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HVN-Leistungsförderung: Wachenhäuser Handballtalent Nils Eichenberger in der Jugend-Nationalmannschaft

Das Wachenhäuser Handballtalent Nils Eichenberger (am Ball), jetzt beim Jugend-Oberligisten Eintracht Hildesheim aktiv, hat den Sprung in die Nationalmannschaft geschafft. Foto: zys Den 9. Mai 2008 wird Nils Eichenberger aus Wachenhausen so schnell nicht vergessen. In Freiburg im Breisgau streifte der 16-Jährige Handballer erstmals das Trikot der deutschen Jugend-Nationalmannschaft für ein Länderspiel über.

"Nach dem Abpfiff musste ich sogar Autogramme geben", erinnert sich Nils an die Gänsehaut-Atmosphäre. Dass die Premiere im DHB-Team mit einer 30:33-Niederlage gegen Frankreich endete, nahm er nicht tragisch. "Ich war mit meiner Leistung sehr zufrieden und habe fünf Tore gemacht."

Bereits mit vier Jahren begann Nils Eichenberger bei der HSG Rhumetal unter Anleitung von Torsten Krämer mit dem Handballspielen. In der E-Jugend kam er dann unter die Fittiche von Frank Zimmermann. "Nils ist ein Naturtalent. Er hat auf dem Spielfeld stets das Richtige gemacht und die Mannschaft mitgerissen", erinnert sich dieser und freut sich, dass sein ehemaliger Schützling in Katlenburg noch regelmäßig beim Training vorbeischaut.

Krönung in Kienbaum

Die sportliche Entwicklung des jungen Linkshänders ging stetig bergauf. 2004 wurde er in die Northeimer Kreisauswahl berufen und zwei Jahre später für den Landeskader gesichtet. Anfang dieses Jahres gelang ihm dann als vorläufige Krönung in Kienbaum, der ehemaligen DDR-Kaderschmiede östlich von Berlin, der Sprung in den erweiterten Kader des Deutschen Handball-Bundes (DHB).

Neben Handball waren dort Leichtathletik, Bodenturnen und Aktionen auf dem Schwebebalken gefordert. "Dafür habe ich im heimischen Wohnzimmer fleißig geübt. Das hat sich ausgezahlt", erzählt Eichenberger schmunzelnd.

Um seinem Vorbild, Handball-Weltmeister Florian Kehrmann vom TBV Lemgo, nachzueifern, wechselte Nils Eichenberger bereits vor gut einem Jahr zu Eintracht Hildesheim. Dort ist er zwischenzeitlich schon in den Fokus der Erstligisten aus Magdeburg und Minden geraten. "In der Nationalmannschaft bleiben und erste Herren spielen", - das sind die Nahziele des talentierten Rechtsaußen. "Und dann ist da noch der Traum von der Bundesliga."

Vorerst gilt die Konzentration des gebürtigen Wachenhäusers seinem Engagement in Hildesheim. Im August wechselt er vom Northeimer Gymnasium Corvinianum auf das Sportinternat der Christopherusschule in Elze, die gemeinsam vom SV Alfeld und Eintracht Hildesheim gefördert wird.

"Wir helfen Schülern mit einem Handicap. Dein Handicap ist das Handballtalent", erklärte ihm sein künftiger Mathematiklehrer augenzwinkernd. Das Internat bietet neben den täglichen Übungseinheiten und persönlichen Trainingsplänen Einzelunterricht und die Möglichkeit, versäumte Stunden nachzuholen. Hausaufgaben werden notfalls per E-Mail nachgesandt.

Die individuelle Betreuung ist ein unschätzbarer Vorteil", weiß Mutter Birgit Eichenberger, die dem "Auszug" ihres Sohnes mit gemischten Gefühlen entgegensieht.

Spagat gemeistert

Den Spagat zwischen schulischer Ausbildung und Förderung des Handballtalents hat Nils Eichenberger bisher schon gemeistert. Seine Stärken im Handball sind die Schnelligkeit und das gute Auge für die Mitspieler. "Meine Abwehrarbeit ist verbesserungswürdig. Ich kassiere zu wenig Strafen", merkt der junge Nationalspieler an.

"Ihm fehlen zehn Zentimeter Körperlänge. Aber das macht er durch Ehrgeiz, Schnelligkeit und freche Spielweise wett," lobt Ex-Trainer Frank Zimmermann. Zu Rhumetaler Zeiten war Eichenberger häufig auf sich allein gestellt. Das Spiel war genau auf ihn zugeschnitten. Das hat sich in Hildesheim grundlegend geändert.

"Aber die Umstellung ist mir nicht schwer gefallen. Darauf war ich durch den Einsatz in den Auswahlmannschaften vorbereitet," betont er. Nach einem Frankreichurlaub will Nils Eichenberger den nächsten Schritt machen. Ausgestattet mit einer Doppelspielberechtigung wird er künftig nicht nur in der A-Jugend-Oberliga auf Torejagd gehen, sondern nach den Sommerferien auch das komplette Vorbereitungsprogramm der Hildesheimer Herren bestreiten. Der erste Einsatz im Zweitligateam dürfte nur eine Frage der Zeit sein.(zys-HNA)