1960-69

1960

Der Verbandstag 1960 findet am 18./19. Juni auf Norderney in Anwesenheit von DHB-Präsident Ernst Feick statt. "Wieder einmal soll auf ein Jahr Arbeit im Dienst der Leibesübungen Rückschau gehalten werden. Aus dieser Rückschau wollen wir dann die notwendigen Schlüsse für die Arbeit der kommenden Jahre ziehen." Mit diesen Worten eröffnet Alfred Emge den Verbandstag. Prof. Dr. Häußler, Göttingen, hält einen bemerkenswerten Festvortrag über "Die Bedeutung des Spiels für den Menschen", der vom HVN verbreitet wird. Der Satzungsbeschluß legt die künftigen Klasseneinteilungen fest:

    Männer:
  • Norddeutsche Oberliga
  • Niedersachsenliga
  • Bezirksliga
  • Kreisklasse
  • Alte Herren
    Frauen:
  • Bezirksliga
  • Kreisklasse

Außerdem wird geregelt: Der Frauenausschuß besteht aus dem Frauenwart, zwei gewählten Beisitzern sowie der Verbandsmädelwartin. - Noch immer ist der Vorsitzende ein Mann. Als neue Mädelwartin wird lna Hemmen, Leer/Ostfriesland, für Marianne lhde gewählt. Zweiter Beisitzer im Frauenausschuß wird Karl Klemme.
Der HVN schafft sich einen Verbandslehrstab, um die Lehrarbeit unter Walter Kreienmeyer ausweiten zu können. Mitarbeiter werden Udo Blecke, Hans-Peter Oppermann und Günter Schmidt.
In Niedersachsen finden zwei Länderspiele statt: In der Halle gegen Schweden in Wolfsburg und auf dem Feld gegen Polen.
Die Niedersachsenliga spielt in zwei Gruppen. Zur Nordgruppe gehören Germania Wilhelmshaven, Frisia Wilhelmshaven, MTV Jever, TuS Schaar, Oldenburger TB, VfB Oldenburg, TuRa Grönenberg Melle, TSG Burg-Gretesch, Polizei Osnabrück und Osnabrücker TB. In der Südgruppe sind vertreten: VfL Wolfsburg, Polizei Hildesheim, Eintracht Hildesheim, MTV Celle, VfL Wittingen, Rot-Weiß Braunschweig, Polizei Hann. Münden, TSV v. 1887 Hainholz und TC Limmer.
Hilfe kommt auch von den Dachverbänden. Die Aktion "Ausbreitung des Sports" des Landessportbundes Niedersachsen bringt dem HVN 56 neue Handballabteilungen. Nach dem NTB ist der HVN am erfolgreichsten.
Am 15. März wird der "Goldene Plan der Deutschen Olympischen Gesellschaft verkündet. Dadurch entstehen in den nächsten Jahren zahlreiche Sportstätten. Der HVN erinnert daran, daß die Hallen mindestens 15 x 30 Meter groß sein müssen, damit sie für Hallenhandball geeignet sind.

1961

Der Verbandstag am 17./18. Juni 1961 in Hannover verabschiedet Satzungsänderungen und Änderungen im Wettspielbetrieb. Ein Schulsportreferent soll die Verbindung mit der Schule fördern.
Wie auf dem Feld bisher, so spielt auch in der Halle die oberste Spielklasse, also die Hallenoberliga, in den Staffeln Nord und Süd mit acht Mannschaften. Dadurch muß der Auf- und Abstieg neu geregelt werden.
Bei den Wahlen kehrt Hugo Nekat nach zweijähriger Unterbrechung als Spielwart für den nicht mehr kandidierenden Karlheinz Schwedes in den Vorstand zurück. Neuer Rechtswart wird Karl Schmidt, Langenhagen, neuer Verbandsjugendwart Walter Ruhkopf, Hannover. Zu Beisitzern im Jugendausschuß werden Walter Grieß, Wittingen, und im Frauenausschuß Bodo Wahl, Oldenburg, gewählt. Im zweiten Teil des Verbandstages referiert der Sportwart des Landessportbundes Niedersachsen, Willi Greite. Seine Kernaussagen: "In den Vereinen wird viel zu viel an die eigene Sportart und viel zu wenig an das Allgemeine im Sport gedacht. Wir müssen mehr Menschen für den Sport gewinnen." Zu einer Hochburg im Hallenhandball hat sich der VfL Wolfsburg entwickelt. In der Volkswagenstadt wird erstklassiger Hallenhandball geboten. Auf einem Turnier norddeutscher Spitzenmannschaften treffen der THW Kiel mit Hein Dahlinger, PSV Hamburg mit Otto Maychzrack, ATSV Habenhausen mit Hini Schwenker und der VfL Wolfsburg mit seinen Nationalspielern aufeinander. Die Wolfsburger Halle ist auch Austragungsort eines Länderspiels gegen Norwegen. Der VfL Wolfsburg wird 1960/61 Niedersachsenmeister, Norddeutscher Meister und Deutscher Vizemeister.

