für die Talentförderung bei Mannschaftssportarten gewertet werden. Jeweils in den Herbst-, Weihnachts- und Osterferien treffen sich nun die Talentgruppen zu 3 bis 4 Tage dauernden Lehrgängen, bei denen das Lernziel weit schneller erreicht wird als bei den bisherigen wöchentlichen Trainingsstunden.
Ein Mangel ist behoben: Die Sportschule des Landessportbundes Niedersachsen in Hannover verfügt jetzt über eine eigene Großsporthalle. Davon profitiert auch die Lehrarbeit des HVN.
Braunschweig ist Veranstaltungsort des Bundestages des Deutschen Handball-Bundes. Das Frauen-A-Länderspiel gegen die UdSSR findet ebenfalls in Braunschweig statt.
Auf dem Verbandstag am 24 Juni 1978 in Wittingen scheidet Ernst Hotho nach 27jähriger Zugehörigkeit im Vorstand aus. Ernst Hotho wird zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Neuer Vorsitzender wird Herbert Bock. Im Vorstand kommt es zu erheblichen Veränderungen. Zu stellvertretenden Vorsitzenden werden Henning Opitz, Brake, und Karl-Heinz Röber, Northeim, gewählt. Nach 22jähriger Tätigkeit als Lehrwart scheidet Walter Kreienmeyer auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand aus und übernimmt die gleiche Position im DHB. Sein Nachfolger wird Hans-Peter Oppermann. Zum Rechtswart wird Herbert Menzel, Hildesheim, zum Schiedsrichterwart Werner Hansen, Springe, und zum Männerspielwart Uwe Sternberg, Osnabrück, gewählt. Das Amt des Schriftwartes wird abgeschafft. Den Vorsitz des Schiedsgerichtes übernimmt Wolfgang Kirchberg, Goslar. Zum Schulsportreferenten wird Werner Ulrich, Hildesheim, bestellt.
Durch die Förderung des Mini-Handballs durch den Deutschen Handball-Bund kommen auf dem Schulsportsektor neue Aufgaben hinzu, was zu einer weiteren Aufwärtsentwicklung führt.

1979

Die Bezirksreform in Niedersachsen hat auch erhebliche Auswirkungen auf die Struktur des HVN. Aus den bisher neun Bezirken werden vier Großbezirke. Auf Kreisebene gibt es zahlreiche Zusammenschlüsse. Aus den bis dahin 65 Kreissportbünden gehen 48 hervor. Der Handball-Verband muß sich dieser Entwicklung anpassen.
Der Bezirk Osnabrück verschmilzt mit Oldenburg und dem Huntegau zum Bezirk Weser-Ems. Die Bezirke Braunschweig, Hannover und Lüneburg (im Bereich des ehemaligen Bezirks Lüneburg) bilden die Verbandsliga Ost und spielen unter Oberliga Niedersachsen, während aus dem Bezirk Weser-Ems die Oberliga West parallel zur Verbandsliga Bremen unter der Oberliga Nordsee wird.
Lehrwart Hans-Peter Oppermann legt einen Strukturplan zum Lehrwesen für die Jahre 1979 bis 1981 vor, der eine planmäßige Ausrichtung des umfangreichen Lehrwesens vorsieht. Dem Lehrstab gehören der Lehrwart, drei weitere Mitglieder und darüber hinaus acht Trainer an.

 

 


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