HVN-Referent Feickert: „Im Beachhandball liegt echtes Potential“

19.11.2017   11:05   Alter:   28 days

Torsten Feickert, Referent für Beachhandball des Handball-Verbandes Niedersachsen. - Foto: Schlotmann

Das Präsidium des Handball-Verbandes Niedersachsen hat die bisherige Arbeitsgruppe Fortentwicklung Beachhandball in einen ordentlichen Arbeitskreis überführt. Den Vorsitz der Gruppe hat der vom Jugendtag zum Referenten Beachhandball gewählte Wahl-Oldenburger Torsten Feickert übernommen. Gegenüber der Redaktion von hvn-online.com spricht Feickert über An-, Einsichten und Zukunftspläne. Die Fragen stellte Carsten Schlotmann.

Das Präsidium hat dem Arbeitskreis die Weiterentwicklung des Beachhandballs im Sinne des Breitensports und der Mitgliedergewinnung auf die Agenda gesetzt. Thema Mitgliedergewinnung: Welche Chancen liegen für den Sport mit Hand und Ball im Sand?

Torsten Feickert: Gerade Beachhandball ist ohne Handballvorerfahrung leicht zu erlernen und vereinfacht den Einstieg. Das Spiel auf Sand ist für Neulinge wesentlich leichter zu spielen als in der Halle; es gibt immer eine Angriffsüberzahl und es ist im Grundsatz körperlos. Wir haben die Chance, gerade in den Sommermonaten die Kinder, aber auch Frauen und Männer, mit Handball in Kontakt zu bringen oder den Kontakt zu halten. Die oft lange Pause zwischen Saisonende und Saisonanfang kann etwa in Sommerligen im Wettkampfmodus überbrückt werden. Der Anfang ist da ja schon gemacht.

Im Dezember konstituiert sich der Arbeitskreis, in dem neben dir Bildungsreferentin Katja Klein, Dennis Glaser, Frank Breier, Tobias Kiel und Vizepräsident Jugend Olaf Denecke mitarbeiten. Welche Ergebnisse erhoffst du dir von der konstituierenden Sitzung?

Torsten Feickert: Wir werden während der ersten Sitzung die Aktivitäten des laufenden Jahres auswerten. Wir konnten im letzten Jahr 30 neue Schiedsrichter ausbilden. Insgesamt sind es jetzt 85, die sich schon für den Sand haben qualifizieren lassen. Die Turniere in Cuxhaven waren wieder ein voller Erfolg. Die Sommerliga wurde im Vergleich zu 2016 auf weitere Regionen erweitert und die Jugend wurde mit einbezogen. 2017 fand auch erstmalig eine Trainerfortbildung statt, die zur Verlängerung der C-Lizenz anerkannt wurde. Diese war gut besucht und brachte den Teilnehmern erstmals einen Einblick in die Traininigsmöglichkeiten im Sand.

Die Tätigkeitsfelder der einzelnen Arbeitskreismitarbeiter sind mit Spieltechnik Sommerligen, Infrastruktur, Trainerausbildung sowie Aus- und Fortbildung von Schiedsrichtern abgesteckt. Was wollt ihr im ersten Jahr erreichen?

Torsten Feickert: Wir wollen uns weiterhin intensiv um die Trainer - und Schiedsrichterausbildung kümmern. Dort müssen wir weiter akribisch arbeiten. Trainer und Schiedsrichter sind die wichtigsten Multiplikatoren des Beachhandballs. Je mehr wir davon haben, desto besser sind die Chancen, das Spiel auf Sand weiter zu verbreiten. Die Strukturen für die Sommerligen müssen verbessert werden. Dort wollen wir in Zukunft gerne auch nu-Liga einsetzen, um für eine verbesserte Darstellung und damit mehr Transparenz zu sorgen. Wir brauchen auch noch mehr Beachsportanlagen im Land. Außerdem wollen wir für die Jahrgänge 04/05 ein Konzept zur Förderung der Talente vorbereiten.

In welchen Bereichen sind dazu Anleihen aus anderen Ressorts erforderlich?

Torsten Feickert: Der Bereich Talentförderung benötigt natürlich die enge Zusammenarbeit mit den Landestrainern. Wir müssen intensiv miteinander sprechen. Außerdem sollte man vielleicht hierzu mal mit den Volleyballern reden, welche Möglichkeiten es gibt, in den etwas kälteren Monaten auch Training für Beachhandball anzubieten.

Die Nachfrage nach Startplätzen der jeweils vier Beachhandball-Turniere im VGH-Stadion am Meer in Cuxhaven-Duhnen ist Jahr für Jahr ungebrochen. Welche Botschaften gibst Du den Mannschaften für den Sommer 2018 mit auf den Weg?

Torsten Feickert: Als Beachhandballreferent freue ich mich natürlich über den seit Jahren anhaltenden Boom. Wir sind, was die Teilnehmer angeht, am Limit. Die letzten Jahre müssen wir natürlich auch kritisch betrachten. Cuxhaven ist und bleibt ein Urlaubsort und in der Zeit, wo wir dort vor Ort sind, gibt es Regeln, die alle Teilnehmer einzuhalten haben. Dies wurde in der Vergangenheit manchmal nicht so umgesetzt. Eine Steigerung des Spielniveaus in Cuxhaven wäre wünschenswert. Hierfür versuchen wir die Grundsteine in der Trainer- und Schiedsrichterausbildung zu legen. Gerade der Standort Cuxhaven bietet vielen Menschen die Möglichkeit, sich unseren schönen Sport anzuschauen. Die Entwicklung sehe ich zwar positiv, doch denke ich, das dort noch viel mehr Potential drinsteckt.