1962

Der ordentliche Verbandstag findet alle zwei Jahre statt, das ist die wesentlichste Satzungsänderung auf dem Verbandstag am 16. Juni 1962 in Hannover. Dafür ist der erweiterte Vorstand mindestens jährlich zweimal einzuberufen. Der HVN umfaßt jetzt 37 077 Mitglieder.
Die Wahlen bringen wieder Veränderungen: Frauenwart wird Bodo Wahl, Oldenburg, Mädelwartin Käte Engwicht, Unterlüß. Zum Schulsportreferenten wird Günter Petershagen, der langjährige Jugendwart, gewählt.
Das Kleinfeld-Handballspiel findet immer mehr Freunde. Es wird nach Hallenhandballregeln gespielt. In Niedersachsen findet das Frauen-Länderspiel der Nationalmannschaft gegen Japan statt.

1963

VfL Wolfsburg wird Deutscher Feldhandball-Meister.
Die seit Jahren mit dem Bremer Landesverband bestehenden Unstimmigkeiten werden ausgeräumt. Klar ist, daß die in Bremen spielenden Mannschaften aus Niedersachsen Mitglied im HVN bleiben.
Das Feldhandballspiel findet letztmalig in zwei Staffeln statt. Das von Deutschland ausgegangene Feldhandballspiel soll aber gegenüber allen Reformbestrebungen verteidigt und neben Kleinfeld- und Hallenhandball betrieben werden.
Ende des Jahres findet ein Hallen-Auswahlspiel Niedersachsen gegen Berlin in Berlin statt. Unter der Überschrift "Beifall für Handballgäste" schrieb die Berliner Morgenpost: Das enttäuschte Publikum schenkte nach und nach seine Sympathien immer mehr den Gästen. Die besser einsatzfreudiger und gelöster spielende Mannschaft stellten nun einmal die Gäste. Man ließ die Niedersachsen zur Entfaltung kommen und plötzlich zauberten sie so, wie man es von den Berlinern erwartet hatte - Das Spiel wird mit 20:17 Toren für Niedersachsen gewonnen.

1964

Der Deutsche Handball-Bund erklärt 1964 zum Jahr des Schiedsrichters. Damit soll auf die prekäre Situation der Schiedsrichter, aber auch auf ihre Bedeutung hingewiesen werden.
Im Frühjahr 1964 erscheint eine "Handballfibel" für den Sportunterricht von Walter Kreienmeyer. Es ist eine Arbeitshilfe für den Schulunterricht und den Verein und soll in erster Linie das Handballspiel an den Schulen fördern.
Zum ersten Mal findet der Verbandstag am 21. Juni 1964 nach zwei Jahren in Bad Salzdetfurth statt. Insgesamt 37 Anträge liegen dem Verbandstag vor. Sie befassen sich mit der Änderung der Satzung, den Wettspielbestimmungen, der Spielordnung für Hallenhandball und der Jugendordnung. - Viel Arbeit und Zündstoff für die Delegierten.
Alfred Emge geht in seinem Bericht auf aktuelle Punkte ein und bittet die Delegierten um Mithilfe:

