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2. Bundesliga Männer: Torhüter-Routinier Lütt noch ein weiteres Jahr in der 2. Liga?

Er kann es einfach nicht lassen. Bis zum Ende der vergangenen Saison stand Jörg-Uwe Lütt im Tor des Handball- Zweitligisten TSV Hannover-Burgdorf. „Es sieht danach aus, dass ich aufhöre“, hatte der 44-Jährige, der höchstens noch einen Oberligisten im näheren Umkreis in Betracht zog, noch Ende April im Anschluss an die letzte Partie in Aurich gesagt. „Auf hohem Niveau wie in der 2. Liga wird es nicht mehr sein“, meinte Lütt und begründete dies mit beruflichen Verpflichtungen. „Da ist fünfmal Training in der Woche nicht mehr möglich.“ Doch Lütt bleibt am Ball – und im Gespräch: Zunächst machte die Nachricht von einem Wechsel zum ostwestfälischen Regionalligisten LIT Nordhemmen/Minderwald die Runde. Vermutlich wird der Routinier nun aber doch zum SC Empor Rostock wechseln – und damit doch noch ein Jahr in der 2. Liga dranhängen. „Es gibt viele Angebote aus der 2. Liga, Rostock gehört dazu“, bestätigt Lütt und kann sich dabei ein vielsagendes Lächeln nicht verkneifen. Weil sich der ehemalige Nationaltorwart voraussichtlich beruflich in diese Region verändern wird, ist ein Engagement beim ehemaligen DDR-Meister eine alles andere als unwahrscheinliche Variante. Und zwar eine mit pikanter Note: Immerhin würde Lütt zum Spiel gegen seinen ehemaligen Klub, bei dem er vier Jahre lang gespielt hat, noch einmal in seine Wahlheimat zurückkehren. Aufgewachsen ist er jedoch im hohen Norden. Der gebürtige Kieler besuchte als Schüler die IGS Friedrichsort – und hier begann auf kuriose Weise auch seine Karriere. Denn dort gab es diese Handballtruppe, die immer erfolgreich am Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ teilgenommen hatte. „Sie haben mir erzählt, dass sie immer nach Berlin kommen, aber noch einen Torwart suchen“, erinnert sich Lütt, der sich aus einem bestimmten Grund überzeugen ließ. „Nach Berlin zu kommen, das hieß vier Tage schulfrei.“ Seine eigene Qualität zwischen den Pfosten war für ihn nämlich kein überzeugendes Argument. „Als Torwart war ich eine Bratwurst, aber für die Mannschaft war es besser mit mir als mit gar keinem.“ Tatsächlich lief der Wettbewerb erfolgreich und endete in Berlin. Wie genau, daran kann sich Lütt gar nicht mehr erinnern. „Ich glaube, wir haben dort sogar gewonnen – aber es ist aber schon so lange her“, sagt der 2,03 Meter lange Keeper, der schließlich in der B-Jugend des TSV Altenholz erst mit 15 Jahren begann, im Verein zu spielen. Schon drei Jahre danach folgte der Wechsel zum THW Kiel, später war er noch in Düsseldorf, Flensburg, Hameln, Minden, Hildesheim und eben in Burgdorf aktiv. Insgesamt 20 Jahre lang spielte er in der 1. Liga, danach sieben Jahre in der 2. Liga. „700 bis 800 Punktspiele dürften das wohl gewesen sein“, schätzt Lütt. Und vielleicht kommen ja tatsächlich noch ein paar mehr dazu. Denn der Wechsel nach Rostock gilt in Handballkreisen bereits als sicher. Und zuzutrauen ist die 2. Bundesliga Jörg-Uwe Lütt auch im 45. Lebensjahr allemal. (haz)