  • Im Jahr des Schiedsrichters durch persönliche Bemühungen in jedem Verein mindestens eine Persönlichkeit - selbstverständlich auch weiblichen Geschlechts - für die Ausbildung als Schiedsrichter zu gewinnen
  • den Kontakt zur Schuljugend und ihren Leibeserziehern noch enger werden zu lassen, damit das Handballspiel in allen Schulen Bestandteil des Lehrplanes für Leibesübungen wird
  • einen Querschnitt der Sportabzeichen-Übungen für Jugendliche und Erwachsene zum festen Trainingsprogramm aller Handball-Abteilungen zu erheben mit dem weiteren Ziel, das Sportabzeichen zu erwerben und die Bedingungen zu wiederholen

Hugo Nekat gibt aus gesundheitlichen Gründen sein Amt ab. Neuer Verbandsspielwart wird Günter Dalibor, Karl Klemme wird Frauenwart. Ansonsten heißt es "Wiederwahl" für den Vorstand.
Die Hallenspielserie 1964/65 wird in drei Staffeln gespielt:

  • Ost
    PSV Hann.-Münden, PSV Hildesheim, MTV Celle, VfL Wolfsburg, Eintracht Hildesheim, Eintracht Braunschweig, Eintracht Lüneburg, VfL Wittingen
  • West
    TSV 87 Hainholz, PSV Hannover, TSG Burg-Gretesch, Tura Melle, TSV Eystrup, TuS Neuenhaus, TB Stöcken, Arminia Hannover
  • Nord
    Germania Wilhelmshaven, Frisia Wilhelmshaven, TB Oldenburg, MTV Jever, MTV Aurich, TV Cloppenburg, Tura Wilhelmshaven, RSV Emden

1965

Ein außerordentlicher Verbandstag findet am 25. September 1965 in Celle statt. Er ist erforderlich, um die Altersklassen der Jugend und die Staffeleinteilungen neu zu regeln. Die beiden Staffeln in der Halle sollen ab Spieljahr 1966/67 zusammengelegt werden.
Im Kleinfeldhandball der Frauen soll eine Niedersachsen-Meisterschaft ausgetragen werden. "Das Frauen-Großfeldspiel darf dadurch aber auf keinen Fall in Fortfall kommen."
Der HVN führt erstmals Prüfungen und Lizensierung für Fachübungsleiter durch. Die geprüften Übungsleiter müssen regelmäßig an Wiederholungslehrgängen teilnehmen.
Von entscheidender Bedeutung ist der Beschluß des DHB über die Einführung der Bundesliga in der Halle ab 1.11.1966 und auf dem Feld ab April 1967. Dadurch kommt der Norddeutschen Meisterschaft in der Halle eine besondere Bedeutung zu, weil die ersten vier Plätze für den Aufstieg in die Bundesliga berechtigen Erster Bundesligavertreter aus Niedersachsen wird der Polizei SV Hannover.
Nach Boxen erlebt die neue Stadionsporthalle in Hannover ihre Premiere mit einem Handball-Länderkampf. Vor 4.000 Zuschauern in der ausverkauften Halle besiegt Deutschland Norwegen mit 23:16 Toren.
In der Osnabrücker Halle treffen die Frauen der Bundesrepublik und Dänemarks aufeinander.
Im Dezember 1965 erteilt DSB-Präsident Willi Daume "Grünes Licht" für den gesamtdeutschen Sportverkehr. Der Spielverkehr läuft aber nur zögernd an. Der HVN verhandelt mit dem Grenznachbar in Magdeburg. Ihnen sitzen zumeist hauptamtliche Funktionäre gegenüber.

1966

Zur Erinnerung an den verstorbenen Ehrenvorsitzenden Karl Helmerding ist ein Gedächtnisturnier vorgesehen. An den "Karl-Helmerding-Gedächtnisspielen" in Hannover beteiligen sich die Auswahlmannschaften der Bezirke. Sieger wird der Bezirk Hannover.
Im Frauenhandball auf dem Großfeld wird lediglich noch im Bezirk Braunschweig in einer Staffel mit acht Mannschaften gespielt. Der Glanz der Frauenhandball-Weltmeisterschaft an verschiedenen Spielorten geht auch an Niedersachsen nicht vorüber. Das Spiel Deutschland gegen Jugoslawien findet in Hannover statt. Der Verbandstag am 11. Juni 1966 in Schüttorf wird zum letzten Mal von Alfred Emge geleitet. Seit März ist er Vorsitzender des Norddeutschen Handball-Verbandes. Zum neuen Vorsitzenden des HVN wird Hermann Reimann gewählt. Seine bisherigen Aufgaben als Schriftwart übernimmt Werner Hansen.
Karl Klemme tritt gesundheitsbedingt als Frauenwart zurück. Sein Nachfolger wird Kurt Klauke. Zum Pressewart wird anstelle von Hermann Klemme Manfred Eyßer gewählt.
Der Verbandstag beschließt, ein Verbands-Schiedsgericht zu bilden, das Streitfälle schlichten soll.
Nach der Bestandserhebung des DHB ist Niedersachsen der stärkste Landesverband. Der Deutsche Sportbund beschließt eine einheitliche Regelung der Übungsleiter-Ausbildung. Die Verbände können Fachübungsleiter ausbilden.
Die letzte Feldhandball-Weltmeisterschaft findet 1966 in Österreich statt. nimmt aus Niedersachsen Bernd Munck, Eintracht Hildesheim, und Rudi Kirsch, TB Stöcken, teil. Sie werden mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet.

1967

An der Handball-Weltmeisterschaft in Schweden nimmt aus Niedersachsen Bernd Munck, Eintracht Hildesheim, teil.
In der Feldhandball-Bundesliga spielt MTV Eintracht Hildesheim. Absteiger ist der VfL Wolfsburg.
PSV Hannover spielt zwei Jahre in der Hallenhandball-Bundesliga, muß aber am Saisonende absteigen.
International wie national hat Hallenhandball jetzt Vorrangstellung. Trotzig sagt man in Niedersachsen: "Das Feldhandballspiel wird immer seine Daseinsberechtigung haben, auch wenn auf internationaler Ebene nur noch wenige Nachbarländer diese Sportart betreiben."
Ein Frauen-Länderspiel zwischen Deutschland und Frankreich findet in Osnabrück statt.

1968

Der Verbandstag am 15. Juni 1968 findet in Anwesenheit des Vorsitzenden des Landessportbundes Albert Lepa, in Achim statt. Eine neue Satzung und Anträge zur Wettspielbestimmung werden einstimmig angenommen.
Um die Spielstärke zu heben, sollen ab Spieljahr 1972 die beiden Staffeln der Niedersachsenliga im Feldhandball zusammengelegt werden. Dadurch soll der Unterhau zur Bundesliga gestärkt werden.
Erstmals wird eine Frau "Frauenwart". In einer Kampfabstimmung siegt Monika Küster mit 44 über Werner Hansen mit 37 Stimmen. Kurt Klauke war zurückgetreten. Neuer Schriftwart wird Otto Sturm. Die Paßstelle wird von Karl Klemme als Nachfolger von Wolfgang Hüsken übernommen.
Die Mannschaft des MTV Eintracht Hildesheim steigt in die Hallenhandball-Bundesliga auf.
Zur Vorbereitung auf das Länderspiel gegen Rumänien weilt die deutsche Herren-Nationalmannschaft in der Sportschule Bassum und siegt in der Bremer Stadthalle mit 22:17 Toren.

1969

Das Handballspiel verlagert sich immer mehr vom Großfeld zum Kleinfeld. Der Rückgang der Mannschaften, die auf Großfeld spielen, wird durch einen erheblichen Zugang von Mannschaften auf dem Kleinfeld ausgeglichen.
Der erweiterte Vorstand des HVN bestätigt die Bildung eines Lehrstabes. um die immer umfangreicher und vielfältiger werdenden Aufgaben im Bereich des Lehrwesens zu erfüllen und weiterzuentwickeln.
Nach den DSB-Ausbildungsrichtlinien für Übungsleiter hat der HVN bereits 60 Fachübungsleiter ausgebildet. Weitere 35 befinden sich noch in der Ausbildung.

 

 


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